Ex-Fortuna-Kicker Pluntke wechselt in die USA

Wechselt in den amerikanischen Profifußball: Maurice Pluntke.
Wechselt in den amerikanischen Profifußball: Maurice Pluntke.
Foto: Ingo Lammert / FUNKE Foto Services
  • Bis vor kurzem spielte Maurice Pluntke noch für die zweite Mannschaft von Fortuna Düsseldorf.
  • Der 22-Jährige wechselt nun zum amerikanischen Zweitligisten Orange County Blues FC.
  • Er ist der erste junge Spieler, der von Deutschland aus direkt in den amerikanischen Profifußball geht

Düsseldorf.. Während seine alten Teamkameraden von Düsseldorfs U23 schon mitten in der Rückrunde sind, steht für Maurice Pluntke noch eine Vorbereitung an. Der in der Defensive flexibel einsetzbare Innenverteidiger ist der erste junge Spieler, der von Deutschland aus direkt in den US-amerikanischen Profifußball geht, anstatt in eine College-Liga zu wechseln.

Nach einem internen Vorfall nach der 1:2-Niederlage gegen die U23 von Borussia Mönchengladbach, über den der 22-Jährige nicht weiter reden wollte, löste der Vize-Kapitän der Fortunen seinen Vertrag bei den Landeshauptstädtern auf und machte sich auf die Suche nach einem neuen Klub. Rein zufällig stieß er auf ein Interview mit dem - im Winter mittlerweile nach Deutschland zurückgekehrten – Ugur Albayrak, der über eine Berateragentur nach Kanada gewechselt ist. „Ich habe schon länger mit dem Gedanken gespielt so etwas zu machen und da habe ich denen einfach mal geschrieben“, berichtet Pluntke über die erste Kontaktaufnahme zur Dierolf Rechtsanwälte AG. „Von da an ging es eigentlich relativ schnell.“

Wahl zwischen SV Meppen und Amerika

Oliver Wyss, schweiz-amerikanischer Coach des Zweitligisten Orange County Blues FC, zeigte Interesse an dem gebürtigen Mönchengladbacher und forderte noch zwei, drei Videos an, um sich ein besseres Bild von ihm zu verschaffen. Kurz nach Silvester war das Vertragsangebot da. Pluntke: „Ich hatte dann die Wahl entweder in der Rückrunde für den SV Meppen aufzulaufen oder nach Amerika zu gehen und da musste ich eigentlich nicht lange überlegen.“

Schließlich gehen mit dem Wechsel in die Staaten gleich zwei Träume in Erfüllung: Zum Einen ist das – wie wohl für jeden Regionalligaspieler in diesem Alter – der Traum vom Durchbruch im Profifußball. Der war Pluntke bisher verwehrt geblieben, auch wenn Reserve-Coach Taskin Aksoy, der in der vergangenen Saison nach der Entlassung von Oliver Reck die Saison als Interimstrainer zu Ende brachte, ihn bei der 0:2-Heimniederlage am 32. Spieltag gegen den VfR Aalen über 90 Minuten gebracht hat. Nun unterschrieb er im kalifornischen Irvine seinen ersten Profivertrag. Pluntke: „Ich bin dem Verein dankbar, dass ich dort mein Debüt geben durfte, aber in der Hinrunde hat es ja keiner von uns geschafft oben heranzukommen. Es ist nicht weiter mein Ziel in der Regionalliga zu spielen. Jetzt will ich mit guten Leistungen in der MLS auf mich aufmerksam machen.“

USL-Saison startet im März

Zum Anderen ist es aber auch der Traum von Amerika. In seiner Jugendzeit bei Borussia Mönchengladbach reiste er mit seinem Team zweimal zu Turnieren in Las Vegas. Der achtfache deutsche Juniorennationalspieler schwärmt: „Das war einfach etwas völlig anderes. Alles viel größer, ein ganz anderer Lifestyle.“ Und den wird er nun wohl auch selbst erleben. Weit weg von zu Hause, weit weg von der Familie: „Ich bin mir sicher, dass es mich in meiner persönlichen Weiterentwicklung weiter bringt. Auch für den Lebenslauf ist das natürlich auf vielen Ebenen interessant.“ Gedanken an eine Zeit nach seinem Amerika-Aufenthalt macht er sich jedoch noch gar keine. Unterschrieben hat er jedenfalls für eine Saison plus Option für eine weitere. Pluntke: „Man weiß eh nie was kommt. Wer weiß? Wenn ich vielleicht mal mehrere Jahre hier gespielt und mich eingelebt habe, könnte es ja auch mein neuer Lebensmittelpunkt sein.“

Zumindest mittelfristig ist er das jetzt erst einmal. Am 26. März beginnt die USL-Saison mit einem Heimspiel gegen die Vancouver Whitecaps. Das Anteater-Stadium, die Spielstätte der Blues, besitzt ein Fassungsvermögen von 2.500 Zuschauern. Der Defensivspieler hofft dann selbstverständlich dabei zu sein. Dass er einen der insgesamt acht erlaubten Kaderplätze für Nicht-Amerikaner bekommt, ehrt in jedenfalls bereits: „Anhand des Videomaterials scheint der Trainer bereits so von mir überzeugt zu sein, dass er das Risiko eingegangen ist, mich dazu zu holen.“

Einer der jüngsten Spieler im Kader

Zumal er dann - im Gegensatz zu seinen anderthalb Jahren in der U23 von Fortuna Düsseldorf - einer der jüngsten Spieler im Kader sein wird. Pluntke: „Das Training in einer richtigen Männermannschaft ist das, was ich für meine Entwicklung gebraucht habe. Jetzt sind Leute mit wahnsinnig viel Profierfahrung um mich herum, das ist etwas ganz anderes als in einer U23.“

Bleibt nur abzuwarten, ob er mit seiner Geschichte weitere junge Spieler zu diesem Schritt ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten bewegen kann...

 
 

EURE FAVORITEN

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Beschreibung anzeigen