Es darf keinen Denkmalschutz für Traditionsklubs geben

Mainz-Manager Christian Heidel (m.) fordert die Aufstockung der Bundesliga auf 20 Vereine.
Mainz-Manager Christian Heidel (m.) fordert die Aufstockung der Bundesliga auf 20 Vereine.
Foto: imago/MIS
Christian Heidel, Manager von Mainz 05, will die Bundesliga von 18 auf 20 Klubs aufstocken. Dabei funktioniert das alte Modell gut. Am Ende entscheidet aber das Geld. Ein Kommentar.

Essen. Der Vorschlag, die Fußball-Bundesliga von 18 auf 20 Klubs aufzustocken, ist nicht neu. Es gibt zwei Ausgangspunkte der erneuten Diskussion um die Aufstockung. Zum einen wird um die Attraktivität gefürchtet, sollten Traditionsvereine aus den Metropolen Hamburg oder Stuttgart ab- und gleichzeitig Ingolstadt und Darmstadt aufsteigen. Zum anderen erhoffen sich die Befürworter höhere TV-Gelder.

Punkt eins könnte sich schnell als Trugschluss erweisen. Selbst bei einer Aufstockung könnten demnächst beispielsweise Hannover und Berlin den Klassenerhalt nicht schaffen, während Leipzig und Heidenheim aufrücken. Die Bundesliga ist mit dem bisherigen 18er-Modell gut gefahren. Die Traditionsklubs müssen sich sportlich gegen die Emporkömmlinge behaupten. Einen Denkmalschutz darf es nicht geben.

Am Ende wird das Geld entscheiden

Letztlich wird aber das Geld entscheiden. Sollte die Liga durch eine Aufstockung und eine damit verbundene Ausweitung der Spieltermine mehr Geld durch die TV-Vermarktung erhalten, dann wären die Klubs sicherlich gesprächsbereit. In England bringt der neue Fernsehvertrag für vier Jahre 6,9 Milliarden Euro ein. Zum Vergleich: In Deutschland läuft der bestehende Vierjahresvertrag mit einem Gesamtvolumen von 2,51 Milliarden Euro mit Ende der Saison 2016/2017 aus.

Es ist zu befürchten, dass irgendwann auch die deutschen Fußball-Fans am Sonntag um 11 Uhr zum Anpfiff ins Stadion müssen, wenn sie die Bundesliga live sehen wollen. Egal, ob die Liga mit 18 oder 20 Klubs spielen wird.

 
 

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