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In Iserlohn geboren, bei den Roosters Profi geworden

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Foto: IKZ/Michael May
Er verkörpert jene Philosophie, die die Iserlohn Roosters umsetzen möchten, die aber sehr, sehr viel Geduld und Stehvermögen erfordert. Denn Dieter Orendorz ist ein Eishockey-Profi, der in Iserlohn geboren wurde, der in der Waldstadt das Eishockeyspielen erlernte und der sich nun, in seiner zweite kompletten Profisaison, anschickt, Stammspieler zu werden.

Iserlohn. 

In dieser Rolle spielt er aber nahezu den Solisten: Christian Hommel stand und Collin Danielsmeier steht ebenfalls für diesen Weg, Marcel Kahle könnte ihn einschlagen. „Natürlich ist es etwas Besonderes, nun in der DEL für den eigenen Verein aufzulaufen“, sagt Verteidiger Dieter Orendorz. „Iserlohn ist schließlich meine Heimat. Und ich habe schon als kleines Kind Roosters-Spiele gesehen und war begeistert. Da habe ich gedacht: Das will ich schaffen.“

Inzwischen befindet sich der 22-Jährige auf einem guten Weg. „Ich möchte den Durchbruch schaffen. Aber ich bin noch im Lernmodus und kein kompletter Spieler“, weiß der ehemalige DNL-Spieler, dass noch reichlich Arbeit auf ihn wartet, obwohl die „62“ in dieser Saison sehr viel Spielanteile erhalten hat. „Aber wir haben acht Verteidiger, da wird das noch schwieriger. Deshalb muss man immer bereit sein.“ Und wenn es mal nicht zu regelmäßigen Einsatzzeiten reicht, steckt er keinesfalls den Kopf in den Sand: „Natürlich ist das nicht einfach. Aber diesen Prozess muss man durchmachen. Man akzeptiert das und trainiert noch härter.“

Spielpraxis hatte sich Orendorz reichlich in der Oberliga geholt, in Hamm, Dortmund, Essen und Duisburg. „Denn der Schritt von der DNL in die DEL ist zu groß.“ Das musste er erkennen, obwohl der Defender als Jungjahrgang zum Kader der U20-Nationalmannschaft gehörte, also dem unmittelbaren Unterbau des A-Teams, und bei der A-WM in Buffalo spielte, aber abstieg. Das war für ihn trotzdem ein Karriere-Highlight. „Darauf ist man natürlich sehr stolz“, blickt er auf seine Zeiten in den diversen Nachwuchsnationalmannschaften (ab U16) mit Freude zurück.

Die Eishockeykarriere begann im Alter von acht Jahren. Zunächst hatte „Klein-Dieter“ einen Monat beim VfK Iserlohn Fußball gespielt. Doch sein Bruder Kevin, der nun in Krefeld ist, war schon bei den Young Roosters aktiv. „Ich habe gesehen, dass ihm das Spaß gemacht hat, und ich fand Fußball langweilig“, beschreibt der Sohn des ehemaligen Kattowitzer Eishockey-Profis Heinrich Orendorz seinen nie bereuten Sportartwechsel. Mit 17 erhielt er seinen ersten Profivertrag bei den Roosters, machte aber parallel dazu sein Fachabitur am Berufskolleg, was für ihn sehr wichtig war, wenngleich die Doppelbelastung nicht einfach zu meistern war.

„Das Tempo ist ganz anders, Taktik ist sehr wichtig. Da muss man sich richtig durchbeißen“, berichtet Orendorz, der noch einen Zwei-Jahres-Kontrakt besitzt, von seinen ersten Eindrücken als Profi. Hier zählt er seinen ersten DEL-Treffer zu den Highlights. „Das war am dritten Januar gegen Ingolstadt“, erinnert sich der Verteidiger noch genau an diesen Moment zu Jahresbeginn. „Da ist eine große Last von mir gefallen.“ Der Puck, den Mike York für ihn sicherte, hat einen besonderen Platz, ebenso wie jener nach seinem ersten Oberligator. In dieser Saison hat er schon einmal getroffen. „Vielleicht gelingt mir ja noch eins.“ Aber primär ist Dieter Orendorz für das Verhindern von Toren zuständig.

„Möchte einer der besten Spieler werden“

Sein Fernziel ist, unter die Top-Fünf-Verteidiger zu kommen, „denn ich möchte einer der besten Spieler werden.“ Und das Nationalteam? „Das ist auch ein Ziel, aber da mache ich mir keinen Druck.“ Kontakte gibt es jedenfalls nicht, gleichwohl Bundestrainer Pat Cortina vor Saisonbeginn einmal in Iserlohn war. Gespräche fanden nicht statt.

Ein weiterer Höhepunkt in der noch jungen Profi-Laufbahn waren natürlich die Play-offs. Diese K.o.-Spiele haben eine ganz andere Qualität als jene, die er mit Dortmund in der Oberliga bestritten hat. Und dieses Erlebnis möchte Orendorz, der mit der Iserlohner Eishockeyspielerin Rebecca Graeve liiert ist, noch einmal erleben. Und seine Zuversicht ist groß, dass es gelingt: „Denn diese Mannschaft kann noch viel reißen!“