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Andreas Kowert träumt vom zweiten Gold

Andreas Kowert träumt vom zweiten Gold

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Foto: WAZ FotoPool
Wenn 2013 die Endspiele um die Deutsche Meisterschaft anstehen, möchte der Gelsenkirchener Linesman gerne wieder auf dem Eis stehen. Jetzt fährt der 33-Jährige zur U-20-WM nach Frankreich.

Buer. 

Das Jahr befindet sich auf der Zielgeraden. Für Andreas Kowert, den Gelsenkirchener Eishockey-Linienschiedsrichter, hat es aber noch zwei Höhepunkte parat: Vom 9. bis zum 15. Dezember wird er bei der U-20-Weltmeisterschaft der Division I im französischen Amiens im Einsatz sein und am 26. Dezember, wenn um 17.45 Uhr die Düsseldorfer EG auf die Krefeld Pinguine trifft, sein 400. Spiel in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) leiten.

„Das ist ein sehr gutes Turnier für mich“, sagt der 33-Jährige. Nämlich ein B-Turnier, nachdem er in der vergangenen Saison nur bei der U-18-Weltmeisterschaft der Division II, also einem C-Turnier, auf dem Eis gestanden hat. Und nicht nur das: Der Termin ist perfekt. Da Andreas Kowerts Essener Linesman-Partner Robert Schelewski von der Internationalen Eishockey-Föderation (IIHF) nicht nominiert worden ist, könnte das Duo die kompletten Play-offs der Saison 2012/13 leiten.

Zum ersten Mal in seinen schon zehn gemeinsamen Jahren. „Wir haben ein bisschen Blut geleckt“, sagt Andreas Kowert, der mit Robert Schelewski im April beim zweiten Finale zwischen Adler Mannheim und dem späteren Meister Eisbären Berlin mittendrin war und dafür von der Deutschen Eishockey-Liga auch mit einer Gold-Medaille ausgezeichnet worden ist. Höhepunkt Nummer eins 2012. „Die eiskalte Leidenschaft“, steht auf dem Bändchen, das die Medaille trägt.

Diese Medaille fühlt sich nicht nur wegen ihrer Farbe wie ein Titelgewinn an. Und davon will er mehr. „Aber dafür muss es auch die Saison über passen“, sagt Andreas Kowert. „Unsere Leistungen müssen stimmen, und wir brauchen auch ein bisschen Glück.“ Und bisher stimmt der Kurs. „Diese Saison ist richtig gut angelaufen“, erzählt er und denkt zum Beispiel an die Partien zwischen den für ihn überraschend stark gestarteten Kölner Haien gegen die Eisbären Berlin oder Adler Mannheim gegen Köln. „Das war schon super“, sagt der Polizei-Kommissar und freut sich darüber, dass er und seine Schiri-Kollegen nun auch häufiger unentgeltlich live zu sehen sind: im Servus TV, einem Sender aus Österreich, sowie online auf Laola1.tv. „Jeden Freitag gibt es ein Live-Spiel im Internet und jeden Sonntag ein Live-Spiel im Fernsehen“, sagt Andreas Kowert und weiß vom Hörensagen, dass sich die Einschaltquote im Vergleich zu Sky verdoppelt hat. „Das ist ganz gut fürs deutsche Eishockey“, sagt der Linesman, der in dieser Funktion auch bei der Heim-Weltmeisterschaft 2010 dabei war.

Gut fürs deutsche Eishockey ist sicherlich auch, dass seit dieser Saison jede DEL-Partie von einem Quartett geleitet wird, von zwei Haupt- und zwei Linienschiedsrichtern. „Das Spiel entwickelt sich immer weiter, wird immer schneller und intensiver“, sagt der Bueraner. „Für einen Hauptschiedsrichter ist das gar nicht mehr händelbar.“

Hauptschiedsrichter in der Oberliga

Andreas Kowert muss es aber dennoch alleine händeln, nämlich dann, wenn er seiner Eishockey-Ne­bentätigkeit als Hauptschiedsrichter in der Oberliga West nachgeht, in der Drittklassigkeit. „Das klappt wirklich gut und macht auch Spaß“, sagt er. „Aber mein Hauptjob ist halt, DEL-Linesman zu sein.“ Und demnächst auch mal Hauptschiedsrichter in der Deutschen Eishockey-Liga? Der Gefragte schmunzelt und sagt dann: „Das kann ich mir auch in zwei, drei Jahren noch überlegen.“ Zumal die Altersgrenze für alle DEL-Unparteiischen bei 45 Jahren liegt und Robert Schelewski das 40. Lebensjahr vollendet hat.

Und schon am Freitagabend ist das Duo wieder in Deutschlands höchster Klasse gefordert, nämlich ab 19.30 Uhr beim Vogel-Duell zwischen den Pinguinen aus Krefeld und den Adlern aus Mannheim.