Beleidigt rechnet Magath mit dem Hamburger SV ab

Peter Müller
Weil ihn nicht alle Führungskräfte bei dem traumelnden Traditionsverein Hamburger SV als neuen Trainer und Sportdirektor sehen wollten, erklärte der frühere HSV-Meisterspieler Felix Magath nun seinen Rückzug. Aber wer hat hier wem abgesagt? Ein Kommentar

Hamburg. Ein Gedanke schien einigen Aufsichtsräten des Hamburger SV die Sinne vernebelt zu haben. Der Gedanke, dass es nur einen Retter für ihren taumelnden Traditionsverein geben könne. Felix Magath sollte, bevor er zum Vorstandschef aufsteigen würde, zuerst die ihm aus Wolfsburger und Schalker Zeiten bekannte Doppelrolle als Trainer und Sportchef übernehmen. Und vermutlich nebenbei noch Unebenheiten im Rasen beseitigen, Anzeigenseiten fürs Stadionheft verkaufen und Bremsbeläge am Mannschaftsbus auswechseln.

Es gibt aber auch noch Führungsfiguren beim HSV, die nicht reflexartig an die Allheilkraft von Führungsmethoden aus der Kreidezeit glauben wollten. Sie verweigerten ein einheitliches Votum pro Magath. Der reagierte deshalb beleidigt – mit einer Abrechnung, die sich wie eine Absage liest. Aber wer hat hier wem abgesagt?

Bert van Marwijk hat wohl keine Chance mehr

Auf dem Markt der Möglichkeiten werden nun die Namen Thomas Schaaf und Mirko Slomka gehandelt. Namen, die nicht für Machtansprüche stehen, sondern für die Konzentration auf das Wesentliche. Auch Bert van Marwijk hat nach wie vor nichts anderes im Sinn, als die Mannschaft wieder zu stabilisieren. Der Niederländer nahm auch nach dem 0:5 gegen die Bayern eine bemerkenswert aufrechte Haltung ein. Doch es darf bezweifelt werden, dass er wirklich noch eine Chance hat beim Hamburger Spalt-Verein.