Ein skeptischer Blick in die Zukunft

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Sabrina Mockenhaupt verabscheut Doping. Deshalb fordert Deutschlands beste Langläuferin in der Diskussion um die Deutschland-Studie: „Die Namen müssen alle genannt werden.“ Am Sonntag startet die Siegerländerin bei der WM.

Siegen.  Plötzlich wird ihre sonst so lustige und lebensfrohe Stimme leise. „Ich habe eben noch einen Bekannten getroffen, der muss mehrfach in der Woche zur Dialyse“, sagt Sabrina Mockenhaupt. Sie legt eine kurze Pause ein, ehe sie nachdenklich weiterspricht: „Und so etwas machen die freiwillig.“

Die - das sind Leichtathleten oder irgendwelche Sportler, die dopen, die ihre Leistungen mit illegalen Mitteln und Methoden zu verbessern versuchen. Die - das sind mutmaßlich auch einige der internationalen Konkurrentinnen, auf die Deutschlands beste Langstreckenläuferin am Sonntag beim WM-Rennen über 10 000 Meter trifft und die ihr vorhersehbar die ersten zehn bis zwölf Plätze wegschnappen werden.

Es sind nicht zuletzt diese Ergebnisse bei Welt- und Europameisterschaften oder Olympischen Spielen, die eine klare Sprache für die Siegerländerin sprechen. Sie verabscheut Doping in jeder Form.

Und deshalb mischt sich die 32-Jährige auch in die Diskussion über die Studie „Doping in Deutschland von 1950 bis heute“ ein. „Es wird doch wieder nur um den heißen Brei herum geredet“, sagt Mockenhaupt. Sie fordert: „Die Namen müssen alle genannt werden.“

Mockenhaupt lässt auch das Argument nicht gelten, Vergangenes helfe beim Blick nach vorne nicht weiter. „Im Sinne der Gerechtigkeit und einer sauberen Zukunft muss alles aufgeklärt werden“, sagt sie. „Im Osten haben sie damals die Namen auch auffliegen lassen.“

Etwas allerdings stört „Mocki“ gewaltig. „Während wir uns in Deutschland die Köpfe einschlagen, wird im Ausland munter weiter gedopt“, erklärt sie. Schon vor zehn Jahren habe ein ausländischer Trainer zu ihr gesagt: „Mocki, du bist zwar lieb und nett, aber wenn du nichts machst, wirst du nie ganz vorne dabei sein.“

Sabrina Mockenhaupt widerstand tapfer. Während zig ihrer früheren Vorbilder betrogen und aufflogen. „Ich habe nur noch ein Vorbild“, sagt „Mocki“, „und das ist meine Mama.“

 
 

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