DEL-Plan sorgt für Kopfschütteln bei DEG-Trainer Brittig

Die DEL strebt zum 1. Januar 2013 eine härtere Regelauslegung an und sorgt für Kopfschütteln bei Trainer Christian Brittig von der Düsseldorfer EG. Brittig steht für eine körperbetonte Spielweise ein. Am Freitag tritt die DEG in Ingolstadt an.

Düsseldorf.. Die DEG-Eishockeycracks standen in der vergangenen Woche bei der DEL-Manager-Tagung in Berlin im Fokus. Nicht jedoch wegen der erneuten finanziellen Schwierigkeiten für die Saison 2013/14. Sondern wieder einmal der viel diskutierte Check von Verteidiger Marc Zanetti am 2. November gegen Münchens Viktor Ekbom, für den der 21-jährige Rot-Gelbe bekanntlich eine Fünf-Spiele-Sperre erhalten hatte. Die Liga strebt auch in Folge dieser Szene zum 1. Januar 2013 eine neue Auslegung der Regel 522 an. Nicht mehr nur Checks gegen den Kopf, sondern auch unkorrekte Körperangriffe wie Blindsite-Checks, die der Gegenspieler von der Seite nicht kommen sieht, sollen künftig nachträglich untersucht werden. Unabhängig von der verhängten Strafe.

Keine Tatsachenentscheidung

Über etwaige Sperren soll dann nach Freitagsspielen bereits am Samstag der Disziplinarausschuss entscheiden. Die Vereine müssen der Liga die Bilder unmittelbar nach dem Spiel zur Verfügung stellen. Die DEL will mit dieser Maßnahme noch mehr Härte aus dem Spiel nehmen. Dabei sind krachende Checks wie der von Zanetti genau das, was die Fans in diesem Sport sehen wollen. Allerdings nicht auf Kosten von Verletzungen.

Der richtige Mittelweg

Eine neue Regelauslegung, die bei Trainer Christian Brittig zu Kopfschütteln führt. Der gebürtige Landshuter steht für eine körperbetonte Spielweise ein. Und seine Mannschaft hat nach zahlreichen Sperren bereits zurückgesteckt und gerade den richtigen Mittelweg gefunden, hart auf den Mann zu spielen, ohne dafür jedoch bestraft zu werden.

„In Meisterschaftsspielen kann genau diese körperliche Spielweise den Unterschied ausmachen. Aus diesem Grund habe ich zweitausend neun mit Bietigheim gegen München den Zweitliga-Titel geholt“, so Brittig. Und betont auch vor dem Freitagsduell (19.30 Uhr, Südliche Ringstraße, live im DerWesten-Ticker) in Ingolstadt: „Wenn wir siebzig Checks fahren, haben wir fast immer gepunktet.“ Jedoch zumeist in eigener Halle. Mickrige acht Zähler bei nur einem Drei-Punkte-Erfolg haben die Rot-Gelben indes erst in 15 Auswärtspartien zusammengebracht. Die meisten Checks in einem Match datieren übrigens dennoch vom 12. Oktober bei der 1:2-Verlängerungsniederlage in Mannheim: 124!

An diese Zahl will die DEG in Ingolstadt mit ihrem nur 18 Mann dünnen Mini-Kader trotz der Rückkehr nach überstandener Magen-Darm-Grippe von Travis Turnbull und Drew Paris heute anknüpfen. Alex Henry darf nach seiner Sechs-Spiele-Sperre erst Sonntag (16.30 Uhr, Rather Dome, live im DerWesten-Ticker) gegen die Krefeld Pinguine wieder ran.

Apropos Ingolstadt. Bei den Donau-Panthern war es am 5. Oktober zu einem Eklat gekommen. ERC-Trainer Rich Chernomaz hatte auf der Pressekonferenz zunächst DEG-Spieler Thomas Gödtel eine schauspielerische Einlage unterstellt, nachdem sein Crack Tim Conboy nach einem Check gegen den Kopf von Gödtel eine Matchstrafe kassiert hatte. Verließ anschließend ohne jeden weiteren Kommentar die Pressekonferenz und ließ den DEG-Trainer einfach sitzen. „Das ist für mich kein Thema mehr. Und es interessiert mich auch nicht. Ich werde ihm ganz normal begegnen“, betont Coach Brittig dennoch.

 
 

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