Manuel Neuer und der Borussia-Fluch

Andreas Ernst
Bayern-Torwart Manuel Neuer leitete mit einem schlimmen Fehler die 1:3-Niederlage in Mönchengladbach ein. Im dritten Spiel der Saison gegen eine Borussia gab's für Neuer die dritte Niederlage. Dabei verschuldete er zwei Gegentore.

Mönchengladbach. Ausgerechnet Manuel Neuer. Ausgerechnet er, der wohl stärkste Torhüter der Welt, wenn es darum geht, mit dem Ball am Fuß schnelle Konter einzuleiten. Ausgerechnet er musste sich am Freitag beim Rückrunden-Auftakt in Mönchengladbach bei jedem Rückpass ein höhnisches Raunen von 54.000 Zuschauern anhören. Bei der 1:3-Niederlage des FC Bayern verschuldete Neuer das erste Gegentor mit einem schlimmen Fehlpass.

Reus einmal mehr der gefeierte Mann

Denn er spielte den Ball dem Gladbacher Marco Reus in der zehnten Minute direkt in den Fuß – und Reus verwandelte problemlos. „Wenn ich dann nicht schieße, wann dann? Ich hatte den Ball so, dass ich direkt schießen kann“, sagte der zukünftige Dortmunder, nach dem Spiel einmal mehr der gefeierte Mann im Borussia-Park.

Feiern wollte Bayern-Trainer Jupp Heynckes natürlich nicht. Er kritisierte seine Nummer eins sogar ungewohnt scharf: „Manuel Neuer hat drei Wochen in der Vorbereitung super gearbeitet. Er versucht, den Ball unheimlich schnell ins Spiel zu bringen. Das müsste er ruhiger machen.“ Für den Spielverlauf war das zweite Gegentor laut Heynckes aber entscheidender: „Ein 1:0 kann man immer aufholen. Knackpunkt war das 2:0.“

Borussia-Fluch

Manuel Neuer selbst analysierte die Szene in der zehnten Minute ganz nüchtern: „Es tut mir leid. Ich wollte den Ball lang nach rechts vorne schlagen Richtung Arjen Robben und Thomas Müller. Ich habe ihn falsch getroffen und Marco Reus hatte leichtes Fehler.“ Manuel Neuer und der Borussia-Fluch: Bei der 0:1-Hinspielniederlage am ersten Spieltag hatte er ebenfalls böse gepatzt und Igor de Camargo das Siegtor ermöglicht. Im Heimspiel gegen Borussia Dortmund unterlief Neuer zwar kein folgenschwerer Fehler – dennoch siegte der BVB 1:0. Dreimal traf der Nationalkeeper im Bayern-Trikot auf eine Borussia – dreimal gab es eine bittere Niederlage.

Die Mitspieler nahmen ihre in der Hinrunde sonst so starke Nummer eins in Schutz. „Das passiert dem Manu nur einmal von 1000 Versuchen“, sagte stellvertretend Bastian Schweinsteiger. Ganz so hoch griff ARD-Experte Mehmet Scholl zwar nicht, aber er sprach immerhin von „500 Versuchen“. Nach den drei Gegentoren ist Neuer eine Spitzenposition los: Die beste Abwehr der Bundesliga hat jetzt Borussia Mönchengladbach.

Starker ter Stegen

Bei den Gladbachern steht Marc-André ter Stegen zwischen den Pfosten. Der bekam von DerWesten in der Einzelkritik die Note 1,5. Er überzeugte auf ganzer Linie. Auch mit dem Ball am Fuß.