DEB und NRW-Verband streiten um neue Eishockey-Oberliga

Neuer Modus – größeres Interesse? Bei den Moskitos hofft man, in einer Oberliga Nord die Fans wieder mobilisieren zu können
Neuer Modus – größeres Interesse? Bei den Moskitos hofft man, in einer Oberliga Nord die Fans wieder mobilisieren zu können
Foto: Michael Gohl
Der DEB will eine große Oberliga Nord ausrichten – und schafft Fakten. Der NRW-Landesverband pocht auf eine West-Staffel und sieht sich im Recht.

Essen.. Die nächsten Unterschriften sind am Westbahnhof getrocknet: Mit Hannibal Weitzmann haben die Moskitos einen dritten Torhüter verpflichtet, der 19-Jährige wechselt aus dem Nachwuchs des Kölner EC, für Red Bull München und die Starbulls Rosenheim war er schon mit einer Förderlizenz im Einsatz. Zudem wechselt Verteidiger Philipp Gejerhos aus Weiden nach Essen, um dort in der Oberliga Akzente zu setzen.

DEB will Oberligen zusammenfassen

Apropos Oberliga: Noch immer ist ein Streit, wer in der kommenden Saison denn die Oberliga veranstalten darf, nicht aus der Welt geschafft. Die beiden Parteien – der Deutsche Eishockeybund und der Landesverband NRW – stehen sich unversöhnlich gegenüber. Der DEB will die West-, Nord- und Oststaffel zu einer großen „Oberliga Nord“ mit 18 Teams zusammenfassen, auf einer Ligentagung in Langenhagen wurde bereits ein möglicher Modus beschlossen, am 25. September soll es losgehen.

Der Widerstand des Landesverbandes NRW war da schon kein Thema mehr, doch der scheint noch nicht gebrochen. Präsident Wolfgang Sorge sieht sich und seinen Verband im Recht, eine Oberliga West durchzuführen – und will dieses Recht auch durchsetzen. Der LEV bezieht sich auf ein Treffen vom August 2014, wo zwischen DEB- und LEV-Vertretern Übereinkunft darüber erzielt worden sei, dass der gesamte Oberliga-Spielbetrieb ab der Saison 2017/18 einheitlich durch den DEB organisiert und verwaltet wird. Erst ab 2017/18!

Der DEB sieht sich im Recht

Ein Kompromiss, die Oberliga West-Saison 2015/16 bis zum Jahresende 2015 unter LEV-Regie zu stellen und die bis zu sechs besten Teams mit den Vereinen aus dem Norden/Osten unter dem Dach des DEB zu verzahnen, scheiterte. Weil sich auch der DEB – natürlich im Recht sieht. Auf einer Mitgliederversammlung des Verbandes in Frankfurt sei eine neue Satzung einstimmig beschlossen worden, wonach die Oberligen ausschließlich vom DEB geführt werden sollen. Die neue DEB-Satzung sei weder rechtskräftig, noch lasse sich aus ihr eine Exklusivität der Oberliga unter DEB-Regie ableiten – kontert man in Nordrhein-Westfalen.

Trotzdem hat der Deutsche Eishockey-Bund in Langenhagen nun Fakten geschaffen, Reaktion durch den LEV gibt es – noch – nicht. Nach wie vor im Raum steht somit auch eine Äußerung von Boss Wolfgang Sorge, Teams, die unter das Dach des DEB schlüpfen wollen, zu sperren. Die betroffenen Klubs – Duisburg, der Herner EV und auch die Moskitos – hatten aufgrund der unklaren Situation sowohl für die Teilnahme an einer DEB- als auch an einer LEV-Oberliga gemeldet. „Wenn eine Mannschaft trotz seiner Meldung im Meisterschaftsspielbetrieb des LEV nicht antritt oder spielen will, so ist diese Mannschaft für jeglichen Spielverkehr gesperrt.“

ESC will die Oberliga Nord

Dass Moskitos oder Füchse aus der Notlage heraus, nicht zu wissen unter welchem Dach denn nun gespielt wird, zunächst für DEB und LEV gemeldet haben, bleibt so unberücksichtigt.

Bleibt die Hoffnung, dass man sich doch noch gütlich einigen kann. Torsten Schumacher, Erster Vorsitzender des ESC Moskitos, freut sich jedenfalls auf eine große Oberliga unter dem Dach des DEB: „Das ist attraktiv, auf diese Veränderung freuen sich die Eishockey-Fans.“

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