Verteidiger Maroh führt Köln zum 2:1-Derbysieg in Leverkusen

Niklas Preuten
Traf zweimal für den 1. FC Köln: Dominic Maroh.
Traf zweimal für den 1. FC Köln: Dominic Maroh.
Foto: Rolf Vennenbernd / dpa
Zwei Treffer durch Innenverteidiger Dominic Maroh haben dem 1. FC Köln den 2:1-Derbysieg bei Bayer 04 Leverkusen gebracht. Papadopoulos sah Rot.

Köln. Innenverteidiger Dominic Maroh hat dem 1. FC Köln mit zwei Toren den ersten Derbysieg beim rheinischen Rivalen Bayer Leverkusen seit über vier Jahren beschert. Durch den verdienten 2:1 (1:1)-Auswärtssieg überholten die Kölner den Champions-League-Teilnehmer in der Tabelle. Die Entscheidung in einem rasanten Nachbarschaftsduell vor 30 210 Zuschauern in der ausverkauften BayArena fiel, nachdem Leverkusens Kyriakos Papadopoulos vom Feld geflogen war.

Jeweils zwei Änderungen bei Leverkusen und Köln

Sowohl Leverkusens Trainer Roger Schmidt als auch dessen Kölner Kollege Peter Stöger veränderten ihre Startaufstellungen auf jeweils zwei Positionen. Im Vergleich zur 2:3-Niederlage in der Champions League am vergangenen Mittwoch beim AS Rom verteidigte Sebastian Boenisch statt Giulio Donati in Bayers Viererkette. Fraglich war zudem der Einsatz von Nationalspieler Karim Bellarabi, der das Leverkusener Spiel in Rom nach seiner Einwechslung zur Halbzeit spürbar belebt hatte, wegen muskulärer Probleme jedoch nach nur 27 Minuten wieder ausgewechselt werden musste. Rechtsaußen Bellarabi wurde rechtzeitig fit und verdrängte Stefan Kießling auf die Bank. Kapitän Lars Bender fiel wegen Problemen am Sprunggelenk aus.

Gäste-Trainer Stöger wechselte nach dem torlosen Remis gegen die TSG Hoffenheim am vergangenen Samstag ebenfalls zweimal: Dominic Maroh rückte für Frederik Sörensen in die Innenverteidigung, und Leonardo Bittencourt stand nach seinem Armbruch erstmals wieder als linker Mittelfeldspieler in der Startelf. Für den U21-Nationalspieler nahm Kazuki Nagasawa zunächst auf der Bank Platz. Pawel Olkowski (muskuläre Probleme), Yannick Gerhardt (Fußprellung) und Simon Zoller (Muskelfaserriss) fehlten dem FC.

Anders als noch beim 0:4 vor zwei Wochen in München, als der 1. FC Köln auf eine Fünferabwehrkette gesetzt hatte, begannen die Gäste in Leverkusen offensiver und besaßen nach nur vier Minuten gleich die große Chance auf eine frühe Führung: Nach Marcel Risses Flanke setzte sich Anthony Modeste im Strafraum etwas glücklich gegen Jonathan Tah durch und kam aus elf Metern frei zum Schuss, doch Bayers Torhüter Bernd Leno parierte stark mit der rechten Hand. Die anschließende Ecke köpfte Dominique Heintz genau auf Leno.

Die Hausherren benötigten einige Minuten, um in die Partie zu finden. Fast hätten sie allerdings in der zwölften Minute ihre erste Gelegenheit genutzt. Nach einem Abspielfehler von Risse kam Javier Hernández vor dem Strafraum an den Ball, seinen Schlenzer holte FC-Keeper Timo Horn aber noch aus dem Eck.

Das Derby wog hin und her, nun waren wieder die Kölner an der Reihe. Risse fand mit einem Freistoß aus dem Halbfeld den Kopf von Bayers Innenverteidiger Papadopoulos, dessen Klärungsversuch zu Maroh am zweiten Pfosten durchrutschte. Der aufgerückte Abwehrspieler musste nur noch den Fuß hinhalten und beendete mit dem 1:0 die bis dahin 383 Minuten andauernden Kölner Torflaute. Die 6500 mitgereisten Gäste-Fans feierten nach 17 Minuten lautstark.

Leverkusen brauchte nicht lange für eine Reaktion. Erst scheiterte Bellarabi nach starker Ballan- und mitnahme an Horn (22.), dann hielt der Torwart Kevin Kampls Schuss (23.). Hinten blieb Bayer jedoch anfällig: Tah und Papadopoulos vertändelten am eigenen Strafraum den Ball, Kampl musste gegen Osako retten (29.).

Drei Minuten später setzte der ehemalige Dortmunder Kampl das nächste Ausrufezeichen in der Offensive. Bei seinem Solo störten die Kölner allerdings auch zu zaghaft, so dass der Ball zum freien Admir Mehmedi auf die rechte Seite gelangte. Dessen Flanke köpfte Hernández, der sich entschlossen gegen Risse durchsetzte, aus kurzer Distanz zum 1:1 ins Tor.

Nach 32 fast atemlosen Minuten, in denen beide Teams schnell den Weg zum Tor suchten, gönnte sich das Duell der Nachbarn die erste Verschnaufpause. Bis zur Halbzeit bestimmten intensive Zweikämpfe statt Torchancen die Partie.

Rote Karte für den Ex-Schalker Kyriakos Papadopoulos

Bellarabi blieb in der Kabine, Leverkusens Trainer Schmidt brachte Julian Brandt. Wie in Hälfte eins startete der FC besser. Modestes artistischer Hackentrick ging knapp am Tor vorbei (49.). Vier Minuten später wurde der Torjäger steil geschickt, kreuzte auf dem Weg zum Tor den Laufweg von Papadopoulos und fiel nach einem Kontakt an der Schulter. Schiedsrichter Felix Zwayer zeigte dem griechischen Abwehrmann wegen der Notbremse die Rote Karte. Schmidt reagierte und wechselte André Ramalho für Mehmedi ein (56.), Ömer Toprak rückte in die Innenverteidigung.

Waren die Kölner bereits wach und dominant aus der Kabine gekommen, so wuchsen ihre Spielanteile in Überzahl weiter. Auf die eigenen Fans zuspielend, fanden die Gäste häufig die gefährlichen Räume, schlugen zunächst jedoch kein Kapital daraus: Leno bekam allerdings noch die Fingerspitzen an Osakos Kopfball (61.), und Maroh köpfte Zentimeter daneben (71.). Nach einer weiteren Ecke eine Minute später nutzte Maroh seinen Freiraum zentral vor dem Tor dann aus und erzielte per Kopf das verdiente 2:1.

Wie würde Leverkusen mit einem Mann weniger und der Müdigkeit aus der Champions League in den Beinen reagieren? Lange gar nicht. Sebastian Boenischs Kopfball (82.) und Schuss (87.) waren Bayers einzige Lebenszeichen. Köln musste jedoch bis zum Abpfiff zittern, weil Milos Jojic (84.) und Osako (85.) die Entscheidung verpasst hatten. Dank Torjäger Maroh fiel dies nicht ins Gewicht.