Borussia Dortmund siegt dank Barrios und Weidenfeller

Stefan Reinke
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Dortmund. Der BVB hat wieder einen Lauf. Mit einem aufgrund einer bärenstarken Leistung in der zweiten Halbzeit schlugen die Borussen Bayer Leverkusen mit 3:0 (0:0) und bleiben weiter auf Kurs in einen internationalen Wettbewerb.

Borussia Dortmund bastelt an einer neuen Serie. Den Siegen gegen Mönchengladbach und Bochum ließen die Borussen gegen Bayer Leverkusen ein 3:0 folgen. Dabei beeindruckte die Mannschaft von Jürgen Klopp in der zweiten Halbzeit mit einer ihrer besten Saisonleistungen.

Für den gesperrten Nuri Sahin kam Tamas Hajnal in die Mannschaft und nahm die Position auf der Doppelsechs neben Sebastian Kehl ein. Jürgen Klopp verzichtete also auf größere Umstellungen und setzte auf das bewährt 4-2-3-1 mit Lucas Barrios als einziger Spitze.

Teams neutralisierten sich

Zehn Minuten lang passierte wenig. Zwar präsentierten sich beide Mannschaften mit viel Willen zum Offensivspiel, doch neutralisierten sich die Mittelfeldreihen zunächst noch. Die Bayer-Elf deutete allerdings schon in der Anfangsphase an, dass sie die spielerisch bessere Mannschaft war. Der erste Paukenschlag gehörte denn auch den Leverkusenern, als Stefan Kießling vor dem Kasten von Roman Weidenfeller auftauchte. Doch der Dortmunder Schlussmann reagierte im Duell mit dem Führenden der Torschützenliste grandios. Es dauerte exakt zehn Minuten, bis es wieder etwas Sehenswertes gab, und wieder stand Weidenfeller im Fokus. Der Dortmunder Torwart lenkte einen Derdiyok-Kopfball mit tollem Reflex über die Latte.

Der BVB konnte keinen Druck auf die Leverkusener Hintermannschaft ausüben. 30 Minuten dauerte es bis zur ersten Chance, die Adler jedoch ohne Probleme vereitelte. Nur ganz selten machten die Borussen das Spiel schnell, dabei wäre genau das ein Mittel gegen die Leverkusener gewesen. Stattdessen gehörte auch die nächte Chance wieder den Rheinländern, und wieder war Weidenfeller zur Stelle. Diesmal klärte der Keeper in höchster Not gegen Kießling. Das Privatduell entschied der Torwart für sich - Kießling wurde in der Pause ausgewechselt. Kurz vor der Pause stockte den Dortmundern abermals der Atem, als Derdiyok nach feiner Kombination über Kießling abzog und nur den Außenpfosten traf. Mit einem für die Dortmunder schmeichelhaften 0:0 ging es in die Pause.

BVB nach der Pause besser

Zur zweiten Halbzeit brachte Jupp Heynckes Patrick Helmes für den verletzten Kießling. Der BVB blieb auf dem Papier zwar unverändert, doch etwas musste Jürgen Klopp in der Pause mit seiner Elf gemacht haben. Die Schwarz-Gelben waren nun bissiger in den Zweikämpfen und machten das Spiel deutlich schneller als in Hälfte eins. Nur vier Minuten nach Wiederanpfiff hatte Großkreutz folgerichtig die Führung auf dem Fuß. Der Ur-Dortmunder schräg vor Adlers Tor alle Zeit der Welt, nahm Maß, schaute, nahm Maß, schoss - knapp vorbei, ein Leverkusener klärte zur Ecke.

Mit Folgen. Den fälligen Eckball schoss Sahin-Vertreter Tamas Hajnal halbhoch in den Strafraum, und Lucas Barrios vollstreckte mit seinem 14. Saisontor zum 1:0 für den BVB.

Die nächste Chance sollte wieder Barrios gehören, als der Argentinier erkannte, dass Nationaltorwart Rene Adler zu weit vor seinem Kasten stand, und einfach aus 40 Metern aufs Tor schoss. Adler klärte mit Mühe zur Ecke. Der BVB agiert nun wie im Rausch. Nur eine Minute nach Barrios Fernschuss, belohnten sich die Borussen mit einem Konter über Zidan. Der Ägypter sah Barrios im Strafraum, passte quer und der Welttorjäger schob cool an Adler vorbei zum 2:0 ein. Mit diesem Spielstand hatte vor der Pause niemand rechnen können - die Südtribüne quittierte das 2:0 mit einem Klassiker: "Ihr werdet nie deutscher Meister", schleuderten die Fans den Leverkusenern entgegen, um später zu feiern: "Der BVB ist wieder da!".

Rangelovs Tor-Premiere

Nach 68 Minuten gönnte Jürgen Klopp Barrios die verdienten Standing Ovations der 80.100 Zuschauer und brachte Dimitar Rangelov. Von der gefürchteten Leverkusener Torfabrik, die in der laufenden Saison bereits 56 Treffer verbuchen konnte, war nichts mehr zu sehen. Die Heynckes-Truppe wirkte phasenweise müde und lethargisch, zeigte überhaupt kein Aufbäumen. So plätscherte die Partie gerade dem Ende entgegen, als der BVB noch einmal zuschlug. Einen der zaghaften Leverkusener Angriffe fingen die Dortmunder ab, langer Ball auf Rangelov und plötzlich sah sich ein einsamer Verteidiger den heranstürmenden Zidan und Rangelov gegenüber. Der Bulgare ließ es sich nicht nehmen, den Angriff selbst abzuschließen und schoss eiskalt zum 3:0 ein. Es war das erste Tor für den ehemaligen Cottbuser im schwarz-gelben Dress.

Borussia Dortmund feierte den dritten Sieg in Serie. Am kommenden Samstag reisen die Borussen zum Tabellenschlusslicht nach Berlin.