Essen

Ex-Wattenscheider Keita-Ruel erfüllt sich Zweitliga-Traum

Krystian Wozniak
Daniel Keita-Ruel (l.), hier noch im Trikot von Fortuna Köln, spielt in der kommenden Saison für Greuther Fürth.
Daniel Keita-Ruel (l.), hier noch im Trikot von Fortuna Köln, spielt in der kommenden Saison für Greuther Fürth.

Essen. Was für ein Aufstieg: Vor vier Jahren noch im Gefängnis, letzte Saison in der 3. Liga – und ab dem 1. Juli in der 2. Bundesliga: Daniel Keita-Ruel hat am Freitag einen Zweijahresvertrag bei Greuther Fürth unterschrieben. Bis dahin war es ein verdammt harter Weg.

„Ich war noch ein kleiner dummer Junge mit den falschen Freunden. Es war der größte Fehler meines Lebens.“ Diesen Satz wiederholt der 28-Jährige ständig, wenn er auf seine dunkle Vergangenheit angesprochen wird.

Es war das Jahr 2011, als der ehemalige Jugendspieler von Borussia Mönchengladbach mit sieben Komplizen zwei Postfilialen und einen Baumarkt in Wuppertal überfiel. Die Beute: rund 100.000 Euro. Das Urteil nach dem Prozess im März 2013: Bewaffneter Raubüberfall, fünfeinhalb Jahre Gefängnis.

Keita-Ruel: „Ich habe wie ein Wahnsinniger trainiert"

44 Monate dieses Strafmaßes musste der in Wuppertal geborene Deutsch-Franzose im geschlossenen Vollzug absitzen. „Jede Minute, jede Sekunde habe ich an Fußball gedacht. Ich habe wie ein Wahnsinniger trainiert: bin gelaufen, war im Fitnessraum, so lange es ging. Ich habe mich auf meine Rückkehr vorbereite“, erzählt Keita-Ruel. Er ließ sich hinter Gittern nichts zu Schulden kommen. Lohn nach über drei Jahren: der offene Vollzug.

Oberligist Germania Ratingen gab dem früheren Stürmer des Wuppertaler SV eine zweite Chance. Keita-Ruel dankte mit 18 Toren in 50 Pflichtspielen. Es folgte der Wechsel nach Wattenscheid. An der Lohrheide konnte er sich mich 17 Treffern in 37 Partien für höhere Aufgaben empfehlen. Fortuna Köln klopfte an. Auch hier überzeugte „der Krieger“, wie ihn Trainer Uwe Koschinat nannte, mit 18 Toren in 37 Ligaspielen. Jetzt startet er für Fürth.

2. Bundesliga – Endstation? Nicht für ihn. „Ich will mehr, ich will immer besser werden. Ich habe durch den Knast vier Jahre meines Lebens und der Karriere vergeudet. Mit 28 fühle ich mich eigentlich jünger als ich bin“, betont Keita-Ruel. Bis Anfang 2019 ist er noch auf Bewährung. Sein altes Leben kann er nicht aus seiner