Deutschland kassiert zweite Niederlage bei Eishockey-WM

Dennis Seidenberg (r.) im Duell mit dem Norweger Mathis Olimb.
Dennis Seidenberg (r.) im Duell mit dem Norweger Mathis Olimb.
Foto: Getty Images
  • Deutschland hat bei der Eishockey-WM gegen Norwegen mit 4:5 nach Penaltyschießen verloren
  • Das DEB-Team verliert das Viertelfinale aus den Augen

Herning. Bei Weltmeisterschaften gelang einem deutschen Eishockeyteam zuletzt 2007 ein Sieg über Norwegen. Das 5:3 damals im Moskauer Vorort Mytischi ist eine gefühlte Ewigkeit her. Fast genau elf Jahre später steht die miese Bilanz gegen die Nordmänner immer noch. In einer umkämpften zweiten Gruppenpartie bei der WM in Herning kassierte die DEB-Auswahl von Bundestrainer Marco Sturm beim 4:5 (2:2, 1:1, 1:1, 0:0, 0:1) nach Penaltyentscheid die zweite Niederlage.

Mit nur zwei Punkten im Gepäck und einer harten Aufgabe am Montag (16.15 Uhr/Sport1) gegen die USA vor der Brust stehen die Chancen nicht gerade rosig, im Kampf um einen Viertelfinalplatz zu bestehen. Die US-Auswahl tritt mit gleich 21 Akteuren aus der National Hockey League (NHL) an und ist nach dem überzeugenden 4:0 über Dänemark am Samstagabend klarer Favorit.

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Bundestrainer Sturm reagierte auf die wenig erquickliche Vorstellung beim 2:3 im Penaltyentscheid gegen Gastgeber Dänemark. Drei seiner vier Angriffsreihen mischte der 1006-malige NHL-Angreifer neu gemischt. Nur Leon Draisaitl, Deutschlands Bester, hatte den schnellen Yasin Ehliz sowie Mannheims Matthias Plachta an wie gewohnt an der Seite.

Die Umstellungen halfen zunächst wenig. Norwegen schockte Deutschland: erst Unterzahltor des Neu-Düsseldorfers Ken Andre Olimb, dann Abstauber von Thomas Valkvae Olsen, der einen Fehler von Torwart Tiemo Pielmeier ausnutzte - 0:2 nach siebeneinhalb Minuten. Die gut 1500 deutschen Fans in der Jyske Bank Boxen zu Herning waren geplättet.

Ein Eigentor des Norwegers Steffen Thoresen in der vierten deutschen Überzahl musste her, um die DEB-Auswahl ins Spiel finden zu lassen. Der Treffer wurde dem gegen Dänemark nach einem Bandencheck leicht angeschlagenen Meister-Münchener Patrick Hager zugesprochen.

Noch vor der ersten Drittelpause fiel der Ausgleich. Collegespieler Marc Michaelis erwischte Norwegens Torhüter Henrik Haukeland auf dem falschen Schlittschuh: 2:2!

Zwar gestaltete Deutschland das Mitteldrittel überlegen. Norwegens zweite Reihe allerdings ließ das deutsche NHL-Trio beim 3:2 durch Anders Bastiansen wie Schüler aussehen. Korbinian Holzer (Anaheim), der einige Male indisponierte Kapitän Dennis Seidenberg (New York Islanders) und auch Leon Draisaitl (Edmonton) sahen beim flott herausgepassten Gegentor freundlich zu.

Angreifer Draisaitl war ansonsten kaum ein Fehler nachzuweisen. Der 22-jährige Kölner glänzte spielerisch, zog seine Kollegen mit, legte Patrick Hagers 3:3 in Überzahl prima auf.

Der Schlussabschnitt wurde dann zum befürchteten Zitterspiel. Und wieder patzte Torsteher Timo Pielmeier. An einem harmlosen Weitschuss des Tschechien-Legionärs Daniel Sorvik von der Blauen Linie griff die Fanghand des Ingolstädters vorbei: ein geschenktes 3:4.

Gut, dass im Gegenzug Leon Draisaitl den erneuten Ausgleich auflegte. Diesmal vollstreckte Münchens Verteidiger Yannic Seidenberg per Bauerntrick.

Die Punkteteilung nach 60 Minuten war gerecht, auch wenn Deutschland die leichte Chancenüberzahl hatte.

In der Verlängerung war Norwegen dem Sieg nah, traf aber trotz Überzahl nicht. Wie gegen Dänemark mussten die Penaltys entscheiden. Hier setzte sich Norwegen mit 3:0 durch, der Treffer des Krefelders Mathias Trettenes zählt für die Statistik.

Im dritten Vorrundenduell der deutschen Auswahl gegen die USA am Montag (16.15 Uhr/Sport1) treffen übrigens die beiden hinter dem Kanadier Connor McDavid (Edmonton Oilers) teuersten Spieler des WM-Turniers aufeinander.

Der Amerikaner Patrick Kane besitzt bei den Chicago Blackhawks in der National Hockey League (NHL) einen Achtjahresvertrag über 84 Millionen Dollar. Das Arbeitspapier des gebürtigen Kölners Leon Draisaitl bei den Edmonton Oilers ist 68 Millionen Dollar wert - über die gleiche Laufzeit wie bei Kane.

Mit Ausnahme von Collegespieler Quinn Hughes (University of Michigan) stellen die US-Amerikaner gleich 21 NHL-Profis. Gastgeber Dänemark hatten gegen die Truppe von Cheftrainer Jeff Blashill (Detroit Red Wings) am Samstagabend beim 0:4 vor 10 000 Zuschauern in der Jyske Bank Boxen nicht den Hauch einer Chance.

Und auch beim 5:4 nach Penaltyschießen über den 27-maligen Weltmeister und Weltranglistenersten Kanada im Eröffungsspiel am Freitag überzeugten die US-Boys auf ganzer Linie.

Immerhin einen statistischen Pluspunkt verbucht die DEB-Auswahl für sich: Bei den beiden jüngsten Weltmeisterschaften in Köln und in St. Petersburg setzten sich in der Vorrunde jeweils die Adler-Träger durch und legten mit diesen Siegen bei beiden Turnieren den Grundstein für das Erreichen des Viertelfinals.

 
 

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