Borussia bangt um Platz drei

Michael Ryberg

Mönchengladbach.  „Champagner-Fußball“, so hatte Trainer André Schubert nach der Nullnummer gegen Eintracht Frankfurt nüchtern festgestellt, „ist derzeit bei uns nicht drin.“ Doch auch ohne eine ballistische Gala hätte sich Borussia Mönchengladbach am Dienstagabend leicht eine prickelnde Ausgangsposition in der Champions League erspielen können. Doch mit dem ernüchternden 1:1 (1:0) gegen Celtic Glasgow ist selbst Gruppenplatz drei, der einen Start in der Europa League im neuen Jahr sichern würde, noch wackelig.

Die Stadionregie im Borussia-Park erwies sich als guter Gastgeber, legte vor dem Anstoß extra für die Celtic-Fans „You’ll Never Walk Alone“ auf. Es sollte eigentlich das einzige Geschenk an den schottischen Meister sein. Doch die Borussia-Elf auf dem Rasen stand trotz des Comebacks von Thorgan Hazard, der im Angriff gerade mit geglückten Eins-gegen-Eins-Situationen für Belebung sorgte, lange nicht so unter Feuer wie im Heimspiel gegen Barcelona.

Sinclair traf den Innenpfosten

Zahlreiche leichte Fehler im Gladbacher Spielaufbau wussten die Schotten allerdings nicht zu nutzen. 5:0 Ecken nach 17 Spielminuten täuschten etwas über eine fahrige Vorstellung der Borussen vor der Pause hinweg. Zumal es kaum eine Möglichkeit gab. Sah man von Tobias Strobls Überraschungssolo ab, das Celtics Nationaltorhüter Craig Gordon mit Ganzkörpereinsatz bremste (20.).

Die offensiv gegen Borussias Spielaufbau arbeitenden Gäste hätten sogar führen können. Scott Sinclairs Schlenzer von der Strafraumkreide tropfte allerdings gegen den rechten Innenpfosten (24.). Und so fiel die Pausenführung irgendwie aus dem Nichts. War aber die Folge des besten Gladbacher Angriffsvortrags vor der Pause. Kramer schickte Hazard prima auf Rechtsaußenposition in den Flankenlauf. Die flache Hereingabe des Belgiers nahm Kapitän Stindl am Fünfmeterraum direkt (32.).

In Halbzeit zwei ging es für Borussia offensiv deutlich besser. Mönchengladbachs Trainer Schubert hatte die Taktik von 4-1-3-2 auf 4-2-3-1 geändert, den als Innenverteidiger aufgebotenen Strobl zum Allein-Sechser Kramer vor die Abwehrkette beordert. Das verlieh dem Team mehr Sicherheit.

Vorn erspielte man sich ein halbes Dutzend guter Chancen. Allein das 2:0 ließ auf sich warten. Stindl, Johnson, Kramer und Hazard prüften allesamt den fleißigen Gordon im Celtic-Gestänge. Hahn hatte mit einem Lattenkreuz-Treffer Pech (65.), Korb köpfte frei vor Gordon über die Querlatte.

Die Strafe gab’s eine Viertelstunde vor dem Ende. Julian Korb zerrte im eigenen Strafraum am Jersey des einschussbereiten Moussa Dembelés: Foulelfmeter plus Platzverweis gegen Korb. Der Franzose verwandelte zum 1:1 – ein bitterer Spielausgang für Gladbach.