Feuerwerk und Spielunterbrechung – Bayern-Jäger Leverkusen setzt sich von Frankfurt ab

Francois Duchateau
Mit einem Feuerwerk ist man in Leverkusen ins neue Jahr gestartet: Nach den anhaltenden Diskussionen um die Stadionsicherheit in Deutschland konnten es Anhänger von Eintracht Frankfurt nicht lassen und zündeten Feuerwerk im Stadion. Ein Vorfall, der Bayers 3:1-Sieg fast in den Hintergrund drängte.

Leverkusen. 15 Minuten war die Bundesligapartie zwischen Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt alt, da schickte Schiedsrichter Wolfgang Stark aus Ergolding beide Mannschaften gleich wieder zurück in die Kabinen. Schon wieder Stark, der bereits im Mai 2012 das Relegationsspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC unterbrechen musste.

Was war passiert? Nach einer Viertelstunde begannen Gästefans erst damit, Pyrotechnik abzubrennen, ehe sie die Leuchtfackeln aufs Spielfeld warfen. Doch damit nicht genug: Es folgten mehrere Silvesterraketen, die innerhalb des Stadions in die Höhe schossen – eine Aktion, die den Eintracht-Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen "sehr deprimiert und enttäuscht" zurückließ. "Wir bemühen uns seit Monaten, diese Gruppe mit Gesprächen zu erreichen, aber wir erreichen sie nicht." Die Lösung könne jetzt nur noch sein, die Gruppe "zu isolieren".

Alles geschah vor den Augen von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, der seit Monaten ein härteres Durchgreifen gegen Unruhestifter fordert. Erst als nach gut sieben Minuten der Rauch aus der BayArena gezogen war, pfiff Stark die Partie wieder an.

Nach der Unterbrechung übernahm Leverkusen das Kommando

Obwohl den Hausherren die erste Möglichkeit des Spiels gehörte, war es die Eintracht, die nach zehn Minuten auftaute und die Leverkusener Lücken beim Umschaltspiel fand. Sowohl Pirmin Schwegler (10.), als auch Takashi Inui (11.) verzogen jedoch. Ein Bild, das sich nach der Spielfortsetzung schlagartig änderte: Der Ex-Bochumer Inui tauchte zwar mit einem Kopfball erneut gefährlich im Strafraum von Bernd Leno auf (19.), doch auf einmal beherrschte die „Werkself“ das Geschehen.

Nachdem sich Trapp nach einem strammen Schuss von Gonzalo Castro strecken musste, führte die folgende Ecke zum Torerfolg. Kadlec-Vertreter Sebastian Boenisch war es, der beim Gewusel im Strafraum die Übersicht behielt und zum 1:0 einschob (31.), nachdem SGE-Neuzugang Marco Russ den Ball genau in die Füße des Ex-Bremers geklärt hatte. Nur Sekunden später jubelte die BayArena erneut: Schürrle leitete mit einem langen Ball auf Castro den Konter ein, den Stefan Kießling mit dem 2:0 krönte (32). Der Führende der Torschützenliste (13 Treffer) musste nur noch einschieben, nachdem er und Castro frei vor Keeper Trapp standen.

Bayer mit gefährlichen Kontern

Boenisch (37.) und Rolfes (41.) hätten die Führung sogar noch vor der Pause ausbauen können, Frankfurt erholte sich auch nach dem Seitenwechsel nicht von diesem Doppelschlag. Die Bayer-Elf beschränkte sich auf ihr starkes Konterspiel und hätte durch und einen gefährlichen Castro-Freistoß (51.) den Spielstand erneut erhöhen können.

In der 48. und 49. Minute konnte Andre Schürrle seine Torraumaktionen noch nicht erfolgreich abschließen, in der 58. Minute hatte der Nationalspieler dann endlich Grund zur Freude: Nach Kombination mit Kießling schoss der 22-Jährige hart zum 3:0 ein.

Meier verkürzte für Frankfurt

Nur vereinzelt tauchten die Gäste im weiteren Verlauf vor Lenos Gehäuse auf, dann aber gefährlich: Während der eingewechselte Olivier Occean in der 67. Minute doppelt den Pfosten traf, konnte Alex Meier nach 78 Minuten mit einem Schuss knapp hinter der Strafraumlinie zum 3:1-Endstand verkürzen.

Durch den Sieg bleibt Leverkusen weiter Bayern-Jäger Nummer eins. Der Abstand zu Frankfurt, die weiterhin den vierten Rang belegen, konnte von drei auf sechs Zähler erhöht werden.