Düsseldorfer EG hat eine Doppelspitze mit russischer Nuance

Mit Zuversicht in die Zukunft: Die neue Geschäftsleitung der Düsseldorfer EG.
Mit Zuversicht in die Zukunft: Die neue Geschäftsleitung der Düsseldorfer EG.
Foto: Lars Heidrich / WAZ FotoPool
Elmar Schmellenkamp nahm nach zwölf Jahren als DEG-Geschäftsführer Abschied. Auch die Gesellschafterstruktur bei dem DEL-Klub erfuhr tiefgreifende Veränderungen. Mit dem russischen Unternehmer Mikhail Ponomarev und dessen Firma Energy Consulting ist nun ein neuer Gesellschafter an Bord.

Düsseldorf.. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge nahm Elmar Schmellenkamp am Dienstag Abschied. Nach insgesamt zwölf Dienstjahren als Geschäftsführer der DEG, in denen er den Eishockeyklub mehrfach vor dem Sturz aus der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) bewahrte, gab er die Verantwortung in neue, in jüngere Hände.

Die Gesellschafter des achtmaligen Deutschen Meisters kamen der Bitte Schmellenkamps um seine Abbestellung im Rahmen ihrer Versammlung am Montagabend nach. Mit Jörn Klocke (44) und Paul Specht (34) präsentierte die DEG gestern Nachmittag eine neue Doppelspitze, die den finanzschwachen Verein wieder auf solide Beine stellen soll.

Tiefgreifende Veränderungen erfuhr auch die Gesellschafterstruktur. Sowohl Suppenfabrikant Ben Zamek, als auch das insolvente Verlagshaus VVA traten ihre Anteile ab. Mit dem russischen Unternehmer Mikhail Ponomarev und dessen Firma Energy Consulting ist dafür ein neuer Gesellschafter an Bord. Gesellschafter und Gönner Peter Hoberg, der die Profiabteilung des Vereins mit großzügigen Finanzspritzen zuletzt mehrfach vor dem „Aus“ bewahrte, stockte seine Anteile ebenfalls auf.

DEG soll wieder Fahrt aufnehmen

„Somit haben wir Voraussetzungen für aktive Gesellschafter geschaffen“, betonte Schmellenkamp, „der Verein hat wieder Wasser unter dem Kiel.“ Das zuletzt sportlich wie finanziell sinkende DEG-Schiff soll mit den Umstrukturierungen wieder neue Fahrt aufnehmen.

Welche Rolle dabei der neue Mann auf der Kommandobrücke spielt, blieb gestern noch unbeantwortet. Den Medien gegenüber gewährte Mikhail Ponomarev einen kurzen Einblick in seine Person als Eishockeyfan. Der in Düsseldorf lebende Neu-Gesellschafter sei in diesem Punkt, wie er sagte, als typischer Russe eben eishockeyverrückt. Welche Absichten hingegen der Geschäftsmann Ponomarev mit seinem Investment bei der DEG verfolgt, bleibt unklar.

Die Dolmetscherin des 39-Jährigen hatte gestern jedenfalls mitunter reichlich Mühe, die Liebe des Investors zum Pucksport zu verbalisieren.

„Der Verein ist derzeit auf dem niedrigsten Niveau seit seiner Gründung und hat ein negatives Image“, ließ Ponomarev wissen. Er sei jedoch sehr ambitioniert, den Klub auf ein besseres Niveau und wieder in die schwarzen Zahlen zu führen. Die Gründung eines Aufsichtsrates soll es zukünftig ermöglichen, externen Fachverstand an die Geschäftsführer und Gesellschafter heranzuführen. Eine dafür nötige Satzungsänderung soll bei einer der nächsten Gesellschafterversammlungen beschlossen werden.

Zuversichtliche DEG-Spitze

Die neue Doppelspitze der Geschäftsführung gab sich am Dienstag zuversichtlich bis ambitioniert. „Wir werden die Politik der kleinen Schritte betreiben. Wir wollen frühstmöglich für Planungssicherheit sorgen und müssen die Zuschauerzahlen steigern. Dessen sind wir uns bewusst“, betonte Jörn Klocke. Während er fortan an vorderster Front um Sponsoren kämpfen wird, zeichnet sich sein Partner Paul Specht künftig für die kaufmännische Geschäftsführung verantwortlich. „Die beiden Jungs“, so Schmellenkamp, „haben unser vollstes Vertrauen!“

Mit 50,4 Prozent der Gesellschaftsanteile bleibt der Stammverein der DEG weiterhin Hauptgesellschafter. Nach dem Ausstieg von Ben Zamek und dem Verlagshaus VVA halten Peter Hoberg und Mikhail Ponomarev jeweils 18,6 Prozent. Die übrigen 12,4 Prozent der Gesellschafteranteile liegen bei der Bau und Brunnen AG der Radeberger Gruppe.

 
 

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