Dortmund

Borussia Dortmund: Anwälte der verurteilten BVB-Fans verstehen die Welt nicht mehr: „Ein Verfahren, das seinesgleichen sucht“

Fans von Borussia Dortmund wurden zu Geldstrafen verurteilt, weil die BVB-Fans den Hoffenheimer Mäzen Dietmar Hopp beleidigt haben sollen.
Fans von Borussia Dortmund wurden zu Geldstrafen verurteilt, weil die BVB-Fans den Hoffenheimer Mäzen Dietmar Hopp beleidigt haben sollen.
Foto: imago/Sven Simon

Dortmund. Fans von Borussia Dortmund sind unter der Woche vor dem Amtsgericht Sinsheim zu einer saftigen Geldstrafe verurteilt worden.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die drei BVB-Fans bei einem Auswärtsspiel von Borussia Dortmund am 12. Mai 2018 in Hoffenheim den Mäzen der TSG 1899 als „Sohn einer Hure“ und „Hurensohn“ bezeichnet haben.

Die Verteidiger der BVB-Fans und die Fanhilfe Dortmund erheben jetzt schwere Vorwürfe gegen den Verlauf des Verfahrens. Das berichten die „Ruhr Nachrichten“.

Fans von Borussia Dortmund verurteilt: „Kein faires Verfahren“

Demnach soll das Gericht sämtliche Anträge der Verteidigung abgelehnt haben. „Das war ein Verfahren, das seinesgleichen sucht, was die Nichtbeachtung von Rechten im deutschen Prozessrecht angeht“, zitiert die Zeitung den Verteidiger Stefan Witte.

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Ähnlich sieht es die Fanhilfe Dortmund, deren Mitglieder in erster Instanz zu der empfindlichen Geldstrafe verurteilt wurden: „Mit den Argumenten der Verteidigung wurde sich ebenso wenig inhaltlich auseinandergesetzt wie mit den gestellten Anträgen. Ein faires Verfahren war zu keinem Zeitpunkt gewährleistet!“, heißt es in einem Statement.

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Details der Beweisführung lassen aufhorchen

Bemerkenswert aus Sicht des Rechtsanwalts Andreas Hüttl sei auch, dass Dietmar Hopp als Geschädigter und Kläger nicht vorgeladen werden konnte. Der Grund nach Angaben des zweiten von drei Verteidigern der BVB-Fans: Der Rechtsanwalt des Milliardärs habe eine falsche Adresse angegeben.

Daraufhin habe Hüttl den Hoffenheim-Mäzen persönlich in seinem Golf-Club aufgesucht. Dort habe er ein „freundliches Gespräch“ mit Dietmar Hopp geführt. „Im Ergebnis möchte er aber nicht als Zeuge aussagen und wird daher auch auf unsere freundliche persönliche Einladung, seine Sicht der Dinge nicht vor dem Amtsgericht Sinsheim bekunden“, teilt der Rechtsanwalt via Twitter mit.

BVB-Fans gehen in Revision

Sein Fazit: „Das ganze Geschehen hat nur einen einzigen Zweck: Dem Angeklagten soll es so schwer wie möglich gemacht werden, sein Recht zu suchen!“

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Die drei BVB-Fans wollen nun in Revision gehen. Im Gegensatz zu zwei anderen Anhängern von Borussia Dortmund, die nicht vorbelastet sind. Die hätten nach Angaben der „Ruhr Nachrichten“ gleich zu Prozessbeginn ihre Geldstrafen in Höhe von 400 beziehungsweise 600 Euro akzeptiert. (ak)

 
 

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