Michael Wolf verlässt die Iserlohn Roosters Richtung München

Wechselt nach München: Iserlohns Stürmer Michael Wolf.
Wechselt nach München: Iserlohns Stürmer Michael Wolf.
Foto: Thomas Nitsche
Das ist eine Hiobsbotschaft für die Eishockey-Freunde in Iserlohn: Torjäger und Identifikationsfigur Michael Wolf wird den Klub in diesem Sommer verlassen und zum EHC Red Bull München wechseln. Nicht das Geld zieht in fort, sondern die Nähe zu seiner Heimat.

Iserlohn.. Um die beschauliche Welt am Eishockey-Standort Iserlohn zu erschüttern, muss schon viel passieren. Doch diese Nachricht hat allemal das Potenzial dazu: Stürmer Michael Wolf wird die Iserlohn Roosters verlassen!

Nach exklusiven Informationen dieser Redaktion wird der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, der seine Teilnahme an der derzeit laufende Weltmeisterschaft in Weißrussland verletzt absagen musste, seine Zelte am Seilersee abbrechen und im Sommer zum EHC Red Bull München wechseln. Wolf urlaubt derzeit, der Verein mag den Vorgang nicht kommentieren.

Seit 2005 in Iserlohn

Der 33-Jährige steht seit 2005 für die Sauerländer auf dem Eis, im Sommer 2011 verlängerte er seinen Vertrag bis 2015. „Die Roosters sind meine sportliche Heimat, ich identifiziere mich mit diesem Verein und seinen Fans“, sagte er damals. Doch bevor das Wolf-Jahrzehnt vollendet ist, wendete er sich nun mit der Bitte an die Vereinsführung, den Klub verlassen zu dürfen. Die Roosters-Bosse könnten auf die Einhaltung des Vertrages bestehen, doch offenbar werden sie Michael Wolf keine Steine in den Weg legen. Das liegt gewiss nicht daran, dass man ihn in Iserlohn nicht mehr will. Es ist viel mehr der Dankbarkeit geschuldet.

Ehrgeizig und bescheiden - mit diesen Attributen hat sich Michael Wolf in all den Jahren zum Publikumsliebling aufgeschwungen und war im personellen Auf und Ab eines Eishockeyklubs mehr als nur eine Konstante. Er war eine Identifikationsfigur, schoss Tore wie am Fließband, hielt die Mannschaft zusammen, der er seit der vergangenen Saison als Kapitän vorstand, und lehnte deutlich lukrativere Angebote der Konkurrenz aus der Deutschen Eishockey-Liga mit dem Hinweis auf den Wohlfühlfaktor in Iserlohn ab.

In Füssen hat Wolfs Vater ein Schuhgeschäft

Nun geht er zu den mit den Millionen von Red Bull üppig aufgerüsteten Münchnern - aber Geld ist nicht der entscheidende Faktor. Wolfs Entschluss hat offenbar eher einen privaten Hintergrund. Den heimatverbundenen Torjäger zieht es mit seiner Familie - Töchterchen Lara wird im September ein Jahr alt - zurück nach Süddeutschland. Füssen ist seine Heimat, dort gehört seinem Vater ein Schuhgeschäft, von dem er schon immer sagt, dass er sich vorstellen könne, es eines Tages zu übernehmen.

 
 

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