Überschäumende Derby-Emotionen nach 1:3-Niederlage der DEG

Die Düsseldorfer EG wehrte sich, verlor aber mit 1:3 in Iserlohn.
Die Düsseldorfer EG wehrte sich, verlor aber mit 1:3 in Iserlohn.
Foto: Michael May / IKZ
Die DEG unterliegt mit 1:3 in Iserlohn und am Ende fliegen auch noch die Bierbecher. Andreas Martinsen entlud seinen Frust mit einem Schlag gegen Dusan Frosch, rempelte auf dem Weg zur Strafbank einen weiteren Iserlohner aus der Bahn und applaudierte dann auch noch hämisch in Richtung Roosters-Fans.

Düsseldorf. Fünf Sekunden vor dem Ende eines zu diesem Zeitpunkt längst entschiedenen Eishockey-Derbys schäumten am Freitagabend am Iserlohner Seilersee die Emotionen unnötiger Weise über. Auf, und neben dem Eis. DEG-Stürmer Andreas Martinsen entlud seinen Frust über die vor dem Abpfiff stehende 1:3 (0:0, 0:2, 1:1)-Niederlage bei den Iserlohn Roosters mit einem Schlag gegen Dusan Frosch, rempelte auf dem Weg zur Strafbank noch einen weiteren Iserlohner Spieler aus der Bahn und applaudierte dann auch noch hämisch in Richtung Rooster-Fans. Was die Stehplatzgerade hinter der Sünderbox nicht nur mit Bierbecherwürfen in Richtung Martinsen quittierte. Ein Wirrkopf durchbrach sogar die Ordnerabsperrung und konnte nur mit Mühe davon abgehalten werden, Martinsen persönlich die Meinung zu sagen. Ein Dutzend herbeigeeilte Ordner-Rotjacken sorgten schließlich für das geordnete Ende eines Derbys, dem derlei Aufregung auf dem Eis zwischenzeitlich gut getan hätte.

Alamstufe Rot im DEG-Drittel

Die von beiden Mannschaften mit offenem Visier geführte Anfangsphase bescherte 4637 Zuschauern immerhin einen kurzweiligen Start ins Spiel. Nach vier Minuten löste Dusan Frosch erstmals Alarmstufe Rot im Drittel der DEG aus, nachdem der Schuss von Teamkollege Dieter Orendorz in Billard-Manier als Bandenabpraller hinter dem Tor zur unbeabsichtigten Vorlage wurde, scheiterte jedoch an DEG-Torhüter Bobby Goepfert.

Gegen Sololäufer Marty Sertich verhinderte kurz darauf der ausgestreckte Schläger von Verfolger Bernhard Ebner Schlimmeres. Beim munteren Scheibenschießen mischte Rot-Gelb zunächst offensivfreudig mit, das Großchancenplus lag jedoch bei den Hausherren. Der erste „Torjubel“ des Abends ließ folglich nicht lange auf sich warten. Nach 37 Sekunden im ersten Powerplay wollte sich Books Macek schon feiern lassen. Hatte sich nach seinem Schlagschuss von der linken Seite aber zu früh gefreut. DEG-Keeper Goepfert, bekam den Schuss von Macek zwar noch mit hochgerissener Fanghand zu packen, landete jedoch mit dem im hohen Bogen trudelnden Puck im Tor. Die Schiedsrichter verweigerten dem vermeintlichen Treffer nach Studium der Videobilder jedoch die Gültigkeit. Weitaus schmerzhafter gestaltete sich für die Roosters der Ausfall von Mike York, der eine halbe Minute später ohne Fremdeinwirkung mit Verdacht auf Bänderverletzung im rechten Fuß vom Eis schlidderte.

Mit Thomas Gödtel riss die DEG ausgerechnet ein Ex-Düsseldorfer aus dem Kabinenschlaf. 87 Sekunden waren im Mittelabschnitt gerade einmal verstrichen, als der Verteidiger Keeper Goepfert zum 1:0 verlud. Auf der Gegenseite scheiterte Andreas Martinsen vor Iserlohns Schlussmann Mathias Lange mit der bis dahin größten DEG-Chance. Die Hoffnungen der Gäste auf den Ausgleich erwiesen sich in erster eigener Überzahl als trügerisch. Während Iserlohner Dusan Frosch die Strafbank drückte, konnte die DEG froh sein, nicht noch höher in Rückstand zu geraten. Einen Fehlpass von Ashton Rome konnte der durchstartende Marty Sertych jedoch nicht verwerten. Besser machte es Christian Hommel, der nach einer halben Stunde von der linken Seite lang und hoch zum 2:0 einnetzte.

Auch den Start ins letzte Drittel verschlief die DEG. Alexander Foster benötigte gerade einmal 83 Sekunden zum 3:0, während die DEG erst nach Bostroms Anschlusstreffer sechseinhalb Minuten vor dem Ende aufwachte.

 
 

EURE FAVORITEN