DFB-Spieler Amin Younes: „Habe den falschen Menschen vertraut“

Amin Younes steht aktuell beim SSC Neapel unter Vertrag.
Amin Younes steht aktuell beim SSC Neapel unter Vertrag.
Foto: dpa
  • Um Nationalspieler Amin Younes rankten sich zuletzt viele Gerüchte
  • Nun bricht der aktuell verletzte Profi des SSC Neapel sein Schweigen

Essen. Amin Younes hat sein monatelanges Schweigen in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur gebrochen.

Nach einer Transfer-Odyssee, in der der Fußball-Nationalspieler als "Vertragsbrecher" und "Arbeitsverweigerer" bezeichnet wurde, hat der Confed-Cup-Sieger nach eigener Aussage "die Dinge in mir geordnet".

"Ich übernehme dafür die Verantwortung", sagte der 25-Jährige. Er dementiert aber energisch, gegenüber seinem aktuellen Klub SSC Neapel im Januar und dem VfL Wolfsburg im Sommer vertragsbrüchig geworden zu sein. "Ich habe damals nirgendwo einen Vertrag unterschrieben", beteuert der gebürtige Düsseldorfer.

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Allerdings möchte er "nicht auf Mitleid machen. Ich bin für alles, was ich tue, selbst verantwortlich", sagt Younes, "Ich habe Fehler gemacht. Ich habe den falschen Menschen vertraut, war naiv. Das kreide ich mir an."

Wechsel bei Ajax Amsterdam angekündigt

Nach dem Confed-Cup 2017 hatte der frühere Profi von Borussia Mönchengladbach seinem Klub Ajax Amsterdam signalisiert, gehen zu wollen. Doch der niederländischen Rekordmeister stimmte einem Wechsel nicht zu. Younes, der sich vorher von seinem Berater getrennt hatte, wurde nach eigener Aussage zum "Spekulationsobjekt". Er betont: "Es war klar, dass ich im Sommer ablösefrei sein werde. Deshalb haben mir manche Leute Flöhe ins Ohr setzen wollen. "Und ich habe sie mir leider reinsetzen lassen."

Der erhoffte Wechsel nach Neapel im Winter platzte, obwohl Younes bereits den Medizincheck absolviert hatte und sich mit einem Napoli-Schal fotografieren ließ. "Ich wurde falsch beraten, die Kommunikation war schlecht", sagt Younes dazu. Dass er im Winter nicht zum italienischen Spitzenklub gewechselt sei, weil ihm Neapel nicht gefallen habe oder er von einem Mafioso auf der Straße angegangen worden sei, sei aber "völliger Quatsch".

Die Rückkehr nach Amsterdam gestaltete sich schwierig. "Und es hat sich dann so zugespitzt, dass ich mich zu dem größten Fehler habe hinreißen lassen." Beim Spiel gegen den SC Heerenveen im März verweigerte Younes in der Nachspielzeit die Einwechslung. "Da braucht man nicht drumherum zu reden", sagt der Offensivspieler: "Das war falsch, den Teamkollegen und dem Verein gegenüber. So etwas macht man nicht."

Gespräch mit Carlo Ancelotti

Nach einem klärenden Gespräch mit seinem neuen Berater Sahr Senesie und dem neuen Napoli-Trainer Carlo Ancelotti landete er im Sommer doch in Italien. Und das, obwohl er sich kurz zuvor bei Einheiten mit einem Privattrainer einen Achillessehnenriss zugezogen hatte. "Zum Glück hat er die Geschichten nicht alle geglaubt, sondern sich sein eigenes Bild gemacht», sagt Younes über Ancelotti: "Wenn er das Gefühl gehabt hätte, dass ich ein Problemfall wäre, hätte er mich sicher nicht gewollt."

Younes ist wieder im Lauftraining. Wann er spielen kann, ist noch offen. Doch er fühlt sich in Neapel wohl. Younes: "Ich habe das Gefühl, dass ich nach all den Irrungen und Wirrungen letztlich am richtigen Ort angekommen bin." (ddh)

 
 

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