Sam-Doppelschlag beschert Bayer 2:0-Sieg gegen Fürth

Sidney Sam besiegte Greuther Fürth in Halbzeit zwei im Alleingang.
Sidney Sam besiegte Greuther Fürth in Halbzeit zwei im Alleingang.
Foto: Getty Images
Dank zwei Joker-Treffern von Sidney Sam hat Bayer 04 Leverkusen am Samstagnachmittag Greuther Fürth mit 2:0 (0:0) besiegt. Die Werkself kletterte mit dem dritten "Dreier" der Saison vorübergehend auf Tabellenrang sechs. Greuther Fürth rutscht dagegen tief in den Tabellenkeller ab.

Leverkusen.. Unter der Woche hatte Mike Büskens, Trainer der SpVgg Greuther Fürth, seinem Ärger über seine Mannschaft in ungewohnt deutlichen Worten Luft gemacht: „Manche spielen, als seien sie zufällig aufgestiegen“, schimpfte der frühere Schalker.

In der Auswärtspartie bei Bayer Leverkusen tat vor allem die Fürther Hintermannschaft zunächst alles, um ihrem Trainer recht zu geben: Schon nach zwei Minuten hatten die Innenverteidiger zweimal sehenswert über den Ball geschlagen und es war nur Andre Schürrles schwachem Abschluss zu verdanken, dass Bayer daraus nichts machte.

Stefan Kießling erwischte gegen Greuther Fürth einen glücklosen Tag

Es sollte das Grundmuster der ersten Halbzeit werden: Die Fürther standen tief in der eigenen Hälfte und hielten die Werkself meist vom eigenen Tor fern – wenn die Hausherren aber doch mal schnell kombinierten, bekamen die Gäste Probleme. Leverkusen konnte das aber nicht nutzen.

Nach acht Minuten etwa erwischte ein langer Pass auf Bellarabi die gesamte Fürther Hintermannschaft auf dem falschen Fuß, doch Grün warf sich dem Rechtsaußen entgegen und entschärfte den Schuss, Stefan Kießling verstolperte dann den Abpraller.

Für den ehemaligen Nationalspieler war es ein unglücklicher Tag, mehrmals verdaddelte er den Ball in aussichtsreicher Position, seinen einzigen Abschluss in Halbzeit eins brachte er per Kopf genau auf den Torhüter (25.), eine Flanke des ebenfalls glücklosen Schürrle verpasste er freistehend knapp (27.).

Bayer-Fans verabschiedeten Mannschaft mit Pfiffen in die Kabine

Die Fürther Offensivspieler dagegen waren kaum zu sehen, Simon Rolfes, Gonzalo Castro und Lars Bender riegelten das Zentrum rigoros ab und auch die Außenverteidiger ließen den Gästen kaum Raum. In der 16. Minute gab Edu erstmals einen Schuss in Richtung Tor ab, verfehlte dieses aus 22 Metern aber deutlich.

Die größte Chance für die Heimmannschaft vergab aber Kapitän Rolfes, als er einen Kopfball aus sechs Metern – wieder war ein Querschläger der Fürther Abwehr vorangegangen – knapp neben das Tor setzte (27.).

Ansonsten fiel den Leverkusenern aber immer weniger ein und so machte sich langsam Unruhe unter den Zuschauern breit – deutlich hörbar, als Fürth in Person von Heinrich Schmidtgal zunächst eine Flanke knapp über die Latte setzte und Bernd Nehrig zweimal relativ frei vor dem Bayer-Tor auftauchte, seine Chancen aber nicht nutzen konnte. In die Halbzeitpause wurde die Werkself mit lauten Pfiffen verabschiedet.

"Joker" Sidney Sam traf in Halbzeit zwei gleich doppelt

Zur zweiten Halbzeit brachte das Leverkusener Trainergespann Sidney Sam für Karim Bellarabi, ließ den bis dato schwächeren Schürrle aber auf dem Platz – und das sollte sich schon wenig später auszahlen: Schürrle nahm einen Querschläger im Mittelfeld auf und schickte Sam auf die Reise, der Kleine verlud und dann sicher einschob (50.). Bayer wurde nun stärker, Kießling hätte wenig später nachlegen können. Doch statt im Sechzehner den völlig freistehenden Schürrle anzuspielen, ging er ins Dribbling und verlor den Ball (53.).

Bayer zog sich nun etwas weiter zurück und wartete auf Fehler der Fürther – und die kamen bald: Nach einem Konter schien Sidney Sam den Ball schon verstolpert zu haben, doch Rechtsverteidiger Daniel Carvajal setzte entschieden nach, nahm Edgar Prib den Ball vom Fuß und bediente erneut Sam, der nur noch einzuschieben brauchte (62.).

Die Hausherren spielten das Spiel nun routiniert herunter und gerieten nicht mehr in Gefahr – kamen aber auch selbst kaum noch zu Gelegenheiten. Immerhin: Die zwei Tore hatten die Leverkusener Fans am Ende mit ihrer Mannschaft versöhnt, sogar Stefan Kießling wurde bei seiner Auswechslung trotz schwacher Leistung mit Sprechchören gefeiert – es schien fast, als habe es die Pfiffe nach der ersten Halbzeit nie gegeben.

 
 

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