Auch in Berlin verlieren die Iserlohn Roosters knapp

Er war selbst überrascht, dass ihn niemand hinderte: Barry Tallackson nutzte die Iserlohner Verwirrung.
Er war selbst überrascht, dass ihn niemand hinderte: Barry Tallackson nutzte die Iserlohner Verwirrung.
Foto: imago
Die Iserlohn Roosters verlieren bei den Eisbären Berlin mit 3:4. Nach drei Niederlagen in Folge fordert Trainer Jari Pasanen: „Wir müssen uns verbessern.“

Berlin/Iserlohn.. Jari Pasanen gestikulierte. Er redete auf die Schiedsrichter ein. Wieder und wieder. Allein: Es brachte nichts. „Die wollten gar nicht hören, was ich zu sagen hatte“, erklärte der Trainer der Iserlohn Roosters nach der bitteren 3:4-Niederlage seiner Mannschaft in der Deutschen Eishockey Liga bei den Eisbären Berlin. Es war die dritte äußerst knappe Niederlage der Sauerländer in Folge nach der Deutschland-Cup-Pause. Am Sonntag empfangen sie um 19 Uhr in der heimischen Eishalle am Seilersee die Adler Mannheim – und für Jari Pasanen steht fest: „Wir müssen uns verbessern.“

Die vorentscheidende Szene der Partie, die zu so vielen Debatten führte, durften die Zuschauer in Berlin in der 33. Minute bestaunen. Unmittelbar im Anschluss an ein Bully im eigenen Drittel stürzte Berlins Darin Olver auf das Eis und schubste den Puck geistesgegenwärtig mit der Hand in Richtung des Iserlohner Drittels. Während Roosters-Verteidiger Hannu Pikkarainen lediglich einen Arm hob und darauf wartete, dass die Schiedsrichter das Spiel auf Grund eines Regelverstoßes unterbrechen würden, nahm Berlins Barry Tallackson die Scheibe auf, lief alleine auf das Tor von Mathias Lange zu und traf souverän zur 3:1-Führung für die Gastgeber.

„Ich habe die Szene nicht richtig gesehen, aber Hannu hat wohl auf den Pfiff gewartet“, sagte Roosters-Spieler Christopher Fischer gegenüber „Telekomeishockey“. Und ergänzte: „Aber so lange der Pfiff nicht kommt, dürfen wir nicht aufhören zu spielen.“ Dem stimmte zwar nach dem Spiel auch Pasanen zu, allerdings beharrte der Trainer darauf, dass die Schiedsrichter eine Fehlentscheidung getroffen hätten. „Das ist ein irreguläres Tor“, sagte er und erklärte: „Der Bullymann darf den Puck nicht mit der Hand spielen. Einen Handpass darfst du im eigenen Drittel spielen, natürlich. Aber wenn der Bullymann einen Handpass macht, ist es eine Zwei-Minuten-Strafe.“

Die Schiedsrichter entschieden anders und Berlin führte mit 3:1. Zuvor hatten sich die Roosters vom 0:1-Rückstand durch den Treffer von André Rankel (14. Minute) nicht aus dem Konzept bringen lassen und in der 19. Minute durch Louie Caporusso zum 1:1 ausgeglichen. Für den Stürmer war dies das erste Saisontor.

Caporusso trifft zweifach für die Roosters

Wenige Sekunden später jubelten die Sauerländer sogar kurz über die vermeintliche 2:1-Führung – allerdings verweigerten die Schiedsrichter dem Tor von Matt Halischuk zurecht die Anerkennung. Er hatte den Puck mit zu hohem Stock entscheidend abgefälscht. Das Tor zum 2:1 für die Eisbären durch Jonas Müller (25.) schockierte die Roosters nur kurz – das 1:3 von Tallackson schon mehr. Zwar gaben sie auch nach dem 1:4 von Kyle Wilson (38.) nicht auf, doch trotz der Treffer von Troy Milam (51.) und erneut Louie Caporusso – 30 Sekunden vor der Schlusssirene – reichte es nicht mehr zum Ausgleich.

„Die Jungs haben nicht aufgegen“, sagte Pasanen. „Aber wir haben erst im letzten Drittel gezeigt, was wir spielen können. Die ersten 40 Minuten waren vielleicht nicht intensiv genug.“

EURE FAVORITEN

Weitere interessante Artikel