Die Ohnmacht des IOC

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Essen. Schon zum Auftakt der ersten Olympischen Jugendspiele in Singapur hat die Politik einen Schatten auf den Sport geworfen.

Die Welt schaut zwar nicht in dem Maße zu, wie es sich die (wenigen) Damen und (vielen) Herren des illustren Zirkels erhofft hatten. Aber sie feiern sich trotzdem, die fast vollständig erschienen 113 Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees. Schließlich gilt es, wie es ihr Vordenker Jacques Rogge formulierte, in Singapur mitzuschreiben an einem „neuen Kapitel in der Geschichte der olympischen Bewegung“.

Die Rede ist von den ersten Olympischen Jugendspielen, die seit ihrer Geburtsstunde höchst umstritten sind. Aus dem IOC ist jedoch nur eine prominente kritische Stimme bekanntgeworden: Der Kanadier Dick Pound, der einst den Korruptions-Sumpf im Umfeld der Winterspiele von Salt Lake City trocken zu legen versuchte, hatte vor allem vor der Dopinggefahr im Kindesalter gewarnt. Konsequenterweise blieb er dem mit allen olympischen Weihen versehenen Spektakel fern.

Erspart geblieben ist Pound dadurch, gleich am ersten Wettkampftag miterleben zu müssen, dass die große Politik auch vor den Kleinsten nicht halt macht: Ein iranischer Taekwandokämpfer verzichtete auf seinen Finalkampf gegen einen Israeli und blieb auch der Siegerehrung fern. Die Reaktion des IOC: Man werde den Fall prüfen. Besser lässt sich die Ohnmacht einer Organisation, die für ihr Machtgebaren bekannt ist, kaum belegen.

 
 

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