K.o. für Leno - Bayers Keeper hält zweimal den Kopf hin

Bernd Leno musste in der 21. Spielminute behandelt werden. Ihn traf ein Ball mitten ins Gesicht.
Bernd Leno musste in der 21. Spielminute behandelt werden. Ihn traf ein Ball mitten ins Gesicht.
Foto: dpa
Ein Vollspannschuss von Oscar Wendt traf Leverkusens Keeper aus kürzester Distanz im Gesicht. Für einen möglichen Länderspieleinsatz ist er aber fit.

Mönchengladbach. "Das war wirklich kein Scherz. Ich war kurz benommen“, sagte Bernd Leno nach der 1:2-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach. Da konnte der Keeper von Fußball-Bundesligist Bayer Leverkusen zwar schon wieder lachen, an einige Ereignisse aus der ersten Halbzeit erinnerte er sich allerdings nicht mehr. Für einen möglichen Länderspieleinsatz am Mittwoch gegen Finnland ist er aber fit.

Vollspann-Schuss aus wenigen Metern

Immer wieder stellte er sich den Gladbachern mit starken Paraden in den Weg, rettete sein Team vor dem Rückstand. Es war die 21. Spielminute, als der 24-Jährige im Tor von Bayer den Ball von Raffael abwehrte und auch den anschließenden Vollspann-Schuss von Oscar Wendt parierte – aus kürzester Distanz, mit dem Gesicht. Es folgte eine Unterbrechung, in der Leno behandelt werden musste.

Bayers Ersatztorhüter Ramazan Özcan machte sich schon bereit, doch Leno ließ sich von dem K.o. nicht aus der Ruhe bringen, schüttelte sich einmal und spielte weiter. So war er auch in der 29. Minute zur Stelle, als er einen Ball von André Hahn mit den Fingerspitzen noch am Kasten vorbei lenkte.

Ähnliche Situation im vergangenen Jahr gegen Lotte

Lenos Kopf muss noch ganz schön gebrummt haben – und trotzdem hielt er ihn in der 45. Minute wieder hin, als Hahn plötzlich wieder vor ihm auftauchte. „Der zweite Ball war zum Glück nicht so stark, daran kann ich mich jetzt wieder erinnern. Ein zweiter K.-o.-Schlag wäre ein bisschen zu viel gewesen.“

Im Erstrundenspiel im DFB-Pokal in der vergangenen Saison bei den Sportfreunden Lotte (3:0) hatte Leverkusens Keeper einen Ball in ähnlicher Situation ins Gesicht bekommen. „Man muss als Torhüter eben auch ein bisschen bekloppt sein“, sagte Leno nach dem Spiel im Borussia-Park. „Aber ich werde dem Ball auch wieder so entgegen gehen“, versprach er.

Leverkusener Stimmen zum Spiel:

"Es war nicht mein bestes Spiel", sagte Neuzugang Kevin Volland selbstkritisch nach der Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach. Jetzt gehe es erst einmal in die Länderspielpause, für die Bayer fünf deutsche Spieler abstellt: Karim Bellarabi, Kevin Volland, Jonathan Tah, Bernd Leno und Julian Brandt stehen im Kader von Joachim Löw für das Freundschaftsspiel gegen Finnland am Mittwoch in Mönchengladbach und für das erste WM-Qualifikationsspiel gegen Norwegen am Sonntag am 4. September in Oslo. Eine Woche später (10. September) geht es für den Werksklub im zweiten Liga-Spiel gegen den Hamburger SV (live in unserem Ticker) weiter.

Kevin Volland: "Wir hatten in der ersten Halbzeit schon ein paar gute Gelegenheiten. Aber Gladbach hatte die deutlicheren Chancen. Wir können natürlich besser spielen, das ist klar."

Jonathan Tah: "Es war das erste Spiel, wir müssen erst einmal reinkommen in die neue Saison, und ich finde, dafür haben wir es nicht schlecht gemacht. Man muss auch sagen, dass die Gladbacher ein gutes Spiel abgeliefert haben. Vorne haben sie eine große Qualität, haben sich gut freigespielt. Wir müssen noch eine Schippe drauflegen."

Bernd Leno: "Unsere Leistung war heute alles andere als schlecht. In Mönchengladbach zu verlieren, ist keine Schande. Ich glaube, die Art und Weise war okay, aber wir haben uns natürlich mehr vorgenommen."

 
 

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