Markus Gisdols Schiedsrichter-Wutrede: "Bei Guardiola geschieht nichts"

Hoffenheim-Trainer Gisdol wurde beim 1:1 gegen Borussia Dortmund vom Schiedsrichter auf die Tribüne verbannt und ließ im Anschluss Dampf ab.

Sinsheim.. Nein, so richtig beruhigt hatte sich Markus Gisdol weit nach der Partie noch immer nicht. Dem bisherigen Tabellenführer der Fußball-Bundesliga, Borussia Dortmund, hatte seine Mannschaft zwar ein 1:1-Remis abgerungen, aber der Trainer von 1899 Hoffenheim fand sich vom Schiedsrichter um den Sieg gebracht.

Die Szene, die ihn so erregte, spielte sich nach knapp einer Stunde ab, also Hoffenheims Stürmer Eduardo Vargas freigespielt wurde. Schiedsrichter Tobias Welz entschied jedoch auf Abseits. Gidsol protestierte bei Schieds- und Linienrichter - und wurde anschließend für den Rest des Spiels auf die Tribüne geschickt. So viel ist unstrittig, der Rest bleibt Interpretationssache. Gisdol interpretierte sie mit scharfer Kritik.

"Das können wir anderen Trainer uns nicht bieten lassen"

"Diese Situation ist eigentlich skandalös. Ich stehe direkt hinter dem Assistenten, ich sehe, dass das deutlich kein Abseits ist. Unser Spieler wäre mit weitem Vorsprung alleine auf das Dortmunder Tor zugelaufen. Und die Krönung ist, dass er nach einer kurzen Berührung sofort seinem Schiedsrichter Bescheid gibt und sagt: Er hat mich angefasst, schick ihn auf die Tribüne", echauffierte sich der frühere Schalker Co-Trainer. Was er verschweigt ist, dass er sich schon die gesamte erste Halbzeit im Wut-Modus befand und sich über nahezu jede Szene aufregte. "Die Mannschaft brauchte brutales Coaching heute", rechtfertigt er seine Emotionalität.

Er fand, dass ihm Unrecht widerfuhr und mahnte einen einheitlichen Maßstab in der Bundesliga an - gerade im Hinblick auf den Münchner Star-Coach Pep Guardiola. "Wenn Guardiola die Schiedsrichter anfasst oder in den Arm nimmt oder Bibiana Steinhaus (eine Schiedsrichterin, d. Red.) etwas ins Ohr flüstert oder was auch immer, dann geschieht nichts. Und ich fasse den Linienrichter einmal kurz an und fliege vom Platz? Das kann nicht sein, das sind zwei unterschiedliche Maßstäbe. Das können wir anderen Trainer uns nicht nicht bieten lassen. Das geht zu weit."

Wo genau die Wahrheit liegt, muss wohl jeder für sich ergründen. Markus Gisdol jedenfalls hat das bereite getan.

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