BVB-Stars Götze und Hummels melden sich fit fürs Finale

Mats Hummels kann im Champions-League-Finale gegen den FC Bayern für den BVB auflaufen.
Mats Hummels kann im Champions-League-Finale gegen den FC Bayern für den BVB auflaufen.
Foto: Federico Gambarini / dpa
Borussia Dortmund verlor am letzten Bundesliga-Spieltag die Generalprobe für das Champions-League-Finale und ermöglichte 1899 Hoffenheim den Gang in die Relegation. Wichtig ist für BVB-Trainer Jürgen Klopp nur: Seine Schäfchen sind fit für die Wiese von Wembley.

Dortmund. In seinen mehr als zehn Jahren bei Borussia Dortmund muss sich Roman Weidenfeller intime Kenntnisse über die logistischen Möglichkeiten im heimischen Stadion angeeignet haben. Nur so ist es zu erklären, dass er am Samstag urplötzlich aus einem von der offiziellen Interviewzone weit entfernten Fahrstuhl treten und begleitet von Rollköfferchen und Gefährtin den Journalisten entkommen konnte. Für die wenigen, die zufällig auch schon auf dem Weg zum Parkplatz waren, hinterließ der Torhüter aber noch einen knappen Satz, der nach der 1:2-Niederlage gegen die TSG Hoffenheim die Stimmung im schwarzgelben Kollektiv sauber zusammenfasste: „Es gibt bessere Tage.“

24 Saisontore reichen BVB-Torjäger Robert Lewandowski nicht - Kanone für Kießling

Anschließend lag Pfingsten an, und es kamen erleichternde Erkenntnisse über die Dortmunder. Es war ihnen schließlich nichts passiert an diesem letzten Spieltag der Bundesliga, nichts, was die Vorbereitung auf das wirklich wichtige Ereignis, auf das Königsklassen-Finale von Wembley, trüben konnte. Entspannt hatte die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp Harmlos Hoffenheim 75 Minuten lang hergespielt. Dass Robert Lewandowski in Minute sechs mit seinem 24. Saisontreffer das 1:0 erzielte und sich nicht später auch noch die Torjägerkanone sicherte: Es ließ sich auf die Konzentrationsmängel zurückführen, die sich einstellen, wenn Hochbegabte nicht genug gefordert werden.

Ebenso wie alle weiteren Entwicklungen, die für das Milliardärstrüppchen aus dem Kraichgau und Fortuna Düsseldorf mit Dramatik aufgeladen waren – aber nicht für die Borussia. Mats Hummels foult in der 76. Minute Kevin Volland. Elfmeter. Sejad Salihovic verwandelt. 1:1. In der 82. Minute fällt Weidenfeller Sven Schipplock. Wieder Elfmeter. Rot für den Torhüter. Klopp hat das Wechselkontingent ausgeschöpft. Kevin Großkreutz übernimmt. Salihovic schießt wieder. 2:1. Und in der Nachspielzeit erkennt Schiedsrichter Jochen Drees auch noch einen Treffer von Marcel Schmelzer wegen einer Abseitsstellung von Lewandowski nicht an, der zum 2:2 geführt, der Hoffenheim in die zweite Liga katapultiert und Düsseldorf die Relegationspartien gegen Lautern gesichert hätte.

Großkreutz, der Mann für alle Fälle

Großkreutz, der Borusse, der jetzt inklusive Zuschauerplatz alle Positionen im Stadion ausprobiert hat, meinte in der Aufarbeitungsphase unter anderem: „Ich dachte, ich kann den Elfmeter halten.“ Für Klopp dürfte jedoch entscheidend gewesen sein: Trotz der Salihovic-Gemeinheit, in die Mitte der Zielscheibe zu ballern, blieb der Kevin unverletzt. Wenn es Samstag gegen den FC Bayern mit seinem luxuriösen Ensemble geht, wird eben die ganze Herde gebraucht. „Die Schäfchen zählen, gucken, dass wir alle fit kriegen, nach London fliegen und unser Champions-League-Gesicht zeigen“, erläuterte der Trainer deshalb die weitere Vorgehensweise.

Beim Zählen sieht es gut aus. Hummels, der sich beim Volland-Foulen weh getan hatte, leidet nur an einer Dehnung des Außenbandes im Sprunggelenk und ist „guter Dinge“, weil Teamarzt Markus Braun an Pfingsten die frohe Botschaft verkündete, ein Einsatz in London sei „absolut realistisch“. Mario Götze, der sich im Halbfinale bei Real Madrid einen Muskelfaserriss zugezogen hatte, gab bekannt, dass er sich „viel besser“ und mit der Bereitschaft frisch aufgepumpt fühle, dem FCB trotz seines anstehenden Wechsels die Saisonbilanz zu vermiesen: „Ein Sieg im Finale in meinem letzten Spiel für den BVB wäre das Größte für mich.“

Owomoyela verabschiedet sich

Vielleicht wird er dann sogar mit so viel Herz vom Publikum verabschiedet wie der in den vergangenen Jahren wegen zahlreicher Verletzungen kaum mit Rasen in Kontakt getretene Patrick Owomoyela vor der Hoffenheim-Begegnung. Oder zumindest: mit ein bisschen Herz.

 
 

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