6:2 - Bremen deklassiert VfB Stuttgart im Abstiegsgipfel

Wieder einmal Torschütze für Werder Bremen: Claudio Pizarro.
Wieder einmal Torschütze für Werder Bremen: Claudio Pizarro.
Foto: firo Sportphoto / Jürgen Fromme
Werder Bremen gewann den Abstiegsgipfel gegen Stuttgart mit 6:2. Werder kletterte auf den 15. Platz, Stuttgart fiel auf einen direkten Abstiegsplatz.

Bremen.. Der Abpfiff des ersten Bundesliga-Montagsspiels seit mehr als 16 Jahren wurde vom Jubel der Fans von Werder Bremen übertönt. Mit dem 6:2 (3:1)-Heimsieg über Stuttgart haben die Grün-Weißen jetzt den Klassenerhalt wieder selbst in der Hand, denn mit 34 Punkten belegen die Norddeutschen nun den ersten Nichtabstiegsplatz.

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hat wohl ein gutes Näschen. Der Abstiegsgipfel, den die Werder-Ikonen Claudio Pizarro und Fin Bartels entschieden, war dermaßen packend, dass er allerbeste Werbung für das Produkt Bundesliga war. Die erste reguläre Montagspartie im Fußball-Oberhaus wurde von der ersten Sekunde an wie ein K.o.-Spiel geführt – kein schlechtes Argument für die DFL, wenn ab der übernächsten Saison pro Spielzeit fünf Mal am Montag gespielt wird.

Ob Stuttgart dann noch dabei ist? Der VfB stürzte vom 15. Platz, den nun Werder belegt, auf den sicheren Abstiegsplatz 17. Symptomatisch für die Situation der Schwaben: Ein kurioses Eigentor brachte den VfB auf die Verliererstraße. Nach einem kapitalen Missverständnis mit Torwart Przemyslaw Tyton landete Federico Barbas Kopfball im eigenen Tor (34.). Es war das 2:1 für Bremen.

Zuvor hatte Bartels für Werder nach einem genialen Zuspiel von Pizarro zum 1:0 getroffen. Das 3:1 hatte der kurz zuvor eingewechselte Levin Öztunali nach einem Pass von Zlatko Junuzovic erzielt. Ähnlich in der Entstehung, aber unter anderen Vorzeichen, war der zwischenzeitliche Ausgleich durch Daniel Didavi gefallen (26.). Nur ein paar Hundert VfB-Fans bejubelten das erste VfB-Tor, denn der harte Kern der Stuttgarter Fans hatte das Montagsspiel boykottiert.

Sie hatten etwas verpasst, auch von ihrer Mannschaft. Denn es war nicht so, als hätten die Schwaben weniger Möglichkeiten bekommen als die Gastgeber. Erst traf Filip Kostic mit einer abgerutschten Flanke das Aluminium (17.), dann Martin Harnik, weil ihn der eigene Mitspieler Didavi bei dessen Kopfball (37.) behindert hatte – so schwer, dass Didavi ausgewechselt werden musste. Auch ohne ihren Spielmacher ging für die Mannschaft von Jürgen Kramny noch etwas. Werder hatte nach der Pause einen Gang herausgenommen, ausgerechnet Barba sorgte bei Stuttgart mit seinem Anschlusstor (53.) noch einmal für Hoffnung. Diese erstickte Pizarro mit seinem fulminanten Schuss zum 4:2 (64.). Nach dem 5:2 durch Bartels (80.) setzte der eingewechselte Ujah dann den Schlusspunkt zum 6:2-Sieg (80.). "Jedes einzelne Tor darf so nie passieren. Ich kann mir nicht erklären, wie wir die Tore so herschenken konnten", schimpfte VfB-Profi Daniel Schwaab.

Die meisten der 41 000 Zuschauer im Hexenkessel Weserstadion interessierte das nicht. Sie sangen den Klassiker „Oh, wie ist das schön“.

So spielen Werder Bremen und der VfB Stuttgart

Bremen: Wiedwald - Gebre Selassie, Vestergaard, Djilobodji, S. Garcia - Fritz, Grillitsch - S. Yatabaré (36. Öztunali), Junuzovic (88. Galvez), Bartels - Pizarro (83. Ujah). Trainer: Skripnik

Stuttgart: Tyton - Zimmermann, Niedermeier, Barba (62. Ristl), Insua - Schwaab - Maxim, Rupp (81. Kravets), Didavi (44. Werner), Kostic - Harnik. Trainer: Kramny

Schiedsrichter: Dr. Brych (München)

Tore: 1:0 Bartels (10.), 1:1 Didavi (26.), 2:1 Barba (34., Eigentor), 3:1 Öztunali (42.), 3:2 Barba (53.), 4:2 Pizarro (65.), 5:2 Bartels (80.), 6:2 Ujah (86.).

Der Live-Ticker zum Nachlesen:

Werder Bremen - VfB Stuttgart 6:2

 

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