Zur Zeit zu teuer - Bagger für Phoenix-Lounge rollen noch nicht

Axel Gaiser
So soll die von Phoenix Hagen geplante Phoenix-Lounge aussehen.
So soll die von Phoenix Hagen geplante Phoenix-Lounge aussehen.
Foto: WP
Der Baubeginn der neuen Phoenix-Lounge verschiebt sich. Da die Kosten für das Projekt enorm in die Höhe gestiegen sind und der Basketball-Bundesligist kein Risiko eingehen will, wird die neue Lounge wohl erst zum Start der neuen Saison eingeweiht.

Hagen. Nach den optimistischsten Planungen müssten schon die Bagger rollen. Doch aus dem ursprünglichen Vorhaben von Basketball-Bundesligist Phoenix Hagen, noch während eines Heimspiel in der am nächsten Mittwoch startenden Saison die neue Phoenix-Lounge zu eröffnen, wird nichts. Da sich die Kosten für das zunächst auf eine Million Euro taxierte Projekt um mindestens 50 Prozent erhöht haben, muss man die Planungen überarbeiten und der Baubeginn verschiebt sich. „Das gesamte Bauvorhaben verzögert sich, ist aber nicht aufgehoben“, sagte Phoenix-Aufsichtsrats-Chef Thomas Haensel bei einem Redaktionsbesuch vor dem gestrigen Sponsorentreffen: „Wir prüfen Alternativen, um so kostengünstig wie möglich diese Lounge generieren zu können.“

Investitionen sollen nicht zu Lasten des sportlichen Etats gehen

Im Frühjahr war Phoenix mit dem Plan an die Stadtspitze herangetreten, den Bereich zwischen der Vip-Tribüne der Enervie Arena und der als Business-Club genutzten Aula des Theodor-Heuss-Gymnasiums (THG) zu überbauen und dort Platz für eine so genannte Phoenix-Lounge zu schaffen. Hintergrund war der seit Jahren begrenzte Raum und fehlende Komfort für Unternehmens-Kommunikation im Businessclub des Erstligisten. Finanziert werden soll das Projekt, indem an interessierte Sponsoren insgesamt 80 Tisch-Plätze über einen Zeitraum von fünf Jahren verkauft werden. „Da sind wir bereit, mit Investitionen ins Risiko zu gehen, es darf aber nicht zu Lasten des sportlichen Etats gehen“, macht Haensel („eine Phoenix-Lounge ist für uns ein zwingend notwendiger Baustein für den mittel- und langfristigen wirtschaftlichen Erfolg“) deutlich, also bitte man bei den Unternehmen um Vorkasse.

Bei Verwaltung, Politik und dem THG, das die neuen Räume auch nutzen kann, traf das Projekt auf einhellige Zustimmung, ein beschleunigtes Bauplanverfahren wurde eingeleitet. Doch brandschutztechnische Auflagen und unerwartete Zusatzkosten in den Bereichen Haustechnik, Elektronik und Gründungs-Statik verteuerten den Bau, mittlerweile geht man von einer Nettobaukostensumme von 1,5 Millionen Euro aus. „Damit wäre das nicht realisierbar“, räumt Geschäftsführer Oliver Herkelmann ein. Zumal, wie Haensel ergänzt, angesichts der konjunkturellen Entwicklung viele derjenigen, die vorher Unterstützung zugesagt haben, nun zurückhaltender seien. „Wir hatten ein überzeugendes Konzept“, sagt Haensel, „aber unsere Ideen waren möglicherweise nicht passgenau zur Unternehmensentwicklung.“

Neue Phoenix-Lounge soll zum neuen Saisonstart startklar sein

Und da Phoenix als Auflage der Liga noch Verbindlichkeiten aus den Hallenprojekten Färberstraße und Enervie Arena abbauen muss, was in spätestens drei Jahren geschafft sein soll, könne man kein finanzielles Risiko eingehen. Das geplante Bauvorhaben sei damit aber nur verschoben, man wolle es preisgünstiger realisieren und benötige dazu mehr Zeit, zumal auch Erbbaurechts-Fragen noch nicht abschließend geklärt seien. „Wir wollten die letzten fünf Heimspiele in der bevorstehenden Spielzeit schon in der neuen Phoenix-Lounge feiern. Das wird so nicht mehr sein“, sagt Haensel, zeigt sich aber weiter zuversichtlich: „Wir werden sehen, dass wir flurbereinigt zur Saison 2013/14 mit einer Phoenix-Lounge starten.“