Brodie Dupont vor der Vertragsverlängerung bei den Iserlohn Roosters

Die Enttäuschung war nach dem Viertelfinalaus allen Roosters ins Gesicht geschrieben.
Die Enttäuschung war nach dem Viertelfinalaus allen Roosters ins Gesicht geschrieben.
Foto: Josef Wronski/IKZ
Nach dem Play-off-Aus beginnen bei den Iserlohn Roosters die Planungen für die kommende Saison. Während der Verbleib von Stürmer Stürmer Brodie Dupont perfekt scheint, stehen die Zeichen bei Keeper Erik Ersberg und Chris Connolly auf Abschied.

Iserlohn.. „Natürlich hätte ich heute gerne noch ein siebtes Spiel gegen Hamburg erlebt.“ So wie Roosters-Manager Karsten Mende erging es am Sonntagnachmittag gewiss vielen anderen. Aber: Die knappste aller möglichen Niederlagen am Freitag bedeutete das Saisonaus nach dem sechsten Spiel der packenden Viertelfinal-Serie gegen Hamburg.

„Und wir hätten es auch noch einmal verdient gehabt zu spielen“, spricht Mende dem Team nach dem 0:1 ein dickes Lob aus, sagt aber gleichzeitig: „Hamburg hat eine tolle Mannschaft.“ Doch in den letzten Wochen ist ein solches Kompliment auch den Roosters zuteil geworden. Und welche Wirkungen gehen von diesem am Ende dann doch noch erfolgreichen Saisonverlauf aus? Sportlich? Wirtschaftlich? „Es gibt positive Anzeichen“, spricht Mende Signale aus Sponsorenkreisen an, ohne ins Detail gehen zu wollen bzw. zu können. Aber die Sauerländer haben mit ihrer Aufholjagd vom letzten Tabellenplatz auf sich aufmerksam gemacht und Werbung in eigener Sache betrieben.

"Wir können stolz sein"

Mendes sportliche Erkenntnis fällt positiv aus, denn er sagt: „Wichtig ist, dass ein Großteil der Mannschaft zusammen bleibt, wir haben gesehen, wozu sie in der Lage ist.“ In diesem Zusammenhang schwärmt er nicht nur von einem herausragenden letzten Spiel. „Besser geht es wohl kaum. Wer da keinen Puls von hundertachtzig hatte. . . “ In diesem Zusammenhang möchte er auch einmal die Unparteiischen loben. „Sie haben einen hervorragenden Job gemacht“, so Mende.

„Wir können stolz sein“, bilanzierte Stürmer Christian Hommel am Freitag unmittelbar nach dem 0:1 und erinnert an die Aufholjagd. „Wir haben noch einmal den Karren aus dem Dreck gezogen.“ Dabei lobt er auch die Fans, nicht immer herrschte Harmonie. „Auch sie haben die Kurve bekommen. Team und Zuschauer haben wieder zusammengefunden.“ Ein besonders dickes Lob hält er für Youngster Dieter Orendorz bereit, der sich zum Stammverteidiger entwickelt hat. „Er hat so geil gespielt“, sagt „Hommi“ in seiner ihm typischen Art. „Das zeigt, dass auch junge deutsche Spieler in dieser Liga spielen können.“ Schon vor dem Viertelfinale hatte er zudem die Leistung des Klubs herausgehoben. „Wenn ein kleiner Verein wie Iserlohn in den letzten sieben Serien dreimal in den Play-offs gestanden hat, ist das nicht so schlecht.“

Macek vergab die Chance auf die Verlängerung

Trost benötigte natürlich Brooks Macek, der neun Sekunden vor dem Ende mit seinem Penalty an Keeper Dimitrij Kotschnew scheiterte. „Kopf hoch“, gibt ihm Mende mit auf den Weg, selbstverständlich ohne jeglichen Vorwurf an den Schützen. Die Erfolgschancen bei diesem Duell Spieler contra Torhüter stehen laut Manager bei 30:70. „Das ist die höchste aller Strafstoßdisziplinen“, sagt er im Vergleich zu einem Elfmeter beim Fußball, einem Siebenmeter beim Handball oder einem Freiwurf beim Basketball.

An diesem Montag setzen sich Mende und das Trainer-Duo Jari Pasanen/Jamie Bartman zusammen, um zu bilanzieren und die notwendigen Schlüsse zu ziehen. Am Dienstag folgen die Einzelgespräche mit den Spielern, am Freitag soll voraussichtlich die Abschlussfeier stattfinden, in der ersten Augustwoche beginnt die Saisonvorbereitung.

Etliche Personalien müssen geklärt werden

Dazwischen müssen etliche Personalien geklärt werden. Wer bleibt? Wer geht? Wer kommt? Perfekt scheint der Verbleib von Stürmer Brodie Dupont zu sein. Dessen Nachverpflichtung war ein wichtiger Mosaikstein, Dupont hat vor allem durch seine körperliche Präsenz und Zweikampfstärke überzeugt. Das wäre nach Mathias Lange und Colten Teubert (Zwei-Jahres-Vertrag) die dritte Vertragsverlängerung.

So gut wie sicher ist der Abgang von Keeper Erik Ersberg, den es zurück nach Schweden zieht. Zudem wird aus Schweden vermeldet, dass Chris Connolly zu Leksands IF in die Profiliga SHL wechseln soll. Hintergrund ist eine Aussage seines Bruders Jack, 24-jähriger Center bei Färjestads BK. Der möchte gerne mit Chris zusammenspielen und sucht einen Verein, der dem Duo das ermöglicht. Mit Leksands seien nur noch Details zu klären. „Ich gehe davon aus“, rechnet Mende nicht mehr mit dem Verbleib der Nachverpflichtung. Connolly war eine wichtige Säule im Team. Definitiv perfekt ist schon seit Wochen der Wechsel von Tyson Mulock nach Wolfsburg. Der Stürmer hatte in den letzten Wochen nicht überzeugt und war im Verlaufe der Saison vom ersten in den vierten Sturm durchgereicht worden. Sein Karriereende hat Verteidiger Lasse Kopitz verkündet.

Augsburgs Torhüter ist kein Thema

Kein Thema ist die Verpflichtung von Torhüter Patrick Ehelechner aus Augsburg. „Es gab keine Gespräche“, so Mende zum wiederholten Male. „Höchstens, wenn wir in acht Wochen noch suchen.“ Offenbar hat auch Mannheim Interesse am AEV-Goalie. In Augsburg sollen unterdessen Mike Brennan und Alex Foster im Gespräch sein. Mende: „Davon weiß ich nichts.“ Über einen Wechsel von Marty Sertich nach Straubing gibt es ebenfalls nur Spekulationen.

Zudem soll, wie schon öfters, auch Kapitän Michael Wolf offenbar im Fokus anderer Klubs (München?) stehen. „Auch davon weiß ich nichts, aber das will ich nicht ausschließen“, so Mende zu möglichen Offerten. Der Stürmer bewertete seine Leistungen in den Play-offs als enttäuschend und kündigte eine Steigerung an. Sein Vertrag läuft noch eine Saison.

 
 

EURE FAVORITEN