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BVB-Legende Timo Konietzka stirbt im Alter von 73 Jahren

Timo Konietzka
Foto: imago
Am frühen Montagabend hat sich Timo Konietzka im Alter von 73 Jahren das Leben genommen, er litt an einer schweren Gallenkrebserkrankung. Konietzka schrieb beim BVB Fußballgeschichte, als er 1963 gegen Werder Bremen das erste Bundesliga-Tor erzielte. Mit der Borussia wurde er Deutscher Meister und DFB-Pokalsieger.

Essen. 

Ein Idol des Revierfußballs ist tot. Timo Konietzka hat sich am Montagabend im Alter von 73 Jahren das Leben genommen. Den Schritt hatte der unheilbar an Gallen-Krebs erkrankte ehemalige Fußball-Nationalspieler angekündigt. Der erste Torschütze der Fußball-Bundesliga trank am Montagabend in seiner Schweizer Wahlheimat Brunnen einen Gift-Cocktail.

Konietzka hatte im März 2011 in einem Interview angekündigt, aktive Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen. „Ich will kein Pflegefall werden, angeschlossen und künstlich am Leben erhalten, natürlich nicht. Das will ich mir ersparen“, hatte der Stürmer erklärt, nachdem eine Operation keinen Erfolg gebracht hatte. Der Tumor war zuvor im Februar diagnostiziert worden.

Todesanzeige selbst verfasst

Claudia Konietzka zu Bild: „Am letzten Dienstag durfte ich Timo aus dem Spital nach Hause nehmen. Die letzten Tage waren ganz, ganz schön. Timo konnte nochmals seine kleinen Enkel sehen. Er hat auch noch ein Bier getrunken.“

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In der selbstverfassten Todesanzeige des früheren Meisterspielers von Borussia Dortmund und 1860 München heißt es: ‚Ich möchte mich ganz herzlich bei Exit (Sterbehilfeorganisation, d. Red.) bedanken, die mich am Montagnachmittag von meinen Qualen erlöst und auf dem schweren Weg begleitet haben.“

Timo Konietzka ist vor 44 Jahren in die Schweiz ausgewandert. Am Vierwaldstätter See führte er gemeinsam mit seiner Ehefrau ein Hotel. Berühmt wurde er am 24. August 1963 als Schütze des ersten Bundesliga-Tores für Borussia Dortmund gegen Werder Bremen in der ersten Minute. Bis heute ist von diesem Moment keine Film- oder Fotoaufnahme aufgetaucht.

Sein Name aber ist auf ewig in die Fußball-Geschichtsbücher gebrannt. Konietzka, geboren 1938 in Lünen, war in den 60er Jahren ein gefürchteter Angreifer. Mit dem BVB wurde Friedhelm Konietzka, wegen seiner Ähnlichkeit mit dem sowjetischen General Timoschenko stets „Timo“ gerufen, im Jahre 1963 Deutscher Meister und gewann zwei Jahre später mit den Borussen auch den DFB-Pokal. Es folgte 1966 ein erneuter Meistertitel – diesmal mit 1860 München.

Konietzka lebte mit seiner Frau in der Schweiz

Wenig später zog es Konietzka in die Schweiz, wo er erfolgreich als Trainer arbeitete. Viermal holte er in dieser Funktion die Schweizer Meisterschaft und schaffte es mit dem FC Zürich 1977 ins Halbfinale des Europapokals der Landesmeister. Nach seiner Laufbahn führt er mit Frau Claudia ein Hotel in Brunnen am Vierwaldstättersee.

Im Februar war eine schwere Gallenkrebs-Erkrankung bei ihm diagnostiziert worden. Mehrere Operationen brachten keine Besserung.

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