Emir Kurtagic ist ganz jung und immer loyal

Emir Kurtagic und der VfL Gummersbach stehen im Heimspiel gegen Hanover unter Siegzwang. (Foto: imago)
Emir Kurtagic und der VfL Gummersbach stehen im Heimspiel gegen Hanover unter Siegzwang. (Foto: imago)
Foto: imago sportfotodienst
Altmeister VfL Gummersbach, in der Handball-Bundesliga auf einen Abstiegsplatz abgesackt, setzt beim Kampf um den Klassenerhalt auf den jüngsten Trainer im „Oberhaus“: Der erst 31 Jahre Emir Kurtagic ist überzeugt: „Meine Mannschaft hat die nötige Qualität.“

Gummersbach.. Der Altmeister setzt auf einen ganz Jungen: Emir Kurtagic, mit 31 Jahren jüngster Trainer der Handball-Bundesliga, soll den VfL Gummersbach vor dem Abschied aus dem „Oberhaus“ retten. Dem Traditionsverein aus dem Oberbergischen steht als Drittletztem der Tabelle das Wasser „Oberkante Unterlippe“: Das Heimspiel gegen den TSV Hannover-Burgdorf an diesem Samstag (20.15 Uhr) halten viele schon für die letzte Chance, die Wende in dieser bislang verkorksten Saison zu schaffen.

„Ich spreche nicht gerne von Schicksalsspielen“, sagt Emir Kurtagic – und das ist typisch für den im bosnischen Sarajevo geborenen Handball-Lehrer. Er ist ein ruhiger Mensch, kein Mann der lauten Töne. Vielleicht genau der Richtige für den VfL in dieser tiefen Krise, die im Abschied von Kurtagic-Vorgänger Sead Hasanefendic gipfelte. Der 63-jährige Handball-Globetrotter musste nach einer Heimniederlage gegen den Bergischen HC und dem Sturz auf einen Abstiegsplatz Anfang Dezember gehen – spätestens seit diesem Zeitpunkt herrscht beim VfL Alarmstufe eins.

„Meine Aufgabe ist es, Ruhe und Vertrauen in der Mannschaft wieder aufzubauen“, sagt sein Nachfolger. Emir Kurtagic, bis dahin Hasanefendics Assistent, war der Wunschkandidat der Mannschaft, die im Sommer schon wieder einen neuen Trainer erhalten wird: Dann kommt Jan Gorr vom TV Hüttenberg, und der ist nur zwei Jahre älter als Kurtagic. Welche Perspektiven ergeben sich für den „Ersatzmann“ angesichts dieser vertraglich vor Wochen schon fixierten Lage? „Darüber denke ich momentan nicht nach“, sagt er, „erst mal geht es darum, den VfL aus der Abstiegszone zu bringen.“ Er weiß: Seine Zukunft als Trainer – wo auch immer – hängt davon ab, wie er mit dem VfL Gummersbach jetzt die Lage meistert.

„Wir haben die nötige Qualität“, sagt er über sein Team, „wir müssen nur die Verunsicherung nach der langen Nativserie überwinden.“ Ein Anfang, glaubt er, sei gemacht: „Der 28:25-Pokalsieg in Nordhorn hat den Jungs gezeigt, dass sie auch schwere Spiele gewinnen können.“

Ist das Torhüter-Problem nicht eine zu große Belastung? „Vjaceslav Somic und Aljosa Rezar haben unser Vertrauen“, nimmt er seine Keeper in Schutz. „Loyalität“ sagen alle, die Emir Kurtagic gut kennen, auf die Frage nach seiner prägenden Eigenschaft. Er betont, dass sein Verhältnis zu Sead Hasenefendic nach wie vor freundschaftlich ist, und dass ihm der VfL Gummersbach längst zur echten Herzensangelegenheit wurde. „Ich lebe hier, seit ich 14 Jahre alt bin.“ Vater Esad war bereits Trainer des Vereins, Bruder Sead hat ebenfalls hier gespielt.

Auch mit 31 fühlt er sich nicht zu jung für die schwierige Aufgabe. Den Trainer-Lehrgang schloss er vor vier Jahren als Jahrgangs-Bester ab. Und es gab sogar noch jüngere Vorgänger: Horst Bredemeier, heute Vizepräsident des DHB, war erst 27, als er 1979 Coach bei Grün-Weiß Dankersen wurde. Am Ende jener Saison gewann Dankersen den Pokal.

 
 

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