BVB scheitert an Schalke-Torwart Fährmann - 0:0 im Derby

Frank Lamers
Komm in meine Arme: Schalke-Trainer Jens Keller bedankt sich bei Torwart Ralf Fährmann.
Komm in meine Arme: Schalke-Trainer Jens Keller bedankt sich bei Torwart Ralf Fährmann.
Foto: Ina Fassbender / Reuters
Das 144. Revierderby zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 lieferte feurigen Fußball - das Ergebnis war ein fades 0:0. Schwarzgelb und Königsblau liefern sich weiter ein ganz spezielles Rennen um die Plätze, die zur Teilnahme an der Champions League berechtigen.

Dortmund. Dieses 144. Revierderby, das 84. in der Bundesligageschichte, war mit allem gewürzt, was die Fußballküche hergibt. Dass das Ergebnis fad wirkt, es liegt daran, dass Borussia Dortmund die Chancenvernichtungsmaschine angeworfen hatte und Schalke sich tapfer gegen die Attacken stemmte. Mit einem Remis, mit einem 0:0, trennten sich also die im Unfrieden koexistierenden Nachbarn.

Alles bleibt, wie es war. Der FC Bayern hat die Meisterschaft. Schwarzgelb und Königsblau, der Tabellenzweite und der nur einen Punkt entfernte Tabellendritte, liefern sich weiterhin ein ganz spezielles Rennen um die Plätze, die zur Teilnahme an der Champions League berechtigen.

Die Chancenhoheit lag beim BVB

Schon die Voraussetzungen, unter denen dieses Duell der heißesten Anwärter auf den Titel „Best of the Rest” ausgetragen wurde, waren speziell. Beide Klubs sind nicht dicht, aber am nächsten dran an den Über-Bayern. Und doch hatte BVB-Trainer Jürgen Klopp im Vorfeld ausgemacht, dass „die Verletzten auch ihr eigenes Derby spielen” könnten. Es wäre eine Partie fünf gegen zehn geworden. Fünf unbedingte Stammakteure fehlten auch der Seite der Borussia, zehn Akteure, die allesamt zumindest dem inneren Zirkel angehören, konnten beim Gast mit der kurzen Anreise nicht mitwirken. Klopp-Kollege Jens Keller bot also zu Beginn fast zwangläufig die gleiche Elf auf wie am Wochenende beim 3:1 gegen Eintracht Braunschweig. Der BVB-Trainer dagegen erlaubte sich Luxus. Er wechselte und brachte im Vergleich zum 3:0 in Hannover Sebastian Kehl und Marco Reus von Beginn an.

Kevin Großkreutz übernahm die rechte Offensivflanke, Reus die linke. Und nach sechs Minuten bereitete er von dort aus die erste Chance für den BVB vor. Robert Lewandowski allerdings köpfte links vorbei. Der Auftakt eines Schusswettbewerbs auf die königsblaue Scheibe jedoch war das nicht. Die Abtastphase ließen die Kontrahenten ganz aus. Es ging sofort rasant los, mit mutig hoch attackierenden Schalkern. In Minute vier hatten sie ihre erste Möglichkeit. Roman Neustädter passte auf Sead Kolasinac. Der Linksverteidiger bugsierte den Ball in vorderster linker Front zu Klaas-Jan Huntelaar. Drüber.

BVB-Torwart Weidenfeller partierte souverän einen Kopfball von Neustädter

Die Chancenhoheit in Halbzeit eins hatte aber die Borussia. In Minute sieben bediente Lewandowski mit einem feinen Heber Henrikh Mkhitaryan. Der legte Großkreutz mit dem Kopf vor. Doch Ralf Fährmann war im Tor auf dem Posten. So wie in Minute 31 bei einem Versuch aus der Distanz von Mkhitaryan. So wie in der 45. Minute, als Reus sich darum bemühte, den Pausengang für seine Mannschaft angenehmer zu gestalten als für den Gegner. Es blieb allerdings bei diesem 0:0, das wegen des Arbeitseinsatzes der Schalker dem Spielverlauf nicht widersprach, der nur von Ruppigkeiten unterbrochen wurde. Reus sah von Schiedsrichter Florian Meyer Gelb nach Foul an Kaan Ayhan. Julian Draxler sah Gelb nach Foul an Großkreutz. Joel Matip stieg zweimal knackhart gegen Lewandowski ein. Das blieb ungeahndet. Nicht allein, weil knapp vor Wiederanpfiff eine Umarmung der Trainer zu beobachten war, gilt aber: Es hielt sich alles noch im grünen Bereich auf.

Es war in Runde eins wie in Runde zwei nur ein extrem intensives Fußballspiel. In Minute 57 zog Meyer wieder eine Karte, wieder die Gelbe, diesmal für Mats Hummels nach dem Bremsen von Max Meyer mit unlauteren Mitteln. Draxler führte den Freistoß aus, brachte den Ball auf den Kopf von Neustädter. Doch Roman Weidenfeller parierte souverän. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits einige Dortmunder Angriffswellen über Schalke hinweg gerollt, ohne Schäden zu hinterlassen. Die Wellen rollten aber. Stark wie ein Orkan, am Ende oft Flaute. Lewandowski vergab in Minute 68. Reus scheiterte in Minute 70 an Fährmann. Mkhitaryan zog aus bester Position drei Minuten später links vorbei. Und so weiter. Nichts sollte sein als feuriger Fußball – und ein fades 0:0.