Vom Probespieler zum Roosters-Leistungsträger

Matt Tomassoni
Matt Tomassoni
Foto: Josef Wronski/IKZ
Matt Tomassoni erhielt zunächst nur einen vierwöchigen Probevertrag bei den Roosters. Die Iserlohner Skepsis aber war unbegründet: Tomassoni hat sich zum Leistungsträger in der Defensive entwickelt.

Iserlohn.. An seine Verpflichtung waren zunächst nicht allzu hohe Erwartungen geknüpft worden. Und dass Matt Tomassoni zunächst nur einen vierwöchigen Probevertrag bei den Roosters erhielt, unterstreicht, dass sich auch der Klub nicht sicher über das Leistungsvermögen des jungen US-Boys war.

Doch die Skepsis ist bislang unbegründet. Tomassoni hat sich auf Anhieb zu einem Leistungsträger in der Defensive entwickelt. Was für Trainer Doug Mason freilich nicht überraschend kam. Denn er hatte den Neuzugang mehrfach beobachten können, weil sein Sohn Steve zusammen mit Tomassoni im College-Team gespielt hat. „College-Spieler werden sehr gut ausgebildet“, begründete Mason seine Zuversicht. Auch Ex-Co-Trainer Bernd Haake war von der DEL-Tauglichkeit des 23-Jährigen überzeugt. „Es läuft dort alles sehr strukturiert, alles ist genau organisiert, es wird sehr hart gearbeitet“, bestätigt Tomassoni den guten Ruf der College-Teams.

An der Universität spielte Tomassoni mit Peltier

Vier Jahre lang war Tomassoni für die Miami University of Ohio (nicht Florida) aktiv, für die auch sein jetziger Mitspieler Derek Peltier im Einsatz war. Davor spielte der in Carol Stream bei Chicago geborene IEC-Neuzugang zwei Serien für Cedar Rapids Rough Riders. Erst als Elfjähriger kam er zum Eishockey, nachdem er zuvor drei Jahre lang Inlinehockey gespielt hatte. Im Miami-University-Team spielte Tomassoni nahezu alle Positionen: Abwehr, Angriff, Unterzahl, Überzahl, auch innerhalb eines Matches wechselte er oft die Aufgabe. „Nur nicht ins Tor!“, lacht er, der auch einige Einsätze für das U18-Team der USA absolviert hat und mit dieser Auswahl einmal im Rahmen eines hochkarätigen Turniers in Tschechien war. „Da haben wir das Finale gegen Kanada verloren“, blickt er auf seine einzige Europaerfahrung zurück.

Seine Vielseitigkeit hatte Tomassoni auch für den IEC interessant gemacht. Allzu lange hat er nicht überlegt, nach Iserlohn zu wechseln. In Nordamerika wäre er wohl in der ECHL gelandet. „Ich wollte in die für mich bestmögliche Liga“, beschreibt der Abwehrspieler seine Beweggründe, nach genauer Abwägung den Roosters zuzusagen. Große Gedanken darüber, dass das Abenteuer bereits nach vier Wochen beendet sein könnte, hat er sich bei seinem Entschluss nicht gemacht. „Aber ich wusste nicht wirklich, was auf mich zukommen würde.“ Inzwischen hat er erkannt, dass DEL-Eishockey dem nordamerikanischen sehr ähnlich ist. Angesichts der größeren Fläche („Ich mag das“) habe man in der DEL aber etwas mehr Zeit, in Nordamerika werde der Spieler mit Scheibenbesitz sofort attackiert.

Tomassoni will seine Kraft einsetzen

Zuletzt rückte Tomassoni in den Blickpunkt, weil er nachträglich eine umstrittene Sperre aufgebrummt bekommen hatte. Einen Zweikampf im Spiel gegen Ingolstadt werteten die Liga-Verantwortlichen als Check gegen den Kopf und sperrten ihn für zwei Partien. Nicht nur er hält die Strafe für unberechtigt. Aber die DEL habe wohl ein Zeichen setzen wollen. „Vielleicht werde ich dadurch etwas passiver“, ist sich Tomassoni noch nicht ganz über die Konsequenzen für seine künftige Spielweise bewusst. „Aber ich will nun mal meine Kraft einsetzen.“ Die Zuschauerrolle in Mannheim und gegen Wolfsburg sei jedenfalls frustrierend gewesen.

Insgesamt zieht er eine bislang positive Zwischenbilanz seines Wirkens, auch, weil er sich sehr wohl und gut aufgenommen fühlt. „Es gibt hier in Iserlohn und im Team sehr viel Energie. Ich bin happy, aber noch nicht zufrieden. Ich muss noch härter arbeiten, und es fehlt die Konstanz“, sieht er für sich noch Luft nach oben. Wie für das ganze Team. „Es kann noch besser werden. Denn wir verlieren, weil wir Fehler machen, und nicht, weil der Gegner stärker ist. Aber ich sehe da keine großen Probleme“, ist er deshalb auch fest davon überzeugt, dass die Mannschaft in die Play-offs kommen wird.

 
 

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