BVB schießt sich auf Rang Zwei

Nils Hotze

Dortmund. Die Party geht weiter. Borussia Dortmund zerlegte auch den 1. FC Kaiserslautern, siegte hochverdient mit 5:0 (2:0). Lucas Barrios (31./88.), Kevin Großkreutz (38.) sowie Mats Hummels (66.) und Robert Lewandowski (75.) trafen für den BVB.

Es war der insgesamt sechste Sieg in Serie. Dortmund ist in der Bundesliga jetzt schon Tabellenzweiter. Die älteren Zuschauer unter den 70 100 Besuchern im Signal Iduna Park fühlten sich Mitte der zweiten Hälfte zurückversetzt in ihre Jugend. Bis Mitte der 1980er Jahre waren Heimspiele gegen die „Roten Teufel“ regelmäßig Schützenfeste. Wie gestern.

Positionen verändert

Der BVB – im Vergleich zum grandiosen Auftritt auf Schalke auf zwei Positionen verändert (Piszczek ersetzte Owomoyela, Blaszczykowski begann für Götze) – brauchte zehn Minuten, um von Feier- auf Alltag umzuschalten. Die „Roten Teufel“ legten ein höllisches Tempo vor, boten der beanspruchten Borussia einen offenen Schlagabtausch an. Allein: Die Dortmunder ließen sich nicht überrumpeln, sie lehnten ab. Im Hurra-Stil, so das Signal, würde man womöglich unnötiges Risiko eingehen. Man weiß ja nie, wohin so ein rassiges Spiel führt. Sehr gut. Sehr reif. Und der Schlüssel zum Sieg.

Der BVB hatte das Spiel beruhigt. So wurde es zwar zunächst das erwartet schwere, aber auch ein kalkulierbares und beherrschbares Spiel. Und ein Kampfspiel. Die Gastgeber verloren in der Phase zwischen der 15. und 30. Minute deutlich mehr zweite Bälle als gegen Wolfsburg und Schalke, die Gäste ließen kaum Raum für das gefürchtete Kurzpassspiel der Borussia. Pfälzer wie Westfalen hauten sich voll rein. Bereits nach zwei Minuten hatte Srdjan Lakic Sven Bender empfindlich am Kopf getroffen, nach 18 Minuten rasselten Rodnei und Lucas Barrios aneinander. Zum Glück ohne Folgen.

Barrios als Dosenöffner

Denn Barrios ist nach einer guten halben Stunde der Dosenöffner. Einen Steilpass des bisweilen genialen Nuri Sahin versenkt der Torjäger zu seinem zweiten Saisontreffer im Netz. 1:0. „Wer wird Deutscher Meister? BVB Borussia!“, schallt es aus dem Süden. Und nur sieben Minuten später erhöht Kevin Großkreutz auf 2:0. Der Dortmunder schlenzt den Ball ins lange Eck – FCK-Torwart Tobias Sippel ist einfach nicht lang genug.

Schon bei Halbzeit deutet alles auf einen souveränen Dortmunder Sieg hin. Eine Einschätzung, die Sven Bender gleich mal unterstreicht. Sein Schuss ist einen Tick zu hoch angesetzt (48.). Sieben Minuten später tankt sich Großkreutz über links durch, bedient Kagawa; der lässt den Ball kurz tanzen, schießt dann aber Sippel an. Das hätte das 3:0 sein müssen, war es aber nicht – und trotzdem gab’s Applaus auf offener Szene.

Demonstration der Spielstärke

Jetzt ist es eine erneute Demonstration der eigenen Spielstärke. Der BVB zerlegt den FCK phasenweise in dessen Einzelteile. Gästetrainer Marco Kurz reagiert, bringt nach einer Stunde Ilian Micanski und Clemens Walch. Allein: Es bringt nichts. Borussia Dortmund ist auch für den forschen Aufsteiger zu stark. In der 65. Minute köpft Mats Hummels auf Sahin-Freistoßflanke das 3:0, zehn Minuten später lupft der eingewechselte Robert Lewandowski den Ball zum 4:0 in die Maschen. Sein zweites Saisontor, langsam kommt auch der teuerste Neuzugang richtig ins Rollen.

Aus dem Süden hallt es da längst: „Der BVB ist wieder da.“ Und, natürlich: „Die Nummer eins im Pott sind wir.“ Vor allem, als Barrios den Schlusspunkt zum 5:0 setzt.