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Borussia Dortmund: Diese BVB-Worte lassen Fans vor Wut schäumen – „Armutszeugnis!“

Borussia Dortmund hat mit einem offenen Brief an die Fans für viel Unverständnis gesorgt.
Borussia Dortmund hat mit einem offenen Brief an die Fans für viel Unverständnis gesorgt.
Foto: imago images / Poolfoto

Dortmund. Alles auf null! Die zweite Corona-Welle überrollt Deutschland – und die Regierung hat deshalb ein einmonatiges totales Fanverbot beschlossen. Auch in der Bundesliga, auch bei Borussia Dortmund.

Für den BVB ein harter Schlag. Der Fußball-Klub mit dem höchsten Zuschauerschnitt der Welt muss wieder auf Unterstützung verzichten – und auf eine Menge Geld.

„Uns trifft diese Entscheidung hart“, gesteht Borussia Dortmund nun in einem offenen Brief an seine Fans. „Vor allem emotional, weil wir beim BVB nichts auf der Welt lieber machen, als für Euch Fans Fußball zu spielen.“

Borussia Dortmund wendet sich offen an seine Fans

Der Vizemeister stellt jedoch klar: „Aber auch argumentativ, weil wir über ein von Experten entwickeltes, aufwändiges und sogar von Kommunen sowie Gesundheitsämtern bis ins Detail geschätztes Hygienekonzept verfügen. In unseren Stadien war jeder Zuschauer diszipliniert, es hat sich an der frischen Luft niemand angesteckt. Der Profifußball ist nachweislich kein Treiber der Pandemie. Und ehrlich gesagt sieht das auch niemand anders.“

„Gerade vor diesem Hintergrund ist es schwierig zu akzeptieren, dass Fakten nicht zählen“, sagt der Revierklub brutal offen. „Aber genau das werden wir im November tun: die Situation akzeptieren wie sie ist und weiterhin unseren kleinen Teil dazu beitragen, um die Kurve der Ansteckungen abzuflachen.“

BVB: Beide Saison-Highlights vor praktisch leeren Rängen

Worte von Borussia Dortmund, die beileibe nicht nur auf Verständnis stoßen.

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Mit dem Heimspiel gegen Schalke (3:0) mussten die Schwarzgelben bereits ein Highlight des Jahres vor mickrigen 300 Zuschauern austragen. Das zweite Highlight, das Heimspiel gegen Rekordmeister Bayern München (7. November), wird nun vor gänzlich leeren Rängen stattfinden.

Der BVB-Frust ist in Teilen also verständlich. Doch gleichzeitig gibt es harsche Kritik unter den Fans. 75 Prozent der Infektionen, so stellte Bundeskanzlerin Angela Merkel jüngst klar, seien aktuell nicht nachvollziehbar. Dass der Profifußball also „nachweislich kein Treiber der Pandemie“ ist, dürfte unter diesen Umständen höchstens mehr Hoffnung als Fakt sein.

Zudem empfinden viele BVB-Anhänger die Kritik ihres Klubs an dem Fan-Lockdown als unangebracht. Von „peinlichem Gejammer“ spricht das Fanzine Schwatzgelb.de. „Borussia Dortmund spricht aus einer massiv privilegierten Position heraus und stellt sich als ein Häufchen Elend dar.“

Hier einige Reaktionen:

  • Was ist eigentlich Euer Problem? Die Gesellschaft muss extreme Einschnitte hinnehmen und ihr heult wegen fehlender Zuschauer rum. Habt ihr den Knall nicht gehört? An Arroganz nicht zu überbieten. Anstatt ihr froh seit, dass die Bundesliga überhaupt weiterspielen darf.
  • Ohne Worte, wie kann man so etwas schreiben und Zwietracht sähen.
  • Genau wegen solch einem Schwachsinn habe ich die Lust am Profifußball verloren. Der Fußball hält sich halt immer wieder für etwas Besonderes
  • Unnötig, unklug und schlecht formuliert... Das hätte man sich stecken sollen. Total unverständlich für mich, sowas rauszuhauen.
  • Wenn man allen Branchen glaubt, dann ist wohl niemand ein Treiber der Pandemie - komisch, dass es dann doch noch Ansteckungen gibt.
  • Richtig peinlicher Brief, ihr tragt Verantwortung. Ich will auch endlich wieder richtig Fußball sehen, aber das geht gerade nicht.
  • Habe mich selten so für meinen Verein geschämt, wie beim Lesen dieser Zeilen. "Fakten zählen nicht", wie bitte? Wie vom RKI bereits gestern zu vernehmen war: 3/4 der Infektionen können derzeit nicht nachvollzogen werden. Dieser offene Brief ist hochnotpeinlich.
  • Sorry, aber dieser offene Brief ist ein Armutszeugnis.

In der Welle der Empörung der meisten BVB-Fans gehen die wenigen positiven Reaktionen nahezu unter:

  • Warum wird hier berechtigte Kritik als "peinliches Gejammere" abgetan?
  • Hätte man da im ersten Absatz einiges weggelassen, wäre es ein guter Brief gewesen...
  • Ganz toll geschrieben. Ich finde es auch doof, dass nicht einmal eine begrenzte Zahl von Zuschauern ins Stadion darf - hier passieren keine Ansteckungen, genau wie in dem meisten Restaurants. Aber wir akzeptieren das und hoffen auf bessere Zeiten!

„Lasst uns dieses Sch...-Virus umgrätschen, als wär‘s ein gegnerischer Stürmer auf dem Weg zu unserem Tor“

Auch dem BVB ist klar: beschlossen ist beschlossen. Borussia Dortmund bleibt also nichts Anderes übrig, als auf bessere Zeiten zu warten – und seinen Fans noch etwas mit auf den Weg zu geben.

„Zum einen das Gefühl, dass uns nichts mehr schmerzt, als ohne Euch zu sein. Denn ohne Euch kein Wir! Und zum anderen den Wunsch, dass wir gemeinsam durch diese schwere Zeit gehen, dass wir auf uns und unsere Nächsten aufpassen, dass wir Abstände einhalten, Masken tragen, Ansammlungen meiden, auf private Feiern verzichten und dieses Sch...-Virus umgrätschen, als wär‘s ein gegnerischer Stürmer auf dem Weg zu unserem Tor.“

Arminia Bielefeld wartet

Emotionale Worte, die die BVB-Fans begeistern würden – doch die streitbaren Ansagen zuvor dürften vielen die Lust aufs Grätschen bereits vermiest haben.

Für Borussia Dortmund geht es nun erst einmal auswärts weiter. Am Samstag wartet Arminia Bielefeld.

 
 

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