Borussia Mönchengladbach wirbelt auf Hochtouren

Andreas Morbach

Mönchengladbach.  Jürgen Kramny stand oft etwas verloren da. Beide Hände durchgehend in den Hosentaschen versenkt, musste Stuttgarts Cheftrainer mit ansehen, wie die gegnerischen Angriffe immer wieder wie beängstigende Ozeanwellen auf die VfB-Abwehr zurollten. Scharf, wie mit Metzgermessern hantierend, schnitten Gladbachs Edeltechniker Raffael und Thorgan Hazard mit ihren Pässen ein ums andere Mal die schwäbischen Verteidigungsreihen auf. Bis am Ende ein klarer 4:0-Erfolg heraussprang.

Nach 16 Minuten durften die Gäste staunend zusehen, wie Havard Nordtveit einen hohen Diagonalpass über 45 Meter haargenau in den Lauf von Fabian Johnson schlug. Der US-Nationalspieler nahm den Ball in höchstem Tempo und mit exzellenter Technik mit, lief bis zur Torauslinie und passte zurück auf Hazard, der aus drei Metern zur Führung für die Borussia traf.

Auch in der Folge blieb beim Ensemble von André Schubert alles im Fluss – die Hausherren versäumten es allein, das Ergebnis bis zur Pause auf eine angemessene Höhe zu schrauben: Zunächst vermochte Lars Stindl das Zuspiel seines Sturmpartners Raffael nicht zu veredeln (36.), zwei Minuten vor der Halbzeit traf Hazard nur die Unterkante der Latte.

Comeback als Torschütze

In der Pause brachte Jürgen Kramny die Akteure Lukas Rupp und Artem Kravets. Die Elf von André Schubert bestimmte auch weiterhin das Geschehen, wirbelte in der Offensive wie gehabt auch Hochtouren – nun mit gewünschtem Erfolg.

Nach einer Stunde aber war es so weit: Dank eines irrlichternden Torwarts Tyton traf Raffael aus 14 Metern – doch der ultimative Höhepunkt des Abends stand noch aus. Hauptdarsteller war Patrick Herrmann: Nach auskuriertem Kreuzbandriss hatte der Nationalspieler drei Tage zuvor in Augsburg nach fünfmonatiger Pause seine Rückkehr auf den Rasen gefeiert – dem er nun das Comeback als Torschütze folgen ließ: Mit seinem Treffer zum 3:0, wenige Sekunden nach seiner Einwechslung. In der Nachspielzeit sorgte Kevin Großkreutz mit einem Eigentor für den Endstand.