Naldo will Werder Bremen noch im Winter verlassen

dapd
Die Zeichen zwischen Naldo und Werder Bremen stehen auf Abschied.
Die Zeichen zwischen Naldo und Werder Bremen stehen auf Abschied.
Foto: Imago
Werder Bremens Abwehrchef Naldo liebäugelt mit einem Wechsel in der Winterpause. Der brasilianische Topklub International Porto Alegre soll an ihm interessiert sein. Werder-Manager Klaus Allofs dementiert jedoch, dass ein Angebot vorliegt.

Bremen. Als Werder Bremen am Mittwoch nach Belek ins Trainingslager startete, war Abwehr-Riese Naldo mit dabei. Diese Nachricht, die vor ein paar Tagen unerheblich geklungen hätte, ist plötzlich hochaktuell. Denn der Brasilianer will weg aus der Hansestadt, nach mehr als sechseinhalb Jahren Bundesliga zurück in die Heimat zum SC Internacional Porto Alegre wechseln. Und das am liebsten sofort.

Naldo hatte die Aufregung nach den Weihnachtsferien selbst herauf beschworen, als er im Gespräch mit Bremer Journalisten Kontakt mit Porto Alegres Manager Fernando bestätigt hatte. Der brasilianische Topklub hat es eilig, will den 29-Jährigen schon bei der Ende des Monats beginnenden Copa Libertadores einsetzen, dem südamerikanischen Gegenstück zur europäischen Champions League. "Wir haben uns getroffen", sagte Fernando der brasilianischen Tageszeitung "Terra".

Allofs hat kein Angebot vorliegen

„Grundsätzlich ist kein Spieler unverkäuflich", sagte Werders Geschäftsführer Klaus Allofs umgehend, stellte auf der Vereinsseite am Mittwoch aber klar: "Es gehört zu unseren Aufgaben, jedes Angebot, das uns vorliegt, intensiver zu prüfen. Das ist bei Naldo nicht der Fall, weil es momentan noch kein Angebot gibt."

Nach Per Mertesacker, der Werder zu Beginn der Saison für geschätzte elf Millionen Euro Richtung FC Arsenal verlassen hatte, würden die Bremer in Naldo schon wieder einen Abwehr-Chef verlieren. Dabei hatte Trainer Thomas Schaaf gerade erst angekündigt, die vor allem auswärts anfällige Defensive in Belek stärken zu wollen. "Das wird ein wichtiges Thema sein", sagte der Coach, der vor Weihnachten seinen Vertrag bis 2014 verlängert hat.

Naldo hat Heimweh

Aber Naldo ist es durchaus Ernst mit einem sofortigen Wechsel. "Wenn es ein gutes Angebot gibt, dann sollte es gehen", sagte der 29-Jährige nach übereinstimmenden Medien-Berichten. Im Sommer war er nach 15-monatiger Verletzungspause in den Kader zurückgekehrt und gleich wieder zu einer festen Größe geworden. Woche für Woche überzeugt er mit besten Zweikampf-Werten in einer Abwehr, die höchsten Ansprüchen oft nicht genügt.

Und das ist das Dilemma. Denn Naldo will zurück in die Nationalmannschaft, will 2014 bei der Heim-WM in der Selecao spielen und Weltmeister werden. Bei Werder aber sieht er nur geringe Chancen, sich in den Fokus zu spielen - zumal die Bremer momentan nicht im internationalen Geschäft vertreten sind. Außerdem scheinen Naldo, seine Frau und die beiden Kinder - gerade jetzt in der Winterzeit - Heimweh zu haben. "Brasilien ist mein Land. Und ich wäre ganz nah an meiner Stadt", sagte Naldo.

Werder ist "nicht interessiert, ihn abzugeben"

Bis 2013 steht Naldo noch unter Vertrag bei Werder Bremen. Ob der Klub deshalb bei einer Ablösesumme wie bei Mertesacker schwach werden könnte, bleibt abzuwarten. Dass in Brasilien im Vorfeld der WM besondere Summen aufgerufen werden, weiß Allofs: "Momentan ist dort viel Geld im Umlauf, für Spieler und Gehälter", sagte er unlängst dem "Kicker".

Ganz so überraschend, wie es schien, kamen die Wechselgerüchte offenbar aber nicht. "Naldo ist bereits im Dezember zu mir gekommen und hat mir gesagt, dass bald ein Angebot für ihn eingehen werde", erklärte Allofs. Er habe ihm aber gesagt, "dass wir nicht daran interessiert sind, ihn abzugeben". Überdies steht Allofs Aussage: "Im Winter steht kein Spieler zum Verkauf."