Boateng-Wechsel zu Schalke überrascht BVB-Trainer Klopp

Sebastian Weßling
Da waren sie noch im gleichen Team: BVB-Coach Jürgen Klopp (li.) mit Kevin-Prince Boateng.
Da waren sie noch im gleichen Team: BVB-Coach Jürgen Klopp (li.) mit Kevin-Prince Boateng.
Foto: Thomas Nitsche
Der Wechsel von Kevin-Prince Boateng zu Schalke 04 hat nicht nur Beobachter überrascht, sondern auch BVB-Trainer Jürgen Klopp. Der wurde von dem Wechsel kalt erwischt - obwohl der Kontakt zum EX-Dortmunder eigentlich nie ganz abgerissen ist. Doch seit dem Vormittag herrscht Funkstille.

Dortmund. Jürgen Klopp drehte die Rollen kurzerhand um: Normalerweise wird der Trainer von Borussia Dortmund während der Pressekonferenzen von den Journalisten befragt, jetzt aber wollte er dringend etwas wissen: „Stimmt das eigentlich, dass Boateng zu Schalke geht, oder ist das eine Ente?“

Denn der Wechsel des früheren BVB-Profis zum Revierrivalen Schalke 04 hatte Klopp gehörig überrascht. „Ich dachte eigentlich, wir hätten Kontakt.“ Am Vormittag erst hatte der BVB-Coach dem Mittelfeldspieler eine SMS geschrieben, mit nur einem Wort: Schalke? „Und acht Fragezeichen“, sagt Klopp. „Aber da kam keine Antwort.“

BVB war nicht an Boateng interessiert

Zwei Fragen stellten sich dem BVB-Trainer: „Wo nimmt Schalke die Kohle her?“ – ein Scherz, wie später mehrfach betont wurde – und: „Warum, Kevin? Das ist... das war doch ein guter Typ, bis heute morgen.“ Erst am Mittwochabend hatte Boateng beim 3:0-Sieg in den Champions-League-Playoffs gegen den PSV Eindhoven zwei Tore geschossen. „Ich finde, er sah glücklich aus, als er die Tore bejubelt hat“, sagt Klopp. „Aber vielleicht war ihm die Champions-League-Gruppe mit Barcelona zu stark. Da brauchte er eine andere. Und dann ist die Wahl eigentlich nicht schlecht gewesen.“

Die Chance auf Arsenal London, Olympique Marseille und den SSC Neapel als Gegner - also die Dortmunder Gruppe - gab es für Boateng nicht. Die Frage, ob der BVB im Sommer über eine Rückholaktion des ghanaischen Nationalspielers nachgedacht habe, beantwortet Klopp ganz gegen seine Art kurz und bündig - mit nein.