5:0! BVB fertigt Wolfsberg ab - Mkhitaryan trifft dreimal

Daniel Berg
Jubel hoch fünf. Borussia Dortmund feiert einen Kantersieg gegen Wolfsberg und zieht in die Playoffs der Europa League ein.
Jubel hoch fünf. Borussia Dortmund feiert einen Kantersieg gegen Wolfsberg und zieht in die Playoffs der Europa League ein.
Foto: dpa
Trainer Thomas Tuchel hat beim BVB ein umjubeltes Heimdebüt gefeiert. Angeführt vom überragenden Dreifach-Torschützen Henrikh Mkhitaryan fertigte der BVB den Wolfsberger AC mit 5:0 ab.

Dortmund. Am Ende wurde es doch noch eine kleine Party. Was man so klein nennt in Dortmund. 65.190 Zuschauer feierten sich, einen flutlichtbeschienenen Abend auf europäischer Bühne - ganz gleich, dass es die kleine Bühne war - und natürlich den dann doch noch souveränen und deutlichen 5:0-Sieg der Fußballer von Borussia Dortmund gegen den österreichischen Erstligisten Wolfsberger AC. Nach dem 1:0-Sieg im Hinspiel erreicht der BVB damit die finale Qualifikationsrunde für die Europa League. Die Auslosung der Play-off-Duelle findet am heutigen Freitag statt, die Spiele am 20. und 27. August. Donnerstags - das soll der Tag werden, an dem der BVB in dieser Saison gefeierte Auftritte hinlegt.

Die Kulisse macht Eindruck - auch auf Thomas Tuchel

Über den Rahmen dieses Spiels war ja durchaus vorher auf beiden Seiten diskutiert worden. Nie besuchten irgendwo mehr Menschen ein Qualifikationsspiel für die Europa League. Etwa die Hälfte der Menschen findet sich im Stadion des Gastes ein - in einer ganzen Saison. Die Kulisse machte aber nicht nur auf den Gast Eindruck, sondern auch auf Dortmunds neuen Trainer, der seine Pflichtspielpremiere im heimischen Stadion feierte. "Ich bin glücklich, das erstmals als Heimtrainer zu erleben", sagte er, "es fühlt sich gut an." Doch das gute Gefühl verflüchtigte sich während der ersten Halbzeit ein wenig.

Zur Halbzeit noch hatte es sogar noch ein beachtliches Pfeifkonzert der Zuschauer gegeben. Es galt jedoch nicht dem Dortmunder Auftritt, sondern Schiedsrichter Marius Avram, der die Dortmunder Fans gegen sich aufbrachte, als er erst einen recht deutlichen Foulelfmeter an Marco Reus übersah (40.) und dann das vermeintliche 1:0 durch Shinji Kagawa abpfiff (41.), weil Pierre-Emerick Aubameyang dabei aus einer Abseitsposition heraus einen Gegenspieler behinderte.

Aubameyang ließ die beste Gelegenheit aus

Der BVB hätte aber durchaus auch ohne die Mithilfe des Schiedsrichters ein paar Törchen erzielen können, aber das ist ja durchaus ein bekanntes Krankheitsbild im schwarz-gelben Fußball-Organismus. Nach 20, vielleicht 30 ideenarmen Minuten, raffte sich die Borussia bis zur Pause zu einigen guten Aktionen auf, die jedoch alle zunächst ohne Auswirkung auf das Ergebnis blieben.

Reus beendete erst ein Solo mit einem satten Schuss, doch Torwart Andreas Kofler parierte mit Mühe (23.), später kam der Nationalspieler zehn Meter vor dem gegnerischen Tor relativ unbedrängt zum Schuss, doch dieser wurde noch abgeblockt (38.). Ganz ähnlich erging es Shinji Kagawa ein paar Minuten zuvor. Die beste Gelegenheit ließ allerdings Aubameyang aus, der nach einer Flanke von Marcel Schmelzer aus fünf Metern den Wolfsberger Keeper anköpfte (26.).

Nach der Pause blühte Mkhitaryan auf

Erst nach der Pause konnten auch beim letzten Pessimisten die Sorgen und Zweifel am Weiterkommen vertrieben werden. Nach einem genauen Querpass von Henrikh Mkhitaryan tauchte Reus allein vor dem Tor auf und setzte den Ball überlegt in die lange Ecke. Drei Minuten waren da in der zweiten Halbzeit gespielt. Und während die überforderten Gäste Kräfte ließen, spielte der BVB weiter nach vorn - und bot sogar etwas fürs Auge. Einen feinen Steilpass von Ilkay Gündogan lupfte Aubameyang mit Gefühl am Torwart vorbei. 2:0 nach 64 Minuten.

Neun Minuten später legte Mkhitaryan mit einem Schuss aus 20 Metern den dritten Treffer nach. Und weil er gerade so schön in Fahrt war, dribbelte sich der manchmal verkopfte Armenier erneut in den Strafraum und zimmerte den Ball in die kurze Ecke (82.). Dann schoss er erneut aus 20 Metern aufs Tor. Wieder drin. Drei Treffer in 13 Minuten. Henrikh Mkhitaryan blühte plötzlich auf.

Vielleicht war das Spiel genau dafür gut. Thomas Tuchel jedenfalls jubelte an der Seitenlinie, als wären dies die wichtigsten Tore gewesen. Da war es spätestens zurück, das gute Gefühl beim Trainer.