Borussia Dortmund: BVB-Boss Watzke über entscheidenden Wendepunkt: „Unser Problem war, dass…“

Hans-Joachim Watzke würde mit Borussia Dortmund in dieser Saison mal wieder ganz gerne an den Bayern vorbeiziehen.
Hans-Joachim Watzke würde mit Borussia Dortmund in dieser Saison mal wieder ganz gerne an den Bayern vorbeiziehen.
Foto: imago sportfotodienst

Seit Jahren rennt Borussia Dortmund dem FC Bayern in der Liga hinterher. Auch wenn der Rückstand des BVB auf die Münchner derzeit nur einen Punkt beträgt – die 0:4-Klatsche vor vier Wochen zeigte die Kräfteverhältnisse deutlich auf.

Hans-Joachim Watzke sprach nun offen darüber, wie es zu diesem Macht-Gefälle kommen konnte. Denn es ist noch gar nicht allzu lange her, da führte Borussia Dortmund die Bayern am Nasenring durch die Arena.

Borussia Dortmund: Watzke erklärt den Wendepunkt

Am 12. Mai 2012 schoss der BVB die Münchner im DFB-Pokal-Finale mit 5:2 aus dem Berliner Olympiastadion. Der Sieg war der Höhepunkt einer zweijährigen Dortmunder Machtdemonstration, während der die Borussia zwei souveräne Meistertitel und eben jenen Pokalsieg feierte.

Vieles deutete darauf hin, dass Borussia Dortmund auf Jahre hinweg der große sportliche Konkurrent der Bayern sein würde. Doch das Imperium schlug zurück.

Mit Mario Götze, Robert Lewandowski und Mats Hummels kauften die Bayern dem BVB in den Folgejahren die besten Spieler weg. „Dass so etwas kommen würde, war klar“, sagt Watzke dem WDR: „Das hatte ich schon in der Nacht nach dem Pokalsieg gesagt.“

„Da hatten wir keine Chance“

Der Geschäftsführer von Borussia Dortmund weiter: „Unser Problem war, dass wir noch nicht mal sechs Jahre aus dieser Gläubigerverwaltung raus waren. Viele Dinge, die wir heute lösen könnten, konnten wir damals noch nicht lösen.“

Das heißt: „Wenn ein Angebot für einen Topspieler von uns kam, dann hatten wir keine Chance. Heute haben wir zumindest die Chance zu überlegen: Wie viel ist dir das wert? Aber damals lag der Unterschied zwischen dem, was der Topspieler bei uns verdient, und was er bei einem internationalen Topclub verdient, bei rund 300 Prozent. Das war nicht zu überbrücken.“

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„Mannschaft gab sich nicht die Zeit“

Was Watzke ebenfalls bedauert: „Leider gab die Mannschaft sich auch nicht die nötige Zeit. Mit der Mannschaft von 2012/13 wären wir auf lange Sicht ganz vorne in Europa gewesen. Mit Robert Lewandowski, Mario Götze in Topform, mit Ilkay Gündogan. Aber so ist es eben im Fußball. Da muss man auch nicht hinterher jammern.“

Auch in dieser Saison macht Borussia Dortmund noch nicht den Eindruck, als könne der BVB die Bayern langfristig ärgern. Watzke ist optimistischer: „Wir stehen sicher noch nicht da, wo wir gerne stehen würden. Aber es ist auch nicht so schlecht, wie oft gesagt wird. Fußball ist ein Ergebnis-Sport. Und was die Ergebnisse angeht: Wir stehen einen Punkt hinter den Bayern.“ (dhe)

 
 

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