Borussia Dortmund: ARD-Bericht bringt Fans auf die Palme – „Rufschädigend!“

Fans von Borussia Dortmund sind von der Berichterstattung von „ttt“ alles andere als begeistert. (Archivbild)
Fans von Borussia Dortmund sind von der Berichterstattung von „ttt“ alles andere als begeistert. (Archivbild)
Foto: firo

Die Südtribüne von Borussia Dortmund ist weltbekannt – auch wegen der guten Stimmung.

„Das Erste“ widmete ihr in der Sendung „titel, thesen, temperamente“ jetzt sogar einen eigenen Beitrag. Der handelte jedoch keineswegs von der Unterstützung der Fans für die Mannschaft von Borussia Dortmund, sondern von einem Problem.

“Der Ballspielverein Borussia Dortmund in der Bundesliga hat Sonntag für Sonntag Rechtsextreme und Antisemiten als ungebetenen Beifang in den Fan-Reihen“, beginnt Max Moor seine Moderation.

Borussia Dortmund engagiert sich gegen das Vergessen

Weiter sagt er: “Und das ist mehr als nur ein Image-Problem des Sponsors, weil der Hauptsponsor seinerseits ein Nazi-Problem in der Vergangenheit hat.“

Das Chemie-Unternehmen „Evonik“ aus Essen sponsert den BVB seit fast 13 Jahren. Die Firma ging aus „Degussa“ und „IG Farben“ hervor, die tief in Nazi-Verbrechen verstrickt waren, sie betrieben Zwangsarbeitslager und stellten zudem Zyklon B her. Bei diesem Stoff handelt es sich um das Gift, das beim industriellen Massenmord von Juden in Konzentrationslagern verwendet wurden.

In dem TV-Beitrag beleuchtet „Das Erste“ das Engagement sowohl des Sponsors als auch des Vereins „gegen das Vergessen“. Denn: „Fakt ist, dass es keinen Erstligisten gibt, der in der Stadt, in der er angesiedelt ist, so ein Rechtsextremismusproblem hat“, wie Markus Langer von der Markenkommunikation von „Evonik“ sagt.

Borussia Dortmund: „Rechtsextremismus ist nicht nur ein Problem der Stadt Dortmund“

Und auch Daniel Löcher, Leiter des Fan- und Jugendhauses des BVB, weiß: Rechtsextremismus ist nicht nur ein Problem der Stadt Dortmund, sondern auch der Borussia: „Der BVB ist ein Teil der Stadt, deshalb gibt es natürlich auch rechte Fans.“

Der Verein organisiert daher seit acht Jahren Bildungsreisen nach Auschwitz. „ttt“ stellt in dem über fünfminütigen Beitrag die Frage: „Ist das Kulturprogramm nur ein Feigenblatt für den Verein, für 'Evonik'? Andererseits wer, wenn nicht Bundesligavereine und Großkonzerne, steht heute in der gesellschaftlichen Verantwortung, Position gegen rechts zu beziehen und an die Vergangenheit zu erinnern?“

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Fans sind sauer auf „Das Erste“

Die Fans von Borussia Dortmund finden den Beitrag alles andere als gelungen, werfen der ARD vor, die Anhängerschaft des BVB einseitig zu beleuchten. Eine Auswahl der Kommentare bei Twitter und in der Mediathek von „Das Erste“:

  • „Liebe Redaktion von ttt und ARD, es gibt sicherlich Rechtsextreme in der Dortmunder Fanszene, aber wie kommen sie darauf, dass wöchentlich hunderte Nazis zu Spielen des BVB gehen?“
  • „Zigtausende Nicht-Neonazis besuchen die Spiele des BVB. Ach blöd. Darüber lohnt nicht zu berichten. Hat jemand in der Redaktion von ttt eigentlich die Neonazis gezählt? Gibt es Listen, die man einsehen könnte, die die Behauptung untermauern?“
  • „Haben Dortmund und der BVB ein Nazi Problem? Ja! Reden wir da von 'Hunderten' wie der Beitrag? Nein! Wir reden hier von höchstens 50 aktiven Nazis im Umkreis von Dorstfeld, dazu kommen dann noch Unterstützer die aber nicht wirklich aktiv mitwirken. Ähnlich ist die Situation im Westfalenstadion. Gibt es Nazis auf der Süd? Leider ja, aber da reden wir über maximal 120 von fast 25.000...“

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Fanpage kritisiert Darstellung der Fans im ttt-Beitrag

Auch die Fanpage „schwatzgelb“ kritisiert den Beitrag. Er sei „eine rufschädigende Zusammenfassung von Bemühungen Borussia Dortmunds, ihres Hauptsponsors Evonik sowie der BVB-Fans selbst im Umgang mit Rechtsextremen in den eigenen Reihen.“

Der Bericht stehe „im Licht Hunderter rechtsextremer und antisemitischer Fans, die Woche für Woche in den Fanblöcken der Bundesliga ihr Unwesen treiben.“

Und: „Blöd nur: 'Hunderte Rechtsextreme und Antisemiten' hat der BVB gar nicht 'im Schlepptau' – und das schon gar nicht auf wöchentlicher Basis! Dies wird schnell feststellen, wer sich einmal die Mühe macht, das Stadion zu einem Heimspiel zu besuchen oder Fans zu einem Auswärtsspiel zu begleiten. Oder jemanden zu fragen, der das zumindest gelegentlich tut.“

Den Beitrag von „titel, thesen. temperamente“ kannst du hier anschauen.

 
 

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