Entlassung von Skibbe ist ein Berliner Desaster

Klaus Wille
Nach nicht einmal zwei Monaten ist Michael Skibbe als Trainer von Hertha BSC Berlin entlassen worden. Doch nicht nur der Trainer hat in Berlin versagt, auch Manager Michael Preetz sollte sich hinterfragen. Ein Kommentar.

Berlin. Man hat sich in der Bundesliga zuletzt an vieles gewöhnen müssen, auch an Trainer, die nach einem Rauswurf sofort zur Konkurrenz wechseln. Wen würde es da wundern, wenn der nächste Berliner Coach Holger Stanislawski hieße? So abgeschmackt das wäre, die Sache hätte was. Hertha hat schon einmal bis zum letzten Spieltag gezittert. Diesmal heißt der letzte Gegner Hoffenheim. Trainiert von Markus Babbel, der dort Stanislawski abgelöst hat. Wäre das eine Pointe!

Für Skibbe in der Bundesliga wohl keine Chance mehr

Sollte Stanislawski nicht nach Berlin gehen: Das Sechs-Wochen-Intermezzo von Michael Skibbe bleibt auch so denkwürdig. Für den Trainer ist es ein persönliches Desaster und wahrscheinlich der große Karriere-Knick. Skibbe wird in der Bundesliga auf lange Sicht zu den Trainern gehören, die keiner mehr will. Und sei es nur deshalb, weil er einfach kein Glück hat.

Das mag ungerecht sein, zumal dann, wenn im Vergleich Michael Preetz ins Spiel kommt. Im Fall Babbel hat er es nicht verstanden, eine Krise still zu moderieren, mit Skibbe lag er komplett daneben. Wer einen Trainer nach fünf Spielen feuern muss, hat bei der Auswahl versagt. Preetz bekommt offenbar noch eine Chance. Es ist seine letzte. Aber davon hat Skibbe auch nichts mehr.