Holtby will über Schalke in Löws Visier kommen

Lewis Holtby vom FC Schalke 04 im Testspiel gegen Großaspach.
Lewis Holtby vom FC Schalke 04 im Testspiel gegen Großaspach.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Der Hype um Schalkes quirligen Blondschopf Lewis Holtby hat sich gelegt. In der kommenden Saison könnte es enger werden für ihn beim Kampf un einen Platz in der Stammelf. Für die Doppel-Sechs holte Schalke Gladbachs Roman Neustädter - und um die "Zehn" gibt es wohl ein Duell mit Julian Draxler.

Donaueschingen.. Am Tisch im „Öschberghof“ saß die geballte Hoffnung für die Schalker Zukunft im Jahr nach Raúl: Links Julian Draxler, rechts Lewis Holtby. Selten hat man so viel Hochtalentiertes am Tisch sitzen wie diesmal: Beide gelten als Überflieger auf dem Platz und sind auch sonst nicht auf den Kopf gefallen – Draxler hat ja gerade erst sein Fach-Abitur gebaut.

Der 18-Jährige sorgte auch für den Spruch des Tages, als ein Lokal-Reporter von ihm wissen wollte, wie es ihm denn so hier in Donaueschingen gefallen würde. Draxler gab sich ahnungslos: „Ich weiß nur, dass die Zecken hier besonders aktiv sein sollen.“ Und fügte mit einem Grinsen an, dass er selbstverständlich die kleinen Tierchen aus dem Wald meinen würde und nicht irgendwelche Angehörigen eines anderen Vereins, der im Vorjahr im „Öschberghof“ sein Trainingslager absolviert hat.

Holtby ist ein bisschen aus dem Löws Blickfeld verschwunden

Eigentlich ist ja Lewis Holtby auf Schalke der Mann für solche Sprüche. Bei dem 21-Jährigen glaubt man, dass er morgens mit einem Grinsen aufwacht und abends mit einem Spaß ins Bett geht. Auch jetzt noch, da sich der Hype um den quirligen Blondschopf in der vergangenen Saison etwas gelegt hat. Draxler war der Mann, der aus Schalkes Abteilung der „jungen Wilden“ zur Nationalmannschaft eingeladen wurde – nicht Holtby. Und sein früherer Mainzer Kumpel Andre Schürrle, mit dem er in der Saison 2010/11 bereits einmal bei Joachim Löw vorspielen durfte, stand sogar bei der EM auf dem Platz. Holtby dagegen ist im Moment ein bisschen aus dem Blickfeld des Bundestrainers verschwunden.

Schalke Der Kapitän der deutschen U-21-Nationalmannschaft glaubt, dass dies mit dem Positionswechsel zu tun hat, den er in der vergangenen Saison gemeistert hat: Er spielte nicht mehr wie früher im offensiven Mittelfeld auf der Zehn, sondern zurückgezogen als Antreiber auf der Sechs. Dennoch hat er sechs Bundesliga-Tore geschossen – „zwei mehr als im Jahr davor.“

Den Eindruck, dass er sich nicht so weiterentwickelt hat wie andere, will der 21-Jährige nicht teilen: „Ich war mit der vergangenen Saison nicht so unzufrieden. Ich habe die neue Position angenommen und auch genossen. Hier habe ich viel gelernt und mein Zweikampfverhalten weiter entwickelt.“ Tatsächlich war er immer Stammspieler – er wurde nur durch eine Verletzung am Sprunggelenk im Winter zurückgeworfen.

Neustädter ist ein Kandidat für die Doppel-Sechs

In der neuen Saison könnte es aber enger werden für ihn beim Kampf um einen Platz in der ersten Elf. Denn auf der Doppel-Sechs, die er zuletzt meist mit Jermaine Jones bildete, ist mit dem Mönchengladbacher Roman Neustädter ein Neuzugang mit Stammplatz-Ambitionen dazu gekommen.

Und im offensiven Mittelfeld testete Huub Stevens am Freitag beim Spiel in Großaspach (4:2) eine Dreier-Reihe mit Jefferson Farfan, Julian Draxler und Tranquillo Barnetta. Doch auf ein Duell mit Julian Draxler um die Zehn will er es nicht ankommen lassen: „Wir können beide gut zusammen spielen, und Konkurrenzkampf gibt es überall.“

Holtby will sich dem stellen – und über Schalke auch wieder ins Visier des Bundestrainers kommen.