Fehlendes Personal erschwert BVB-Coach Klopp das Leben

Der BVB befindet sich aktuell im Trainingslager in Bad Ragaz.
Der BVB befindet sich aktuell im Trainingslager in Bad Ragaz.
Foto: getty
Marco Reus, Ilkay Gündogan und Jakub Blaszykowsky sind verletzt, Henrikh Mkhitaryan ist angeschlagen und nun fällt auch noch Nuri Sahin aus. Nicht zu vergessen, dass die Weltmeister noch im Urlaub sind. BVB-Coach Jürgen Klopp hat im Trainingslager in Bad Ragaz nicht gerade die besten Bedingungen.

Bad Ragaz.. Zwischendurch bekommt auch Kevin Großkreutz sein Fett weg: "Solange nur einer den Pokal auf der Haut trägt und nicht die ganze Zeit in der Hand mit rumschleppt, ist alles in Ordnung", sagt Jürgen Klopp in Anspielung auf die neue Tätowierung, die sich sein Spieler nach dem Gewinn des Weltmeisterschaftstitels hat stechen lassen.

Auch ansonsten fürchtet der Trainer von Borussia Dortmund bei seinen WM-Siegern keine Veränderungen: "Es ist ja nur so, dass dumme Leute sich durch Erfolge dramatisch verändern", sagt er. "Und ich bin relativ zuversichtlich, dass das bei diesen Jungs nicht der Fall ist. Ich wäre ansonsten auch rechtzeitig bereit, das anzusprechen."

Dennoch erschwert es dem BVB-Coach derzeit das Leben, dass fünf seiner Spieler beim Turnier in Brasilien bis zum Ende dabei waren - denn die ohnehin schon komplizierte Vorbereitung auf die kommende Saison wird dadurch noch anspruchsvoller. "Man muss keine sieben Wochen Vorbereitung haben, um für eine Saison gerüstet zu sein", erklärt Klopp. "Aber man muss intensiv trainieren, muss bestimmte Bausteine abarbeiten, muss intensive Reize gesetzt haben, um am Ende der Belastung der Saison standhalten zu können."

Neuzugang Ginter auf eigene Initiative dazugestoßen

Dazu aber müsste man erst einmal im Trainingslager im Schweizer Kurort Bad Ragaz eintreffen - noch genießen die Dortmunder DFB-Spieler Mats Hummels, Erik Durm, Roman Weidenfeller und Kevin Großkreutz ihren wohlverdienten Urlaub - in dem sie zwar Fitnesstraining machen, aber keine fußballspezifischen Übungen.

Nur Matthias Ginter, Neuzugang vom SC Freiburg ist bereits auf eigene Initiative dazugestoßen, beim Mittagessen am Freitag war er schon dabei. "Diese erste Einheit hat er fehlerfrei überstanden", witzelt Klopp, auf den der Neue einen guten Eindruck macht: "Er ist voller Vorfreude und hat die fußballfreie Zeit eher abgesessen", erzählt der Trainer. "Unsere Klamotten stehen ihm gut für jemanden, der praktisch 20 Jahre lang schwarz-rot getragen hat."

Kevin Großkreutz und Erik Durm werden am Montag in Bad Ragaz erwartet, bei Roman Weidenfeller und Mats Hummels endet der Urlaub erst nach dem Trainingslager. Und kaum hat Klopp seine Nationalspieler beisammen, muss er sie schon wieder verabschieden: Anfang September ruft erneut der DFB.

"Über diese Länderspielpause habe ich mich schon so oft und so intensiv aufgeregt, dieses Jahr werde ich damit nicht anfangen", sagt er. "Es ist ehrlich gesagt auch mein kleinstes Problem, dass die Spieler gleich weg sind, wenn sie denn mal da sind."

Klopp möchte Kehl-Nachfolger noch nicht preisgeben

Denn noch sind es eben viel zu viele, die gar nicht da sind: Marco Reus, Ilkay Gündogan und Jakub Blaszczykowski sind seit längerem verletzt, nun fällt auch Nuri Sahin mit einer Sehnenreizung im Knie rund drei Wochen aus und Henrikh Mkhitaryan wird von muskulären Problemen geplagt. Auch Neven Subotic muss nach einem halben Jahr Verletzungspause seine Topform erst wieder erreichen.

"Wenn man alle aufzählt, die nicht spielen können, ist das wieder eine Mannschaft, die auch spielen könnte", klagt der Trainer - und gibt dennoch ein Ziel aus: "Wir müssen vom ersten Spieltag an absolut wettbewerbsfähig und ein absolut unangenehmer Gegner sein, fordert er. "Egal in welcher Aufstellung, egal in welcher Konstellation."

Klar ist bekanntlich, dass zu dieser Konstellation ein neuer Kapitän gehören wird. Klopp hat sich bereits für einen Nachfolger des abgetretenen Sebastian Kehl entschieden, möchte diesen aber noch nicht preisgeben.

Ob er denn auch einen Torhüter für einen geeigneten Spielführer halte, will ein Journalist wissen. Klopp grinst. "Um die Spannung nicht zu nehmen, möchte ich dazu gar nichts sagen", antwortet er. "Aber guter Versuch."

 
 

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