Robert Hock wartet auf ein Zeichen der Roosters

Es herrscht Gesprächsbedarf bei den Roosters: Robert Hock auf der Bank.
Es herrscht Gesprächsbedarf bei den Roosters: Robert Hock auf der Bank.
Foto: WAZ / FotoPool
Er ist der Kapitän der Iserlohn Roosters. Umso mehr grämt sich Robert Hock für die enttäuschende Saison in der Deutschen Eishockey Liga. „Ich habe einiges gut zu machen“, sagt er - und hofft, auch im nächsten Jahr am Seilersee spielen zu dürfen.

Iserlohn.. Robert Hock liebt Eishockey. Alles, was mit dieser Sportart sowie der Deutschen Eishockey Liga in Verbindung steht, saugt der Kapitän der Iserlohn Roosters in seinem Gedächtnis auf. Die Vor-Play-offs, die am Mittwochabend beginnen, sollten zum Pflichtprogramm eines solch’ positiv Verrückten gehören. Zumal die Partie zwischen Nürnberg und Wolfsburg live übertragen wird.

Doch Hock schaut weg. Er schaltet nicht ein, sondern ab.

„Die Wunde ist noch viel zu frisch“, erklärt der im Januar 40 Jahre alt gewordene Stürmer. Denn in einem der zwei Duelle wollte er mit den Iserlohn Roosters stehen. „Dass wir uns das mit zehn Niederlagen in Folge selbst verbockt haben, ist so bitter“, sagt Robert Hock, „ich glaube nicht, dass ich mir die Play-offs anschaue.“

Hock: Niemand kann sich von Kritik freisprechen

Mehr als über die Frage, ob sein Favorit Mannheim oder irgendeine andere Mannschaft deutscher Meister wird, zermartert sich der Mann, der alle 52 Spiele der Hauptrunde bestritt und mit 14 Toren hinter Michael Wolf (23) und Mike York (18) drittbester Torschütze der Sauerländer war, außerdem den Kopf darüber, wie es zu der am Seilersee beispiellosen Negativserie kommen konnte. „Jeder in der Mannschaft muss sich Kritik gefallen lassen“, sagt Hock, „wenn man Vorletzter wird, kann sich niemand davon freisprechen.“

Brück fordert Analyse ein

Harte Fakten kann der erfolgreichste Scorer der DEL-Geschichte allerdings noch nicht liefern. „Wir hatten jetzt zwei, drei Tage, in denen alles erstmal sacken konnte“, erklärt er, „denn nach dem Sieg gegen Köln haben wir ja sogar nach oben geschaut.“ Nun stehen jedoch die Einzelgespräche zwischen sportlicher Leitung und Spielern an und im Anschluss erwartet Roosters-Boss Wolfgang Brück eine detaillierte Analyse der Saison. „Populistische Schnellschüsse braucht niemand“, erklärt Brück. „Eine solche Analyse ist während einer Saison nicht zu erarbeiten, dafür braucht man Zeit und die haben die Verantwortlichen jetzt.“ Spätestens nach den Osterferien werden die Iserlohner ihre Erkenntnisse und vor allem die Schlüsse daraus der Öffentlichkeit präsentieren.

Bereits am Freitag vor der Saisonabschluss-Veranstaltung wird der Klub hingegen mitteilen, welche noch nicht unter Vertrag stehenden Spieler ein Angebot erhalten und mit wem nicht mehr geplant wird. Robert Hock, seit 2006 am Seilersee und mittlerweile eine Roosters-Institution, wartet ebenfalls auf ein Zeichen.

Hock: „Nachvollziehbar, dass die Leute böse sind“

Weiterspielen will er auf jeden Fall. „Ich möchte meine Karriere nicht mit einer so negativen Note wie dieser beenden“, erklärt Hock. Ein weiteres Jahr soll mindestens noch folgen, „und ich hoffe, dass es in Iserlohn sein wird“. Zu sehr gefallen ihm Verein, Stadt und Fans - obwohl Hock weiß, dass Teile der Anhängerschaft seinen Spielstil nach dieser enttäuschenden Saison besonders kritisch sehen.

„Es ist doch nachvollziehbar, dass die Leute böse sind“, sagt er, „sie sind genauso enttäuscht wie die Mannschaft.“ Nachdem beim Heimspiel gegen Krefeld die Verabschiedung kurzfristig abgesagt wurde, hofft Hock auf eine gelöste Atmosphäre am Freitag. „Ich kann ja nur für mich sprechen“, sagt er, „aber ich weiß, dass ich einiges gut zu machen habe.“ Zwar nimmt sich seine Liebe gerade eine Auszeit, aber erloschen ist sie nicht.

 
 

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