BVB-Hooligans zünden Pyrotechnik beim Revierderby

Wegen Rauchkörpern aus dem BVB-Block wurde das 143. Revierderby verspätet angepfiffen. Roman Weidenfeller ging in die Gästekurve, um zu beruhigen.
Wegen Rauchkörpern aus dem BVB-Block wurde das 143. Revierderby verspätet angepfiffen. Roman Weidenfeller ging in die Gästekurve, um zu beruhigen.
Foto: dpa
Randalierende Dortmunder Fans haben für einen verzögerten Anpfiff des Revierderbys zwischen dem BVB und Schalke 04 gesorgt. Sie zündeten in der Gelsenkirchener Arena Pyrotechnik an und bewarfen sogar den eigenen Torhüter. Schon am Vormittag waren BVB-Fans durch aggressive Aktionen aufgefallen.

Gelsenkirchen. Das 143. Revierderby zwischen Schalke 04 und Borussia Dortmund (1:3) ist erneut von Krawallen und dem massiven Einsatz von Pyrotechnik überschattet worden. Weil Dortmunder Fans zunächst Bengalos und Feuerwerkskörper abbrannten, konnte das Duell nicht pünktlich beginnen.

Schiedsrichter Knut Kircher schickte die Mannschaften noch vor dem Anstoß zunächst wieder vom Feld. Im Dortmunder Block brannten zahlreiche Leuchtraketen, mehrere Feuerwerkskörper landeten auf dem Spielfeld und in den Nachbarblöcken. Nach fünf Minuten Zwangspause kehrten die Spieler aufs Feld zurück, die Partie begann um 15.35 Uhr.

Jürgen Klopp schämt sich für die aggressiven Fans

'Angesichts der Bilder muss man sich schämen. Wir verurteilen die Vorfälle aufs Schärfste. Hier werden von Einzelnen Verletzungen Anderer billigend in Kauf genommen. Jetzt gilt es, dass die Polizei gemeinsam mit den Klubs die Täter schnellstmöglich ermittelt, damit diese gezielt bestraft werden', sagte Geschäftsführer Andreas Rettig von der Deutschen Fußball Liga (DFL).

Dortmunds Trainer Jürgen Klopp schwante nach dem Abpfiff der Begegnung Böses: 'Ich schäme mich echt dafür, mir fehlt jegliches Verständnis dafür. Ich fürchte, dass es beim Rückspiel eine Reaktion geben wird.'

Auch Schalker Problemfans im Stadion

Während der Partie kam es laut Polizei zudem zu massiven Auseinandersetzungen. 'Dortmunder Fans versuchten in den Schalker Bereich zu gelangen und schossen Pyrotechnik gezielt in andere Blöcke', hieß es in einer Pressemitteilung: 'Schalker Problemfans unternahmen ihrerseits ebenfalls Anstrengungen, um in den gegnerischen Block zu kommen. Die Polizei musste Pfefferspray und den Einsatzmerzweckstock zur Bewältigung der Lage einsetzen.' Zudem seien mehrere Glasscheiben im Dortmunder Bereich mit Nothämmern zerstört worden.

Ein Polizist wurde zudem verletzt, als ein Beamter, der ein deeskalierendes Gespräch mit Schalker Fans führen wollte, durch Fußtritte und Faustschläge angegriffen wurde.

Schon am Vormittag Auseinandersetzungen mit der Polizei

Schon Stunden vor dem Spielbeginn hatten aggressive Dortmunder Fans die Polizei in Atem gehalten. Zunächst durchbrachen gegen 11 Uhr mehrere hundert Borussia-Anhänger eine Polizeiabsperrung am Bahnhof Essen West. Der Bahnhof musste daraufhin mehrere Stunden gesperrt werden, es kam zu massiven Verspätungen, auch am Essener Hauptbahnhof.

Die laut Polizei 'schwarz gekleideten Anhänger' hätten gegen 11 Uhr versucht, 'in einer großen Gruppe konspirativ über Essen nach Gelsenkirchen zum Stadion zu gelangen', hieß es in einer Mitteilung. Die Polizei habe Vorschläge zur Anreise nach Gelsenkirchen unterbreitet, diese seien jedoch nicht beachtet worden. Die Bundespolizei habe mit 'entsprechenden Maßnahmen' reagiert, hieß es weiter.

Insgesamt nahm die Polizei die Personalien von 376 aggressiven Fans auf. In fünf Bussen wurden die Randalierer anschließend nach Gelsenkirchen gebracht. Auf dem Weg dahin zerschlugen sie Fenster in den Bussen und zündeten schon dort "massiv Pyrotechnik", so die Polizei. Zunächst konnte ein Täter identifiziert werden. (f.s./kas/dpa/sid)