Das Beispiel Gavranovic auf Schalke

Manfred Hendriock
Mario Gavranovic war auf Schalke schon fast vergessen - nun nutzte er seine Chance und machte im DFB-Pokal auf sich aufmerksam. Wer kommt noch in Frage? Ein Überblick über Schalkes dritte Reihe.

Gelsenkirchen. Mario Gavranovic war auf Schalke schon fast vergessen - nun nutzte er seine Chance und machte im DFB-Pokal auf sich aufmerksam. Wer kommt noch in Frage? Ein Überblick über Schalkes dritte Reihe.

Das Training am Donnerstag machte er ganz normal mit, am Samstag gegen Hoffenheim dürfte Klaas-Jan Huntelaar wieder stürmen. Aber wenn der Torjäger doch noch einmal passen muss, dann hat Schalke einen guten Ersatz parat: Mario Gavranovic (21) hat gezeigt, dass er das königsblaue Trikot nicht nur zur Zierde trägt.

Bis zum Pokalspiel gegen Nürnberg hatte man fast vergessen, dass der Schweizer überhaupt noch da ist – und dann schoss er beim 3:2-Sieg sogar ein Tor. Für Felix Magath war das keine Überraschung: „Er hat schon längst eine Chance verdient“, sagt Schalkes Trainer und berichtet: „Bisher ist das nur daran gescheitert, weil wir ihn im Herbst nicht verheizen wollten, als es in der Mannschaft nicht lief.“ Nun aber freut sich Magath darüber, „dass wir in der Hinterhand einen guten jungen Stürmer haben.“

Gavranovic ist ein Beispiel, dass man aus der Versenkung auch wieder auftauchen kann. Wer kommt noch in Frage? Wohlgemerkt: Es geht hier nicht um Jurado, Edu, Moritz, Matip oder Papadopoulos, die zwar keinen Stammplatz haben, aber regelmäßig zum Einsatz kommen. Es geht hier um die Spieler aus der dritten Reihe. Die fast Vergessenen:

Hans Sarpei (7 Einsätze): Kam als Notnagel für beide Außenbahnen, war aber nicht besser als das vorhandene Personal. Sucht nach seiner Ausmusterung aus dem Profi-Kader einen neuen Verein, weil er in der Regionalliga nicht zum Einsatz kommen darf. Perspektive auf Schalke: null.

Sergio Escudero (2 Einsätze): Als spanischer Junioren-Nationalspieler mit großen Vorschusslorbeeren geholt, aber die von Magath nach den – verständlichen – Anpassungsproblemen prognostizierte Steigerung ist nicht zu sehen. Perspektive: Ein Talent, aber mit rund zwei Mio. Euro Ablöse viel zu teuer.

Nicolas Plestan (4 Einsätze): Kam auf den letzten Drücker, weil Christoph Metzelder zum Saisonstart neben der Spur war und Magath einen Ersatz brauchte. Doch nach ordentlichem Beginn wurde Plestan immer schwächer und ist jetzt mehr verletzt als fit. Wird wohl nur noch spielen, wenn es in der Abwehr dramatische Personalnot gibt. Perspektive: Fast null.

Tim Hoogland (bisher kein Einsatz): Kam verletzt aus Mainz zurück, wurde dann auch noch durch eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse aus der Bahn geworfen. Ist jetzt wieder fit und macht Magath im Training richtig Freude. Perspektive: Wenn er gesund bleibt, wird er über kurz oder lang Stammspieler.

Hao Junmin (6 Einsätze in dieser Saison): Sein erstes Spiel vor einem Jahr im DFB-Pokal in Osnabrück war sein bestes – daran konnte er nie mehr anknüpfen. Perspektive: Schalke ist für ihn eine Nummer zu groß.

Alexander Baumjohann (4 Einsätze in dieser Saison): Ließ den Kopf hängen, als Jurado für seine Position verpflichtet wurde. Darf zwar jetzt wieder mit den Profis trainieren, doch nun steht auch Julian Draxler vor ihm. Perspektive: Fast keine mehr.

Vasileios Pliatsikas (bisher kein Einsatz in dieser Saison): Nach seinem Kreuzbandriss spielt und trainiert er nur noch in der Zweiten. Perspektive: Kann sich noch rankämpfen.

Ciprian Deac (4 Einsätze): Er soll vier Millionen Euro gekostet haben – wenn das stimmt, war er ein sündhaft teurer Ergänzungsspieler. Perspektive: Im Training zeigt er Talent, doch eine echte Chance hatte er noch nicht.

Levan Kenia (bisher kein Einsatz in dieser Saison): Dass er nicht spielt, liegt ausschließlich an seinen Verletzungen. Perspektive: Aufgrund seines labilen Körpers ungewiss.