Der Elite an den Kufen

Winterberg..  Sie sind noch sehr weit entfernt von der absoluten Weltspitze. Das sehen Robin Geueke und David Gamm ein. Doch sie wollen den nächsten Schritt machen. Das junge Doppel vom BSC Winterberg möchte nach der zu Saisonbeginn gelungenen Qualifikation für das Weltcup-Team näher heran rodeln an die Elite.

Den Zeitrückstand zu den Siegern gering halten – so lautet die Devise für den 22-jährigen Sportsoldaten Geueke und den drei Jahre jüngeren Bundespolizisten Gamm auch beim Heim-Weltcup der Rennrodler am Wochenende auf der Bobbahn in Winterberg. Denn dieser Abstand war Bundestrainer Norbert Loch in der Vergangenheit noch zu groß.

Tipps von den Besten der Welt

Unter sechs zehntel Sekunden soll die Differenz nach Möglichkeit betragen. „Das klappt teilweise. Wir machen Fortschritte, aber es liegt noch viel Arbeit vor uns“, weiß Geueke. Mit den besseren Zeiten sollen auch die besseren Platzierungen kommen: „Das wird nicht einfach, ist jedoch durchaus realistisch. Denn hinter den beiden deutschen Top-Paaren tummelt sich ein ganzer Pulk.“ Die Landsleute, von denen der Schalke-Fan aus dem Hochsauerland voller Respekt spricht, sind die Olympiasieger Tobias Wendl/Tobias Arlt (Berchtesgaden/Königssee) sowie Toni Eggert/Sascha Benecken (Ilsenburg/Suhl): „Die Besten der Welt, von denen wir uns natürlich etwas abzugucken versuchen.“ Und ab und zu bekommen Geueke/Gamm bei einer direkten Frage sogar einen guten Tipp.

Anlässe gibt’s genug. Zum Beispiel als Neulinge auf der Nordamerika-Tour mit den Weltcup-Stationen in Lake Placid (USA) und Calgary (Kanada). Gerade die Anlage im US-Bundesstaat New York gilt als sehr schwierig. Es habe Spaß gemacht, sich diese Bahn zu erarbeiten: „Eine tolle Erfahrung.“ Gleichwohl fehlte dem Abenteuer das Happy End. Bei einer Außentemperatur von zehn Grad minus waren die Kufen der Winterberger 0,2 Grad zu warm: Disqualifikation. „Das war extrem unglücklich. Doch so etwas passiert eben. Es gab keine Vorwürfe an unsere Trainer.“ Eine Woche später in Calgary erzielten die Junioren-Vizeweltmeister von 2012 dann im zweiten Lauf die beste Startzeit und wurden Zehnte. Zum Weltcup-Auftakt in Innsbruck-Igls hatten sie sich mit der viertbesten Zeit im zweiten Durchgang noch von Rang zwölf auf acht vorgeschoben.

Es geht also durchaus etwas für den 1,89 Meter großen und 89 Kilo schweren Vordermann Geueke sowie den sieben Zentimeter kleineren und 13 Kilo leichteren Hintermann Gamm. Und ein Heim-Weltcup ist auch zum Genießen da. Im vergangenen Jahr hätten sie an der Kappe sogar fast für eine Überraschung gesorgt. Zwei Fahrfehler – in beiden Wertungsläufen jeweils in der Kurve 13 – brachten sie um eine bessere Platzierung. „Heute war es möglich, unter die besten fünf Schlitten zu fahren“, sagte damals ein enttäuschter Robin Geueke. An diesem Wochenende soll es deutlich besser werden, schließlich wollen die beiden einen „weiteren Schritt nach vorn“ machen - und näher an die Elite heran rodeln.

Paffe startet im Nationencup

Noch auf den Weltcupstart warten muss übrigens der hochtalentierte Hallenberger Christian Paffe. Der 20-jährige Jugend-Olympiasieger von 2012, der während der Selektionsrennen für das Weltcup-Team im Vorfeld der Saison durch einige starke Fahrten und Ergebnisse auf sich aufmerksam machen konnte, startet am Freitag im Nationencup (Rennbeginn: 9.30 Uhr). „Christian wird seinen Weg gehen, er muss nur geduldig sein“, sagt Bundestrainer Norbert Loch.

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