FC Bayern München: Neuer Ärger nach CL-Sieg – Rummenigge hält Wutrede

Bayern Münchens Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge war mit dem 3:2-Sieg in der Champions League nicht zufrieden.
Bayern Münchens Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge war mit dem 3:2-Sieg in der Champions League nicht zufrieden.
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München. Auch nach dem Champions-League-Sieg gegen Olympiakos Piräus kehrt beim deutschen Rekordmeister FC Bayern München keine rechte Ruhe ein. Zu knapp, zu dünn, war der 3:2-Sieg beim krassen Außenseiter. Die Nerven, sie liegen blank beim FC Bayern.

Beim traditionellen Bankett nach dem Spiel wurde Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge deutlich: „Ich glaube nicht, dass die Leistung, die wir heute Abend gebracht haben, uns am Ende des Tages in diesem Jahr große Erfolge bescheren wird, wenn wir nicht die Kurve langsam kriegen.“ Bayern spiele zu sorglos, so Rummenigge: „Ich glaube, wir haben jetzt zum sechsten, siebten Mal zwei Tore wieder reingekriegt.“

Gleichzeitig gab der Vorstandschef sich optimistisch: „Wir haben das große Glück, dass wir bei dem Schwächeln, das wir in den letzten Spielen hatten, nach wie vor nur einen Punkt Rückstand auf die Tabellenspitze haben. Am Samstag haben wir vielleicht wieder die Chance, Tabellenführer zu werden. Das ist der Anspruch von Bayern München.“

FC Bayern München: Manuel Neuer genervt

Auch Keeper Manuel Neuer zeigte sich nach dem Zittersieg genervt. Ihn stören die vielen Gegentore, die die Bayern in letzter Zeit kassieren. „Das Problem ist, wir müssen immer drei Tore schießen, um zu gewinnen. Es ist natürlich ärgerlich, dass wir schon wieder zwei Tore kassiert haben“, sagte er bei „Sky“

In den letzten vier Pflichtspielen musste der Torhüter immer zweimal hinter sich greifen: Auch gegen Augsburg, Hoffenheim und selbst beim 7:2 gegen Tottenham Hotspur.

Bayern München erlebt schwierige Wochen

Es sind schwierige Wochen für den erfolgsverwöhnten FC Bayern München. So lässt etwa der Ärger um Thomas Müller dem Verein seit Wochen keine Ruhe. Trainer Niko Kovac hatte die Bayern-Legende vor dem Spiel gegen die TSG Hoffenheim mit einer unglücklichen Aussage degradiert, als er sagte: „Thomas macht seine Sache sehr gut, wenn er auf den Platz kommt. Mal sehen, was die Saison bringt.“

Der Aufschrei unter den Fans war groß, sogar Wechselgerüchte des eigentlich mit dem FC Bayern München fest verbundenen Müller machten die Runde. Am Wochenende musste Kovac öffentlichkeitswirksam zurückrudern. Trotzdem setzte er Müller gegen den FC Augsburg zu Beginn auf die Bank.

Bayern München: Kovac bleibt hart

Kovac gab sich trotz der öffentlichen Kritik hart – ein weiterer Konflikt zwischen Müller und ihm scheint nur eine Frage der Zeit. Laut „Bild“ verstehen aber auch viele Bayern-Profis den harten Kurs gegen Müller nicht. Und öffentliche Unterstützung der Bayern-Bosse bleibt bisher aus.

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Im Gegenteil: Uli Hoeneß mischte sich nun sogar in die Aufstellung der Mannschaft ein. In Bezug auf die Verletzung von Niklas Süle sagte Hoeneß vor dem Abflug des FC Bayern zum Champions-League-Spiel bei Olympiakos Piräus: „Die Abwehrproblematik wird sich demnächst erledigen, wenn Javi Martínez auf der Sechs spielt.“

Niko Kovac weist Uli Hoeneß zurecht

Kovac ließ sich das aber nicht bieten und grätschte auf der Pressekonferenz vor dem Spiel direkt öffentlich dazwischen: „Ich stelle die Mannschaft auf. Ich arbeite täglich mit ihr.“

Anschließend versuchte Kovac aber, die Wogen ein wenig zu glätten: „Letzten Endes hat der Präsident niemanden gefordert. Sondern ich habe Javi Martínez gegen Augsburg gebracht und das war alleine meine Entscheidung. Ich tausche mich regelmäßig mit dem Uli aus. Da muss man jetzt nicht viel reininterpretieren.“

Lothar Matthäus mischt sich ein

Der Bayern-Trainer befindet sich aber längst in einer fast unlösbaren Situation. Er muss sich Respekt verschaffen und darf gleichzeitig nicht das Vertrauen der Bayern-Bosse verspielen. Ein schwieriger Balance-Akt.

Bayern-Legende Lothar Matthäus attestierte Kovac in seiner Sky-Kolumne nun Fehler. Der Umgang mit der Personalie Thomas Müller lasse „Fingerspitzengefühl vermissen“, so der deutsche Rekordnationalspieler. Und weiter: „Kovac weiß selbst, dass seine Aussage vor zwei Wochen unglücklich war. Ich hätte es am Wochenende anders gemacht und Müller nach fünf Spielen auf der Bank und der Länderspielpause in Augsburg aufgestellt. Das hätte jeder verstanden.“ Für Konsequenzen sei es aber zu früh, so Matthäus. Man müsse Kovac noch Zeit geben.

Rummenigge schweigt

Und dann stottert auch noch der bayerische Erfolgsmotor in der Bundesliga. Nach einem mageren 2:2-Unentschieden gegen den Abstiegskandidaten FC Augsburg steht der Rekordmeister „nur“ auf Platz drei.

Völlig unklar ist aktuell, wie der mächtige Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge zu den aktuellen Zwistigkeiten steht. Den Journalisten gegenüber sagte der 54-Jährige lediglich, er habe ein Schweigegelübde abgelegt.

Bild von Uli Hoeneß bringt Situation auf den Punkt

Ein Bild von Uli Hoeneß aus der Mixed Zone bringt die Situation des FC Bayern München dann auch auf den Punkt. Geschossen hat es Sport-1-Reporter Stefan Kumberger.

Es zeigt Hoeneß, den großen Bayern-Patriarchen, mit rot-weißem Schal in der Mixed Zone. Das Gesicht des 67-Jährigen platzt fast vor Wut, als er in die Bayern-Kabine geht. Nichts mehr ist zu sehen vom gut aufgelegten Hoeneß, der vergangene Saison eine hart erkämpfte Meisterschaft gegen den BVB feierte.

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Das ist die Tabelle nach dem 8.Spieltag:

  1. Borussia Mönchengladbach
  2. VfL Wolfsburg
  3. Bayern München
  4. Borussia Dortmund
  5. RB Leipzig
  6. SC Freiburg
  7. Schalke 04
  8. Eintracht Frankfurt
  9. Bayer Leverkusen
  10. Hertha BSC
  11. TSG Hoffenheim
  12. Werder Bremen
  13. Fortuna Düsseldorf
  14. Union Berlin
  15. 1. FC Köln
  16. FC Augsburg
  17. Mainz 05
  18. SC Paderborn

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Im November hört Hoeneß als Präsident auf, ist dann erstmals seit 1979 nicht mehr offiziell in Diensten des FC Bayern. Wie es danach weitergeht, ist völlig unklar. Und auch, wie Hoeneß sich verhalten wird. Zuletzt trat der Bayern-Macher eher häufiger als seltener mit öffentlichen Aussagen in Erscheinung.

Hoeneß schaltet sich in „Torwart-Streit“ ein

Ende Oktober etwa schaltete er sich wortgewaltig in den „Torwart-Streit“ zwischen Manuel Neuer und Marc-André ter Stegen ein.

Hoeneß drohte sogar damit, keine Bayern-Spieler mehr zur Nationalmannschaft abzustellen, sollte Löw ter Stegen zur Nummer eins machen. Später entschuldigte Hoeneß sich für diese Aussage, „die er mit etwas Abstand heute nicht mehr so machen würde.“

 
 

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