BVB-Boss Watzke schießt gegen "unanständigen" HSV-Investor Kühne

BVB-Boss Watzke übt scharfe Kritik an Kühne.
BVB-Boss Watzke übt scharfe Kritik an Kühne.
Hans-Joachim Watzke hat sich zur HSV-Krise geäußert und Klaus-Michael Kühne attackiert. Das Verhalten des Investors sei "unanständig", so der BVB-Geschäftsführer. Kühne hatte sich unter anderem öffentlich für eine Verpflichtung von Felix Magath stark gemacht.

Dortmund/Hamburg. Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund, hat sich in den Dauerstreit beim Liga-Rivalen Hamburger SV einmischt und Investor Klaus-Michael Kühne scharf kritisiert. Der BVB-Boss bezeichnete die Klub-Strukturen des HSV "dramatisch" und nannte das Verhalten des Unternehmers "unanständig".

Wenn Kühne bereit sei, dem HSV als Investor zu helfen, sei dies zwar in Ordnung. "Menschlich allerdings verhält er sich unanständig. Das, was er nun macht, permanent die Öffentlichkeit zu suchen, um die Verantwortlichen zu diskreditieren, das ist daneben", sagte Watzke Sport Bild online. Es sei "ehrabschneidend", Sportdirektor Oliver Kreuzer als Drittliga-Manager zu bezeichnen. "Das ist nicht in Ordnung und der völlig falsche Ansatz", sagte Watzke.

Kühne hatte dem HSV 25 Millionen Euro in Aussicht gestellt für den Fall, dass der Klub seine Profi-Abteilung ausgliedert. Gleichzeitig kritisierte er Kreuzer und Vorstandschef Carl Jarchow in diversen Interviews und warb für ein Engagement von Felix Magath bei den Norddeutschen.

Gift für jeden Traditionsklub

"Dieses permanente Mit-dem-Geld-winken und dann sagen: Wenn ihr das Geld wollt, müsst ihr aber das tun, was ich will - das ist unanständig und gefällt mir nicht. Dadurch hat der HSV nun eine schwierige Situation", sagte Watzke. Man müsse "Herrn Kühne einfach klar machen, dass er den falschen Weg eingeschlagen hat".

Der 54 Jahre alte Borussia-Funktionär hat beim HSV das Gefühl, "dass es im Klub nur noch Chaos gibt". Wenn Kühne als potenzieller Investor mit seinem Vorgehen lediglich Macht ausspielen möchte, "dann musst du die Gespräche mit ihm sofort abbrechen", sagte Watzke. Ein Investor, der "zu jedem Sachverhalt seinen Senf abgibt, ist für jeden Traditionsklub tödlich". (sid)